Sommerferien bringen deutlich mehr Stau auf Hessens Autobahnen

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Die Sommerferien 2026 haben auf den hessischen Autobahnen deutlich mehr Verkehrsbehinderungen gebracht als ein Jahr zuvor. Nach einer aktuellen Auswertung des ADAC Hessen-Thüringen summierte sich die Dauer der registrierten Staus und stockenden Verkehre über die sechs Ferienwochen auf rund 5.350 Stunden. Das waren nach Angaben des Automobilclubs etwa 41 Prozent mehr als während der Sommerferien 2025. Auch die zusammengerechnete Staulänge nahm zu. Sie erreichte knapp 10.800 Kilometer, nach rund 9.200 Kilometern im Vorjahr.

Die hessischen Sommerferien liefen 2026 vom 29. Juni bis zum 7. August. Der deutliche Anstieg fällt besonders auf, weil die bundesweite Entwicklung wesentlich moderater ausfiel. Der ADAC registrierte über den gesamten deutschen Sommerferienzeitraum zwar mehr Verkehrsstörungen als 2025, die gesamte Staudauer stieg bundesweit jedoch nur leicht.

Baustellen auf A7 und A3 verschärfen die Verkehrslage

Als wesentlichen Grund für die deutliche Zunahme in Hessen nennt der ADAC mehrere größere Baustellen, die im Sommer 2025 noch nicht in dieser Form bestanden. Besonders betroffen war die A7 zwischen Fulda und Würzburg. Auf dieser Verbindung summierte sich die Staudauer während der hessischen Ferien auf 357 Stunden. Teilweise stand dem Verkehr auf der Strecke nur ein Fahrstreifen je Richtung zur Verfügung.

Zu den Engpässen gehörten Arbeiten im Bereich der Talbrücke Römershag. Dort war die Verkehrsführung nach Angaben der Autobahn GmbH ab dem 22. Juni 2026 wegen Verstärkungsarbeiten eingeschränkt worden. Zeitweise stand in beiden Richtungen jeweils nur eine Fahrspur zur Verfügung. Weitere Bauarbeiten liefen im Verlauf des Jahres an mehreren Abschnitten der A7.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der A3 zwischen dem Mönchhofdreieck und dem Wiesbadener Kreuz. Dort erneuert die Autobahn GmbH seit dem Frühjahr einen rund 4,2 Kilometer langen Fahrbahnabschnitt grundlegend. Die Bauarbeiten sollen nach derzeitiger Planung bis Ende Oktober 2026 dauern. Während der Arbeiten wird der Verkehr auf verengten Fahrstreifen durch den Baustellenbereich geführt. Die Strecke gehört mit rund 130.000 Fahrzeugen pro Tag zu den besonders stark belasteten Abschnitten im Rhein-Main-Gebiet.

26 Kilometer Stau auf der A3

Auf der A3 wurde während der hessischen Sommerferien auch der längste einzelne Stau registriert. Am Freitag, 17. Juli, erreichte er nach Angaben des ADAC eine Länge von 26 Kilometern. Das Wochenende vom 17. bis 19. Juli entwickelte sich zugleich zum staureichsten Wochenende der hessischen Ferien. Zusammengerechnet wurden innerhalb dieser drei Tage knapp 400 Staustunden registriert.

Das hohe Verkehrsaufkommen an diesem Wochenende war kein rein hessisches Phänomen. Am 17. Juli begann zugleich die große Reisewelle zum Ferienstart in Nordrhein-Westfalen. Bundesweit registrierte der ADAC an diesem Wochenende 4.324 Staus und damit den höchsten Wochenendwert während der Sommerferien 2026. Gerade die überregionalen Fernverbindungen waren durch die Überlagerung von Berufsverkehr, Ferienverkehr und Baustellen stark belastet.

In Hessen fiel zudem bereits der Beginn der Ferien besonders staureich aus. Für den Zeitraum vom Freitag, 26. Juni, bis Sonntag, 5. Juli, summierte der ADAC mehr als 1.000 Staustunden. Schon vor Ferienbeginn hatte der Club insbesondere vor Behinderungen auf A3, A5 und A7 sowie an zahlreichen Baustellen gewarnt.

