
US-Präsident Donald Trump hat am 4. Mai 2026 erneut mit 25 Prozent Strafzöllen auf EU-Autos gedroht. Die Ankündigung kommt offenbar nicht zufällig: Beobachter sehen darin eine gezielte Retourkutsche auf die jüngste Kritik von Bundeskanzler Friedrich Merz an der US-Handelspolitik. An der Börse reagierten die Aktien der deutschen Autohersteller prompt: BMW, Mercedes-Benz, Volkswagen und Porsche verloren zwischen drei und fünf Prozent ihres Wertes – ein Kurseinbruch, der die ohnehin schwer gebeutelte Branche weiter unter Druck setzt.
Über seine Social-Media-Plattform verkündete Trump, er wolle die Einfuhrzölle auf Pkw und Lkw aus der Europäischen Union auf 25 Prozent anheben. Als Begründung nannte er, die EU komme ihren Verpflichtungen aus einem „voll vereinbarten Handelsabkommen“ nicht nach. Eine Ausnahme soll für Fahrzeuge gelten, die in US-amerikanischen Werken produziert werden – ein klares Signal, das EU-Hersteller zu einer Verlagerung ihrer Fertigung in die USA bewegen soll.
Besonders hart würde es Volkswagen treffen, da der Wolfsburger Konzern kaum Pkw-Produktion in den USA hat. BMW produziert zwar in Spartanburg (South Carolina), der Großteil der Fahrzeuge wird aber weiterhin aus Deutschland exportiert. Mercedes-Benz hat ein Werk in Alabama, ist aber ebenfalls stark auf den Export angewiesen. Analysten schätzen, dass 25-prozentige Zölle die deutschen Hersteller zusammen bis zu 6,14 Milliarden Euro jährlich kosten könnten – eine gewaltige Belastung für die gesamte Branche.
Die Reaktion an der Börse war unmittelbar und deutlich: Bereits eine halbe Stunde nach Xetra-Eröffnung am 4. Mai 2026 notierten die Aktien von Mercedes-Benz, BMW, Volkswagen und Porsche allesamt zwischen drei und fünf Prozent im Minus. Der europäische Branchenindex der Automobilhersteller und Zulieferer hat damit seit Jahresbeginn bereits mehr als 13 Prozent an Wert verloren.
Der aktuelle Kursrückgang folgt auf eine Reihe von Belastungsfaktoren für die deutsche Autoindustrie: Neben den Zolldrohungen kämpfen die Hersteller mit schwächelnder Inlandsnachfrage, dem schwierigen Übergang zur Elektromobilität und verschärftem Wettbewerb durch chinesische Hersteller wie BYD und SAIC. Mehr zur wirtschaftlichen Gesamtlage: PMI Deutschland April 2026: Wirtschaft bricht ein.
Die Europäische Union reagierte entschlossen: Ein Sprecher der EU-Kommission betonte, die EU behalte sich alle Optionen vor, um die wirtschaftlichen Interessen Europas zu schützen. Konkrete Gegenmaßnahmen könnten Zölle auf US-amerikanische Exporte in die EU umfassen, etwa auf Landmaschinen, Agrargüter oder Technologieprodukte. Die Bundesregierung zeigte sich alarmiert und forderte eine schnelle und geeinte EU-Reaktion.
Für die deutsche Politik steht nun die Frage im Raum, ob Trumps Eskalation eine direkte Antwort auf die Kritik von Bundeskanzler Merz darstellt. Beobachter in Washington und Brüssel sehen in Timing und Wortwahl der Trump-Ankündigung deutliche Hinweise auf einen politischen Zusammenhang. Bisherige EU-Zoll-Entwicklungen: Trump 25% Zölle EU-Autos: Porsche und Audi besonders betroffen.
Die deutschen Autohersteller beschäftigen rund 800.000 Menschen direkt und sind der wichtigste Industriezweig Deutschlands. Sollten die angedrohten Zölle eingeführt werden, dürften die Mehrkosten letztlich auch an Verbraucher weitergegeben werden – sowohl in den USA durch höhere Fahrzeugpreise als auch in Europa durch Gegenmaßnahmen. Das ifo-Institut und andere Wirtschaftsforscher hatten bereits gewarnt, dass eine vollständige Umsetzung der US-Handelspolitik Deutschland in eine tiefere Rezession treiben könnte.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu