
Im Übernahmekampf um die Commerzbank erhöht Unicredit den Druck. Der italienische Bankkonzern hat ein formelles Übernahmeangebot für Deutschlands zweitgrößte Privatbank vorgelegt – und stößt dabei auf entschlossenen Widerstand von Vorstand, Betriebsrat und der Bundesregierung. Die Auseinandersetzung gilt als eine der größten Bankenübernahme-Schlachten in der Geschichte des deutschen Finanzmarkts.
Das formelle Angebot von Unicredit sieht einen Aktientausch vor: Je Commerzbank-Aktie sollen Aktionäre 0,485 Unicredit-Aktien erhalten, was einem Wert von rund 30,80 Euro je Aktie und einem Gesamtvolumen von etwa 35 Milliarden Euro entspricht. Damit will Unicredit-Chef Andrea Orcel die vollständige Kontrolle über das Frankfurter Geldhaus erlangen.
Bereits heute hält Unicredit direkt 26,77 Prozent der Commerzbank-Anteile und hat über Finanzinstrumente Zugriff auf weitere 3,22 Prozent – insgesamt also knapp 30 Prozent. Inklusive aller Stimmrechtspositionen soll der Anteil bei rund 32,64 Prozent liegen. Um die für die Kapitalerhöhung nötige Zustimmung zu erhalten, hat Unicredit eine außerordentliche Hauptversammlung für den 4. Mai 2026 einberufen.
Auch andere große Übernahmen in der deutschen Medienlandschaft haben zuletzt für Aufsehen gesorgt: So durfte RTL Sky Deutschland übernehmen, nachdem die EU-Kommission grünes Licht gegeben hatte.
Die Bundesregierung stellt sich klar gegen eine feindliche Übernahme. Das Bundesfinanzministerium betonte, man unterstütze die Strategie der Unabhängigkeit der Commerzbank. Die Bundesregierung hält selbst rund 12 Prozent der Commerzbank-Anteile und lehnt einen Verkauf dieser Beteiligung ab. Eine Übernahme durch Unicredit, so die Position, würde einem systemrelevanten Institut schaden.
Auch die Commerzbank selbst geht auf Konfrontationskurs. Das Institut weist Unicredits Darstellungen als irreführend zurück und kritisiert die feindliche Taktik des Bieters. In einem offiziellen Statement heißt es, das Vorgehen untergrabe das für das Bankgeschäft notwendige Vertrauen und schade den Interessen aller Beteiligten.
Besonders scharf reagiert der Betriebsrat der Commerzbank. Betriebsratschef Sascha Uebel bezeichnete das Übernahmeangebot als Unverschämtheit und das Vorgehen insgesamt als geschäftsschädigend. Der Betriebsrat kündigte an, sich mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln gegen die Pläne zu wehren. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter befürchten bei einer Fusion Stellenabbau und Umstrukturierungen.
Unicredit-Chef Andrea Orcel signalisierte laut Berichten, seinen Übernahmeversuch auf Eis legen zu wollen, falls das Angebot keine Kontrolle über die Commerzbank sichern sollte. Gleichzeitig verschärfte Orcel die Kritik am Commerzbank-Modell und verwies auf strukturelle Schwächen. In den kommenden Wochen dürfte sich entscheiden, ob Unicredit seine Pläne weiterverfolgt oder vorerst zurückruft.
Quellen: ZDF heute, Börsen-Zeitung, Bloomberg, Finanzministerium, Commerzbank
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