Unfallanteil an den Staustunden nicht gesondert ausgewiesen

Baustellen sind damit der zentrale Faktor, den der ADAC für den starken Anstieg in Hessen nennt. Eine gesonderte Angabe dazu, wie viele der insgesamt rund 5.350 Staustunden auf Unfälle, liegengebliebene Fahrzeuge oder andere einzelne Ereignisse zurückgingen, enthält die aktuelle Ferienbilanz nicht. Unfälle können auf stark ausgelasteten Autobahnen zusätzliche Rückstaus verursachen, für den deutlichen Anstieg gegenüber 2025 verweist der ADAC jedoch vor allem auf die Baustellensituation.

Bereits vor Ferienbeginn waren bundesweit rund 1.000 Baustellen auf Autobahnen verzeichnet worden. Für Hessen hatte der ADAC unter anderem Abschnitte der A3, A4, A5, A7, A45, A60 und A66 als besonders staugefährdet eingestuft. Dazu gehörten das Mönchhofdreieck und das Wiesbadener Kreuz sowie die wichtige Nord-Süd-Verbindung der A7 zwischen Fulda und Würzburg.

Hessen entwickelt sich schlechter als der Bundestrend

Deutschlandweit fällt die Sommerbilanz weniger deutlich aus als in Hessen. Über den gesamten Ferienzeitraum einschließlich der Wochentage registrierte der ADAC 128.849 Staus. Das waren gut acht Prozent mehr als im Vorjahr. Die zusammengerechnete Staulänge stieg um rund vier Prozent auf 217.727 Kilometer. Die gesamte Staudauer erhöhte sich dagegen lediglich um etwa ein Prozent auf rund 124.262 Stunden.

Auch die Wochenenddaten zeigen, dass mehr Staus nicht automatisch längere Wartezeiten bedeuten. An den Ferienwochenenden wurden bundesweit 45.663 Staus gezählt, rund sechs Prozent mehr als 2025. Die Staulänge blieb mit 85.701 Kilometern nahezu unverändert, während die Staudauer sogar leicht auf 49.348 Stunden zurückging. Hessen wich mit einem Plus von 41 Prozent bei den Staustunden damit deutlich von der bundesweiten Entwicklung ab. Die Zeiträume der Landesbilanz und der bundesweiten Sommerauswertung sind allerdings unterschiedlich und deshalb nicht unmittelbar miteinander gleichzusetzen.

So entstehen die Kilometerangaben der Staubilanz

Die knapp 10.800 Kilometer Stau bedeuten nicht, dass es gleichzeitig eine entsprechend lange Fahrzeugschlange auf Hessens Autobahnen gab. Der ADAC addiert für seine Bilanz die einzelnen registrierten Verkehrsstörungen. Grundlage sind sogenannte Floating Car Data, also anonymisierte Positions- und Geschwindigkeitsinformationen aus Fahrzeugflotten, Navigationssystemen und Apps.

Als Verkehrsstörung erfasst der ADAC Abschnitte, auf denen sich Fahrzeuge über einen festgelegten Zeitraum erheblich langsamer als im freien Verkehr bewegen. Geschwindigkeiten zwischen 20 und 40 Kilometern pro Stunde werden als stockender Verkehr gewertet, Werte unter 20 Kilometern pro Stunde als Stau. Für die Kilometerbilanz werden Verkehrsstörungen ab einem Kilometer Länge berücksichtigt, wobei jeweils die größte räumliche Ausdehnung eines Ereignisses zählt. Die Staustunden ergeben sich aus der summierten Dauer der einzelnen Ereignisse.

Damit zeigen die Zahlen vor allem, wie stark die hessischen Autobahnen während der Sommerferien 2026 zeitlich und räumlich belastet waren. Besonders die Baustellen auf den wichtigen Fernverkehrsrouten A3 und A7 sorgten dafür, dass die Ferienbilanz deutlich ungünstiger ausfiel als ein Jahr zuvor.

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