
Bei einem Straßenbahnunfall in Berlin-Neu-Hohenschönhausen sind am Dienstagvormittag 20 Menschen verletzt worden. Nach Feuerwehrangaben, über die mehrere Medien übereinstimmend berichteten, erlitten drei Personen schwere Verletzungen, 17 weitere wurden leicht verletzt. Zwölf Menschen kamen demnach zur weiteren Behandlung in umliegende Krankenhäuser. Lebensgefährliche Verletzungen wurden zunächst nicht gemeldet.
Der Unfall ereignete sich gegen 9.40 Uhr im Bereich Wartenberger Straße und Arnimstraße im Bezirk Lichtenberg. Betroffen war eine Straßenbahn der Linie M17. Nach ersten Angaben kam die Tram in einer Kurve von den Gleisen ab. Dabei soll ein Teil des Fahrzeugs gegen einen Mast der Oberleitung geraten sein. Die rechte Seite der Bahn wurde stark beschädigt, der hintere Teil sprang aus dem Gleis.
Die Berliner Feuerwehr rückte mit zahlreichen Einsatzkräften aus. Vor Ort wurden Verletzte gesichtet, versorgt und teilweise in Krankenhäuser gebracht. Die Einsatzkräfte lösten nach Medienberichten das Stichwort für einen Massenanfall von Verletzten aus. Die Polizei nahm den Unfall auf, auch Fachleute der Berliner Verkehrsbetriebe und der Technischen Aufsichtsbehörde waren an der Unfallstelle.
Die BVG bestätigte am Dienstag, dass sie mit eigenen Fachkräften vor Ort war. Der Fahrstrom wurde abgeschaltet. Die beschädigte Tram konnte zunächst nicht einfach abtransportiert werden. Nach Angaben der BVG mussten die Bergung und die Reparatur der beschädigten Oberleitungsanlagen eng mit externen Fachfirmen abgestimmt werden.
Unklar blieb zunächst, warum die Straßenbahn entgleiste. Offiziell bestätigt war zunächst nur, dass die Unfallaufnahme lief und die Ursache geprüft wird. Die BVG äußerte sich am Dienstag nicht abschließend zum Hergang.
Einzelne Medien berichteten unter Berufung auf Zeugenaussagen, die Tram könne vor der Entgleisung zu schnell unterwegs gewesen sein. Eine unabhängige amtliche Bestätigung dafür lag zunächst nicht vor. Die Frage der Geschwindigkeit ist damit Teil der laufenden Aufklärung, aber kein gesicherter Befund.
Die Bergungsarbeiten begannen am Dienstagnachmittag und liefen nach Medienberichten bis in die Nacht. Die BVG teilte mit, dass beschädigte Oberleitungsanlagen und Maste repariert werden müssen. Nach aktuellem Stand rechnete die BVG mit mindestens 48 Stunden für Bergungs- und Instandsetzungsarbeiten. Den Medienberichten zufolge könnten die Gleise frühestens ab Freitag wieder befahrbar sein.
Für Fahrgäste bedeutet der Unfall erhebliche Einschränkungen. Die Linien M5 und M17 sind im betroffenen Abschnitt unterbrochen. Die BVG richtete Ersatzverkehr mit Bussen ein.
Der Unfall traf eine wichtige Straßenbahnverbindung im Berliner Osten. Die Linie M17 verbindet unter anderem Falkenberg mit Adlershof, die Linie M5 ist ebenfalls von der Unterbrechung betroffen. Für viele Fahrgäste in Neu-Hohenschönhausen und angrenzenden Stadtteilen sind die Tramlinien zentrale Verbindungen im Alltag.
Die weiteren Untersuchungen sollen klären, wie es zu der Entgleisung kommen konnte. Erst danach wird sich belastbar sagen lassen, ob menschliches Verhalten, technische Probleme oder die Infrastruktur eine Rolle gespielt haben.
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