
Münster. In der Region Westfalen-Lippe ist die hausärztliche Versorgung so dünn wie in keiner anderen Region Deutschlands. Gleichzeitig gehört Münster zu den Städten mit besonders hoher Arztdichte. Das zeigen aktuelle Zahlen aus dem Bundesarztregister mit Stand vom 31. Dezember 2025.
Nach den aktuellen Daten kommen in Westfalen-Lippe rund 61 Hausärzte auf 100.000 Einwohner. Damit belegt die Region bundesweit den letzten Platz unter den Kassenärztlichen Vereinigungen. In der benachbarten Region Nordrhein liegt die Quote deutlich höher und erreicht mehr als 66 Hausärzte je 100.000 Einwohner.
Auch bei der Gesamtzahl der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten zeigt sich ein ähnliches Bild. In Westfalen-Lippe kommen rund 208 Mediziner auf 100.000 Einwohner. Damit liegt die Region im bundesweiten Vergleich auf einem der letzten Plätze. Nordrhein erreicht im Vergleich rund 245 Ärzte und Psychotherapeuten je 100.000 Einwohner und liegt damit deutlich weiter vorne.
Ein zusätzlicher Faktor ist die Altersstruktur der Ärzteschaft. In Westfalen-Lippe ist nahezu jeder fünfte Hausarzt älter als 65 Jahre. Viele Praxen stehen damit in den kommenden Jahren vor einem Generationenwechsel. Wenn sich keine Nachfolger finden, könnte sich die Versorgungslage insbesondere in kleineren Städten und ländlichen Regionen weiter verschärfen.
Ganz anders stellt sich die Situation im Oberzentrum Münster dar. Laut Bundesarztregister gehört die Stadt zu den besonders gut versorgten Standorten im ambulanten Bereich. In Münster kommen mehr als 350 niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten auf 100.000 Einwohner. Damit liegt die Stadt bundesweit in einer Spitzengruppe von Universitäts- und Oberzentren.
Auch die Bedarfsplanungsdaten der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe zeigen eine vergleichsweise komfortable Situation. Für den Mittelbereich Münster wird bei den Hausärzten ein Versorgungsgrad von 115,4 Prozent ausgewiesen. Formal gilt der Bereich damit als überversorgt, zusätzliche Niederlassungen sind nach der aktuellen Planung derzeit nicht vorgesehen.
Die Zahlen zeigen eine deutliche Ungleichverteilung innerhalb Westfalen-Lippes. Während Münster als Universitäts- und Medizinstandort sehr gut aufgestellt ist, kämpfen viele andere Städte und Kreise mit einer deutlich geringeren Arztdichte.
Für Patienten kann das spürbare Folgen haben. In Regionen mit wenigen Hausärzten steigen häufig die Wartezeiten auf Termine, und Patienten müssen längere Wege zu Praxen in Kauf nehmen.
Hinzu kommt ein struktureller Wandel in der ambulanten Versorgung. Immer mehr Ärztinnen und Ärzte arbeiten heute in Teilzeit oder in Anstellungsverhältnissen statt in eigener Praxis. Dadurch steigt zwar die Zahl der registrierten Mediziner, die verfügbare Behandlungszeit pro Arzt sinkt jedoch teilweise.
Die Diskussion über Nachwuchsgewinnung, Praxisnachfolge und eine bessere Verteilung von Hausärzten dürfte daher in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen. Besonders in Regionen mit ohnehin geringer Arztdichte steht die medizinische Versorgung zunehmend im Fokus gesundheitspolitischer Debatten.
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