Stuttgart 21 rückt weiter in die Ferne

Baustelle auf der A59 bei Köln dauert länger als geplant
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Stuttgart 21 wird für die Deutsche Bahn erneut zur Belastungsprobe. Der neue Tiefbahnhof in Stuttgart soll nach aktuellen Informationen erst Ende 2031 in Betrieb gehen. Zugleich zeichnet sich ein deutlich höherer Kostenrahmen ab. Der Lenkungskreis der Projektpartner befasst sich heute mit dem neuen Zeitplan, den Ursachen der Verzögerung und den finanziellen Folgen.

Neuer Termin: Tiefbahnhof wohl erst Ende 2031

Die Inbetriebnahme von Stuttgart 21 verschiebt sich voraussichtlich um weitere fünf Jahre. Nach Angaben aus dem Umfeld des Bundestags-Verkehrsausschusses und nach Medienberichten peilt die Bahn nun Dezember 2031 an. Damit wäre auch der zuletzt geplante Start Ende 2026 endgültig vom Tisch. Offiziell bestätigt war zunächst nur, dass die Bahn im Lenkungskreis das neue Inbetriebnahmekonzept und die Gründe für die Verzögerung erläutern will. Der bestehende Kopfbahnhof soll nach bisherigen Angaben übergangsweise weiter genutzt werden.

Kosten könnten auf rund 14,5 Milliarden Euro steigen

Neben dem Zeitplan geht es heute auch um die Finanzierung. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur rechnet die Bahn mit zusätzlichen Kosten von rund drei Milliarden Euro. Damit könnten sich die Gesamtkosten auf etwa 14,5 Milliarden Euro erhöhen. Der bisherige Finanzierungsrahmen lag bei 11,453 Milliarden Euro. Der Betrag war bereits mehrfach angehoben worden. Die neue Summe ist damit ein weiterer deutlicher Sprung bei einem Projekt, das ursprünglich mit deutlich niedrigeren Kosten geplant worden war.

Digitalisierung und Technik bremsen das Projekt

Als zentrale Gründe für die erneute Verzögerung gelten Probleme bei Planung, Technik und Digitalisierung. Stuttgart 21 ist eng mit dem Digitalen Knoten Stuttgart verbunden. Dabei sollen Züge künftig digital gesteuert werden. Nach bisherigen Informationen bereiten unter anderem Leit- und Sicherungstechnik, Energieversorgung, Kabelarbeiten und ein Technikgebäude Schwierigkeiten. Auch Planungsprozesse sollen nicht den nötigen Reifegrad erreicht haben. Die genauen Hintergründe blieben zunächst offen, sollen aber im Lenkungskreis genauer erläutert werden.

Wer die Mehrkosten tragen muss

Die finanziellen Folgen treffen vor allem die Deutsche Bahn. Der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg hatte 2025 entschieden, dass Land Baden-Württemberg, Stadt Stuttgart, Verband Region Stuttgart und Flughafen Stuttgart keine weiteren Mehrkosten übernehmen müssen. Der Finanzierungsvertrag aus dem Jahr 2009 regelt nur den damaligen Rahmen von rund 4,5 Milliarden Euro. Für weitere Kosten war lediglich vereinbart, dass Gespräche aufgenommen werden. Ein Anspruch der Bahn auf zusätzliche Zahlungen der Partner besteht demnach nicht.

Bedeutung für Fahrgäste und Stadt

Für Reisende bedeutet die neue Verzögerung vor allem, dass Stuttgart noch über Jahre mit Übergangslösungen, Baustellen und einem komplizierten Bahnknoten leben muss. Der neue Tiefbahnhof sollte den Verkehr langfristig neu ordnen und kürzere Wege ermöglichen. Bis dahin bleibt offen, wie stabil der Betrieb während der weiteren Bau- und Testphase organisiert werden kann. Politisch wächst der Druck auf die Bahn, einen belastbaren Zeitplan vorzulegen und die Ursachen der erneuten Verschiebung nachvollziehbar zu erklären.

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