Nordrhein-Westfalen meldet weniger Straftaten, doch einige Delikte steigen deutlich

Münsteranerin ertappt mutmaßlichen Fahrraddieb am Bremer Platz
Symbolfoto

Teilen:

Düsseldorf. Die Kriminalstatistik NRW 2025 sendet ein gemischtes Signal. In Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der registrierten Straftaten im vergangenen Jahr insgesamt gesunken. Gleichzeitig legten ausgerechnet jene Deliktsbereiche zu, die gesellschaftlich besonders sensibel sind: Sexualstraftaten, häusliche Gewalt und Angriffe auf Polizeikräfte. Genau darin liegt die eigentliche Aussage dieser Statistik. Das Land verzeichnet unterm Strich weniger Kriminalität, aber die Entwicklung ist nicht in allen Bereichen beruhigend. 2025 wurden 1.356.972 Straftaten erfasst, das waren 41.680 weniger als im Vorjahr. Die Aufklärungsquote lag bei 53,7 Prozent.

Weniger Gesamtkriminalität, aber kein einheitlicher Trend

Auf den ersten Blick fällt die Bilanz für NRW günstiger aus als im Vorjahr. Die Polizei registrierte nicht nur weniger Straftaten, sondern auch weniger Tatverdächtige. 478.700 Menschen wurden 2025 als tatverdächtig erfasst, ebenfalls rund drei Prozent weniger als 2024. Auch bei mehreren klassischen Deliktsfeldern ging die Zahl zurück. Die Gewaltkriminalität sank auf 53.955 Fälle, beim Raub wurden 10.953 Fälle registriert. Wohnungseinbruchdiebstahl, Ladendiebstahl, Taschendiebstahl und Cybercrime lagen ebenfalls unter den Vorjahreswerten. Besonders markant fiel der Rückgang bei der Rauschgiftkriminalität aus. Dort weist die Statistik nur noch 35.517 Fälle aus, ein Minus von 27,5 Prozent. Das Innenministerium führt das vor allem auf den starken Rückgang von Cannabisdelikten nach den gesetzlichen Änderungen im Jahr 2024 zurück.

Auch bei jüngeren Tatverdächtigen zeigt die Statistik nach unten. 94.289 Tatverdächtige waren unter 21 Jahre alt, das entsprach einem Rückgang von 5,7 Prozent. Im Bereich schulischer Veranstaltungen wurden 11.474 Straftaten erfasst, das waren 16,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Damit deutet vieles darauf hin, dass der Rückgang der Gesamtkriminalität nicht nur von einzelnen Sondereffekten getragen wird, sondern sich über mehrere Felder erstreckt. Trotzdem wäre es zu einfach, die Jahresbilanz allein als Entspannung zu lesen. Denn gerade dort, wo Gewalt besonders nah an den Alltag rückt, zeigt die Statistik eine andere Richtung.

Dort, wo es besonders verletzlich wird, steigen die Zahlen

Besonders auffällig ist der Anstieg bei den Sexualstraftaten. In diesem Bereich registrierte die Polizei 32.144 Fälle und damit 5,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Das Handout nennt ausdrücklich Zuwächse bei Vergewaltigung und beim sexuellen Missbrauch von Kindern. Allein bei Vergewaltigung wurden 3.718 Fälle gezählt, beim sexuellen Missbrauch von Kindern 4.544. Hinter diesen Zahlen stehen tausende Betroffene. Bei den Sexualstraftaten insgesamt wurden 19.956 Opfer registriert, 85,1 Prozent davon waren weiblich.

Leicht, aber politisch und gesellschaftlich hochrelevant, stieg auch die häusliche Gewalt. Die Statistik weist 61.899 Fälle aus, 493 mehr als im Jahr zuvor. Erfasst wurden 67.508 Opfer, mehr als 71 Prozent davon weiblich. Zugleich stiegen die Fälle von Widerstand gegen oder tätlichem Angriff auf die Staatsgewalt auf 10.371. Besonders bemerkenswert ist dabei der Blick auf die betroffenen Polizeikräfte: 16.389 Polizeivollzugsbeamtinnen und Polizeivollzugsbeamte wurden 2025 Opfer einer Widerstandshandlung, ein Plus von 11,7 Prozent. Hinzu kommt ein Anstieg bei Mord und Totschlag auf 508 Fälle. Die NRW-Statistik erzählt damit keine einfache Erfolgsgeschichte. Sie zeigt vielmehr, dass sinkende Gesamtzahlen und wachsende Belastung in besonders schweren Deliktsbereichen gleichzeitig möglich sind. Genau das macht diese Bilanz für 2025 so relevant.

Teilen:

Münster Map
Zum Aktivieren tippen
Route anzeigen

Mehr Beiträge:

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu