
Die Zscaler Aktie ist am Donnerstag erneut deutlich unter Druck geraten. Der Kurs des US-Cybersicherheitsunternehmens fiel auf rund 134 Dollar und entfernte sich damit weiter von den Niveaus, die vor den jüngsten Quartalszahlen erreicht worden waren. Die Bewegung wirkt auf den ersten Blick widersprüchlich, denn die Zahlen für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026 fielen operativ stark aus.
Zscaler meldete für das Quartal bis zum 30. April 2026 einen Umsatz von 850,5 Millionen US-Dollar. Das entsprach einem Plus von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch der jährlich wiederkehrende Umsatz, eine wichtige Kennzahl für Softwareunternehmen mit Abomodellen, stieg um 25 Prozent auf 3,525 Milliarden Dollar. Dennoch überwog am Markt die Skepsis.
Der Grund liegt weniger im abgelaufenen Quartal als im Blick nach vorn. Anleger hatten nach dem starken Lauf vieler Cybersecurity- und KI-naher Softwaretitel offenbar mehr erwartet. Zscaler hob zwar die Jahresprognose an. Zugleich enttäuschte der Ausblick auf das laufende Schlussquartal Teile des Marktes. Hinzu kam ein niedrigerer erwarteter Free-Cashflow-Spielraum für das Gesamtjahr.
Die Quartalszahlen zeigen zunächst ein weiter wachsendes Unternehmen. Neben dem Umsatzplus auf 850,5 Millionen Dollar legte Zscaler beim bereinigten Gewinn je Aktie auf 1,08 Dollar zu. Im Vorjahresquartal hatte der bereinigte Gewinn je Aktie bei 0,84 Dollar gelegen. Die bereinigte operative Marge erreichte 23 Prozent. Das Unternehmen sprach selbst von einem Rekordwert.
Nach Rechnungslegungsstandard GAAP blieb Zscaler allerdings defizitär. Der Nettoverlust belief sich auf 13,9 Millionen Dollar. Im Vorjahreszeitraum hatte der Verlust 4,1 Millionen Dollar betragen. Dieser Unterschied ist für die Einordnung wichtig, weil viele Softwareunternehmen parallel bereinigte Ergebnisgrößen ausweisen, die unter anderem aktienbasierte Vergütung oder bestimmte Übernahmekosten ausklammern.
Auch beim Cashflow blieb das Bild gemischt. Der operative Cashflow lag im Quartal bei 198,0 Millionen Dollar nach 211,1 Millionen Dollar im Vorjahr. Der freie Cashflow stieg dagegen auf 136,0 Millionen Dollar. Im Vorjahresquartal waren es 119,5 Millionen Dollar gewesen.
Für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2026 erwartet Zscaler einen Umsatz zwischen 875 und 878 Millionen Dollar. Das entspräche einem Wachstum von rund 22 Prozent. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll bei 1,08 bis 1,09 Dollar liegen.
Für das Gesamtjahr stellte Zscaler einen Umsatz von rund 3,3295 bis 3,3325 Milliarden Dollar in Aussicht. Zuvor hatte die Spanne bei 3,309 bis 3,322 Milliarden Dollar gelegen. Auch beim jährlich wiederkehrenden Umsatz wurde die Prognose leicht angehoben. Zscaler erwartet nun 3,740 bis 3,749 Milliarden Dollar.
Belastend wirkte jedoch der Blick auf die Free-Cashflow-Marge. Hier rechnet das Unternehmen nun mit etwa 22,8 bis 23,3 Prozent. Zuvor hatte Zscaler eine deutlich höhere Spanne von 26,5 bis 27 Prozent erwartet. Das Unternehmen verwies dabei auf höhere Investitionsausgaben, die gemessen am Umsatz im hohen einstelligen Prozentbereich liegen sollen.
Die negative Kursreaktion zeigt, wie hoch die Erwartungen an Zscaler inzwischen waren. Der Konzern wächst weiter kräftig, doch das Wachstumstempo lässt nach. Für das vierte Quartal liegt die erwartete Wachstumsrate beim Umsatz bei rund 22 Prozent. Im dritten Quartal waren es noch 25 Prozent.
Besonders sensibel reagieren Anleger derzeit auf Softwareunternehmen, deren Bewertungen stark von künftigen Wachstumsraten abhängen. Wenn ein Unternehmen zwar gute Zahlen liefert, aber beim Ausblick nicht klar über den Erwartungen liegt, kann das an der Börse reichen, um Verkaufsdruck auszulösen.
Bei Zscaler kamen mehrere Faktoren zusammen. Der Quartalsumsatz lag über den Markterwartungen. Der bereinigte Gewinn je Aktie fiel ebenfalls besser aus als erwartet. Der Ausblick auf den Umsatz im vierten Quartal blieb jedoch knapp hinter einzelnen Konsensschätzungen zurück. Zudem belastete der niedrigere Free-Cashflow-Ausblick für das Gesamtjahr die Bewertung.
Eine zusätzliche Rolle spielt die Frage, wie stark das organische Wachstum ausfällt. Zscaler weist für das dritte Quartal ein ARR-Wachstum von 25 Prozent aus. Ohne den Beitrag der übernommenen Red Canary lag das ARR-Wachstum nach Unternehmensangaben bei 21 Prozent. Diese Unterscheidung ist für Investoren wichtig, weil sie zeigt, welcher Teil der Dynamik aus dem bestehenden Geschäft und welcher Teil aus Übernahmen stammt.
Zscaler setzt weiter auf den Ausbau seiner Plattform für sogenannte Zero-Trust-Sicherheit. Dabei geht es um Sicherheitsarchitekturen, bei denen Nutzer, Geräte und Anwendungen nicht pauschal als vertrauenswürdig behandelt werden. Das Modell gewinnt in großen Unternehmen an Bedeutung, weil Anwendungen, Daten und Beschäftigte zunehmend über Cloudumgebungen, mobile Geräte und externe Netzwerke verteilt sind.
Gleichzeitig positioniert sich Zscaler stärker im Umfeld künstlicher Intelligenz. Das Unternehmen verweist auf Produkte und Übernahmen, die den Schutz von Daten, Anwendungen und KI-Agenten verbessern sollen. Für Anleger bleibt jedoch entscheidend, ob sich diese strategische Positionierung in dauerhaft höheren Wachstumsraten niederschlägt.
Der Fall Zscaler zeigt ein breiteres Muster an den US-Technologiemärkten. Cybersecurity bleibt ein strukturell wachsender Markt. Unternehmen müssen ihre Netzwerke, Cloudsysteme und Datenbestände gegen komplexere Angriffe absichern. Zugleich nimmt der Wettbewerb zu. Große Plattformanbieter, spezialisierte Sicherheitsunternehmen und neue KI-basierte Lösungen ringen um Budgets.
Für stark bewertete Softwareaktien reicht deshalb Wachstum allein nicht immer aus. Entscheidend ist, ob Umsatz, Profitabilität, Cashflow und Ausblick gleichzeitig überzeugen. Bei Zscaler war das Bild nicht schwach, aber auch nicht stark genug, um die hohen Erwartungen des Marktes zu erfüllen.
Die Aktie bleibt damit ein Beispiel für die angespannte Lage vieler wachstumsstarker Technologiewerte. Operativ liefert Zscaler weiter solide bis starke Kennzahlen. An der Börse zählt derzeit jedoch vor allem, ob das künftige Wachstum schneller ausfällt, als Anleger ohnehin schon eingepreist hatten.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu