
Air France-KLM, Europas zweitgrößter Luftfahrtkonzern, steht laut den am 30. April 2026 veröffentlichten Quartalszahlen vor einer massiven Kostenwelle. Der Konzern muss nach eigenen Angaben im Gesamtjahr 2026 mit einer Treibstoffrechnung von rund 9,3 Milliarden Dollar rechnen – rund 2,4 Milliarden Dollar mehr als im Vorjahr. Um die Belastung abzufedern, plant Air France-KLM Preiserhöhungen auf Langstreckenflügen und eine Reduzierung des geplanten Kapazitätswachstums.
Im ersten Quartal 2026 soll der Konzernumsatz laut Unternehmensangaben um 4,4 Prozent auf rund 7,5 Milliarden Euro gestiegen sein. Das operative Ergebnis lag nach Angaben des Unternehmens bei minus 27 Millionen Euro – im Vergleich zum Vorjahreszeitraum eine spürbare Verbesserung. Das Nettoergebnis belief sich laut Berichten auf minus 252 Millionen Euro, nach minus 249 Millionen Euro im ersten Quartal 2025. Der Umsatzanstieg spiegelt nach Konzernangaben eine anhaltend solide Nachfrage nach Flugreisen wider, die jedoch von den explodierenden Treibstoffkosten überkompensiert wird.
Dabei soll es erhebliche Unterschiede zwischen den beiden größten Konzernteilen geben: Air France verzeichnete nach Unternehmensangaben ein positives operatives Ergebnis von rund 11 Millionen Euro. Die niederländische Tochtergesellschaft KLM hingegen soll mit einem operativen Verlust von 114 Millionen Euro zu kämpfen gehabt haben. Wie das Unternehmen mitteilte, soll die positive Entwicklung bei Air France auf Effizienzmaßnahmen und einem verbesserten Streckenmix basieren.
Das zentrale Problem des Konzerns liegt beim Kerosinpreis. Air France-KLM kalkuliert laut Unternehmensangaben für das Gesamtjahr 2026 mit Treibstoffkosten von rund 9,3 Milliarden Dollar. Das entspricht einem Mehraufwand von 2,4 Milliarden Dollar gegenüber dem Vorjahr. Im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg sollen die Kerosinpreise deutlich nach oben getrieben worden sein, was die Planungen des Konzerns erheblich belastet. Allein für das zweite Quartal 2026 rechnet Air France-KLM nach Berichten mit einem Kerosin-Mehraufwand von rund 1,1 Milliarden Dollar.
Auch andere europäische Fluggesellschaften kämpfen mit dem Preisauftrieb beim Flugkraftstoff. Ryanair hat im Zusammenhang mit den steigenden Kerosinkosten Flugstreichungen für den Sommer 2026 angekündigt, wie zuletzt berichtet wurde. Die Entwicklung belastet den gesamten europäischen Luftfahrtmarkt und setzt Flughäfen und Airlines gleichermaßen unter Druck. Fraport hat ebenfalls einen umfangreichen Stellenabbau angekündigt, der unter anderem auf die angespannte Branchensituation zurückgeführt wird.
Die massiven Kostensteigerungen veranlassen Air France-KLM nach eigenen Angaben zu spürbaren Preiserhöhungen für Passagiere. Laut Berichten soll der Konzern auf Langstreckenflügen einen zusätzlichen Kerosinzuschlag von 50 Euro pro Hin- und Rückflug einführen. Wer über Air France oder KLM Interkontinentalflüge bucht, muss damit laut aktuellen Berichten bei vergleichbaren Routen mit deutlich höheren Gesamtpreisen rechnen. Kurzstrecken-Destinationen in Europa sollen nach Konzernangaben hingegen weniger stark betroffen sein.
Die Nachfrage nach beliebten europäischen Urlaubszielen wie Italien und Spanien bleibt nach Angaben des Unternehmens stabil. Branchenbeobachter gehen davon aus, dass Langstrecken-Passagiere die höheren Kerosinkosten stärker spüren werden als Kurzstreckenreisende, da der Treibstoffanteil bei Interkontinentalflügen prozentual deutlich höher liegt.
Als direkte Reaktion auf die anhaltende Kostensituation hat Air France-KLM seine Kapazitätsziele für das Gesamtjahr 2026 gesenkt. Das Kapazitätswachstum der Gesamtgruppe soll nun bei zwei bis vier Prozent liegen, statt der ursprünglich geplanten drei bis fünf Prozent. Auf Langstrecken soll das Angebot nun um zwei bis vier Prozent wachsen, statt wie zuvor angestrebt um rund vier Prozent. Diese Entscheidung soll laut Konzern dazu beitragen, die Kostenbelastung je geflogener Einheit zu senken.
Die Finanzmärkte reagierten nach Veröffentlichung der Q1-Zahlen zunächst positiv: Die Aktie soll nach Berichten um rund 1,8 Prozent zugelegt haben. Analysten blieben aber zurückhaltend: RBC Capital Markets soll das Kursziel von 11,50 auf 10,50 Euro gesenkt haben, bei der Einstufung Sector Perform. Die Deutsche Bank soll ihr Kursziel auf 9 Euro gekürzt haben mit der Empfehlung Hold. Ryanair hatte zuletzt trotz Rekordpassagierzahlen mit Gewinndruck zu kämpfen, was zeigt, wie stark der Kerosin-Preisanstieg die gesamte Branche belastet.
Quellen: airliners.de, aviation.direct, aerotime.aero, ideal-investisseur.fr, goldesel.de, ad-hoc-news.de
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