Greven beschließt Haushalt 2026 mit wachsendem Defizit

Bürgermeisterwahl 2025 in greven: Drei Kandidaten, große Projekte, viel Streit. Alle Infos zu Aden, Kriegeskotte und Giebel – kompakt und verständlich.
Rathaus Greven, Architekt Dieter Oesterlen, Baujahr 1973. © Raimond Spekking / CC BY‑SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

Teilen:

Greven. Der Haushalt Greven 2026 ist beschlossen. Der Rat Greven stimmte dem Zahlenwerk einhellig zu, obwohl sich die Finanzlage Greven weiter verschlechtert. Für das kommende Jahr wird inzwischen ein Fehlbetrag von mehr als zehn Millionen Euro erwartet. Trotz dieses deutlichen Minus setzen Politik und Verwaltung auf umfangreiche Investitionen Greven in den kommenden Jahren.

Ursprünglich war für 2026 ein Defizit von rund 9,2 Millionen Euro kalkuliert worden. Nach aktueller Prognose liegt der Fehlbetrag jedoch höher. Hintergrund sind unter anderem geringere Gewerbesteuereinnahmen in Höhe von etwa zwei Millionen Euro. Gleichzeitig wird die Kreisumlage voraussichtlich um rund 1,1 Millionen Euro niedriger ausfallen. Unter dem Strich verschlechtert sich das Ergebnis dennoch weiter und erreicht einen achtstelligen Fehlbetrag.

Defizit wächst – Rücklagen gleichen Haushalt formal aus

Obwohl die Zahlen deutlich ins Minus rutschen, gilt der Haushalt formal als ausgeglichen. Möglich wird das durch einen sogenannten fiktiven Haushaltsausgleich: Der Fehlbetrag soll aus der Ausgleichsrücklage gedeckt werden. Damit bleibt die Kommune handlungsfähig, allerdings schrumpfen die finanziellen Reserven weiter.

Parallel dazu steigt die Verschuldung deutlich an. In der mittelfristigen Finanzplanung bis 2029 sind Investitionsdarlehen in dreistelliger Millionenhöhe vorgesehen. Zusätzlich werden umfangreiche Liquiditätskredite eingeplant, um laufende Ausgaben sicherzustellen. Die Entwicklung war bereits im Haupt- und Finanzausschuss vorgestellt worden.

Greven steht mit dieser Situation nicht allein da. Viele Kommunen in Nordrhein-Westfalen kämpfen derzeit mit angespannten Haushaltslagen. Über Jahre hinweg hatte Greven vergleichsweise stabile Ergebnisse erzielt. Diese Phase scheint nun vorerst beendet. Die finanziellen Spielräume werden enger, während Pflichtaufgaben und Sozialausgaben weiter steigen.

Historisches Investitionsvolumen geplant

Trotz der angespannten Finanzlage hält die Stadt an einem umfangreichen Investitionsprogramm fest. Für die kommenden Jahre ist ein Gesamtvolumen von rund 180 Millionen Euro vorgesehen. Dieses Paket umfasst unter anderem Projekte im Schul- und Sportbereich, Investitionen in ein Hallenbad sowie den Neubau des Rathauses.

Die Größenordnung der geplanten Maßnahmen ist für Greven außergewöhnlich. Der grundsätzliche politische Konsens, diese Investitionen umzusetzen, blieb auch in der Ratssitzung bestehen. Zugleich wurde deutlich, dass einzelne Projekte in den kommenden Monaten weiter diskutiert werden dürften.

Das lesen andere gerade

Insbesondere der geplante Rathausneubau sowie das Gesamtprojekt rund um den Emspark stehen im Fokus. Während der Neubau grundsätzlich als notwendig angesehen wird, werden Kostenentwicklung und Ausgestaltung kritisch hinterfragt. Auch Fragen zu Parkraumlösungen und Folgekosten spielen in der politischen Debatte eine Rolle.

Fraktionen stimmen zu – mit unterschiedlichen Akzenten

Alle im Rat vertretenen Fraktionen stimmten dem Haushalt 2026 zu. Dennoch verbanden mehrere Redner ihre Zustimmung mit klaren Hinweisen auf die angespannte Lage. Neben dem Hinweis auf die steigende Gesamtverschuldung von derzeit geplanten 125,8 Millionen Euro wurden zusätzliche Konsolidierungsanstrengungen angemahnt.

Mehrere Fraktionen betonten, dass bei freiwilligen Leistungen künftig noch genauer geprüft werden müsse, welche Vorhaben finanzierbar sind. Gleichzeitig wurde hervorgehoben, dass zentrale Bereiche wie Bildung, Jugend, Sport und soziale Angebote nicht geschwächt werden sollten.

Auch die Kostenentwicklung beim Rathausprojekt wurde mehrfach thematisiert. Angesichts steigender Baupreise wurden die bislang kalkulierten 63 Millionen Euro für den Neubau als kritisch hinterfragt. Gefordert wurden Transparenz, konsequentes Kostencontrolling und eine laufende Neubewertung der Annahmen.

Unterm Strich zeigte sich der Rat in neuer Zusammensetzung geschlossen in der Entscheidung für den Haushalt, zugleich aber mit spürbarer Sensibilität für die finanziellen Risiken. Wie sich die Projekte in den kommenden Jahren konkret entwickeln und welche Prioritäten gesetzt werden, dürfte die politische Diskussion in Greven weiterhin prägen.

Teilen:

Münster Map
Zum Aktivieren tippen
Route anzeigen

Mehr Beiträge:

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu