UniCredit kritisiert Commerzbank-Geschäftsmodell: Scharfe Kritik im Übernahmestreit

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Bild von Willfried Wende auf Pixabay

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UniCredit hat das Geschäftsmodell der Commerzbank in einer Präsentation scharf kritisiert und damit den Druck im Übernahmestreit weiter erhöht. Die italienische Großbank ist bereits mit einem Direktanteil von 26 Prozent der größte Aktionär der Commerzbank und hat insgesamt Zugriff auf knapp unter 30 Prozent der Anteile. In dem Dokument wirft UniCredit dem Frankfurter Institut eine „Geschichte operativer Underperformance“ vor. Das Tauschangebot, das UniCredit Mitte März 2026 angekündigt hat, bewertet die Commerzbank mit rund 35 Milliarden Euro.

UniCredit kritisiert Commerzbank-Geschäftsmodell als strukturell schwach

In einer Präsentation mit dem Titel „Commerzbank. Ein neues Kapitel“ rechnet UniCredit schonungslos mit dem Frankfurter Konkurrenten ab. Die Commerzbank sei gemessen an ihren Fundamentaldaten inzwischen überbewertet und habe sich „zu sehr auf kurzfristigen Erfolg konzentriert“. Das Institut sei auf zukünftige Herausforderungen im Bankensektor unzureichend vorbereitet – fehlende Investitionen in Technologie und Digitalisierung werden dabei ebenso genannt wie ein mangelndes Wachstum im Kerngeschäft. UniCredit-Chef Andrea Orcel macht damit deutlich, dass er eine Fortführung des bisherigen Commerzbank-Modells für nicht zukunftsfähig hält. Die Kritik kommt zu einem Zeitpunkt, an dem das Übernahmeverfahren zunehmend an Fahrt gewinnt und die Commerzbank unter wachsendem Druck steht, den Aktionären eine klare Antwort auf das Angebot zu liefern.

UniCredit fordert Rückzug aus dem internationalen Geschäft

Besonders deutlich wird UniCredit beim Thema internationale Aktivitäten der Commerzbank: Diese seien überdimensioniert, fragmentiert, risikoreicher, operativ komplex und ineffizient. Die Bank solle ihren Fokus stattdessen auf das Kerngeschäft in Deutschland und Polen verstärken und das internationale Engagement konsequent zurückfahren. Bereits zuvor hatte UniCredit ihr offizielles Tauschangebot für sämtliche Commerzbank-Aktien angekündigt – mit einem Umtauschverhältnis von 0,485 UniCredit-Aktien je Commerzbank-Aktie. Das entspricht einem Preis von rund 30,80 Euro je Anteil und einer Gesamtbewertung der Commerzbank von etwa 35 Milliarden Euro. Analysten bewerten das Angebot als fair, wenngleich einige Marktteilnehmer einen höheren Aufschlag für gerechtfertigt halten.

Hauptversammlung am 4. Mai: UniCredit holt Aktionärszustimmung

Als nächsten konkreten Schritt plant UniCredit eine außerordentliche Hauptversammlung am 4. Mai 2026. Dort soll die Zustimmung der eigenen Aktionäre für die nötige Kapitalerhöhung eingeholt werden, die Voraussetzung für den formalen Abschluss der Übernahme ist. Ohne diese Zustimmung kann UniCredit das Tauschangebot nicht vollständig umsetzen. Bereits im Zuge der Übernahmediskussion hatte UniCredit angekündigt, in Deutschland bis zu 400 IT-Stellen abzubauen – was die Belegschaft der Commerzbank und die Gewerkschaft ver.di erheblich beunruhigt hat. Arbeitnehmervertreter fordern klare Zusagen zum Stellenerhalt.

Commerzbank lehnt Übernahme weiterhin ab und setzt auf Eigenständigkeit

Die Commerzbank hält an ihrer Ablehnung des UniCredit-Angebots fest. Das Management sieht keinen Mehrwert in einer Übernahme und betont, man wolle die gesetzten strategischen Ziele eigenständig erreichen. Die Bank verweist auf ihre eigene Strategie, die auf Wachstum im Mittelstandsgeschäft, der Digitalisierung sowie auf verbesserte Kapitalrenditen setzt. Ob diese Strategie ausreicht, um den Widerstand gegen das Tauschangebot langfristig aufrechtzuerhalten, bezweifeln Kapitalmarktexperten. UniCredit versucht mit seiner Präsentation gezielt, institutionelle Aktionäre von der Notwendigkeit eines Kurswechsels zu überzeugen. Die endgültige Entscheidung dürfte in den kommenden Wochen fallen.

Quellen: Handelsblatt, finanzen.net, Börse Online, finanznachrichten.de, wirtschaftsticker.com

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