
Ashley Ellerin hatte an diesem Abend Pläne. Sie wollte ausgehen, sich mit Ashton Kutcher treffen, einem jungen Schauspieler, der damals gerade durch „That ’70s Show“ bekannt wurde. Es war der 21. Februar 2001, die Nacht der Grammy Awards in Los Angeles. Für Ellerin sollte es ein Abend in Hollywood werden, vielleicht ein Date, vielleicht eine weitere Begegnung in einem Leben, das sich zwischen Mode, Partys, Freundschaften und Zukunftsplänen bewegte.
Doch als Kutcher später an ihrem Haus in den Hollywood Hills ankam, öffnete niemand. Er klopfte. Er rief an. Er blickte durch ein Fenster und sah Flecken auf dem Boden, die er für verschütteten Rotwein hielt. Erst später wurde klar: Es war Blut. Ashley Ellerin war bereits tot. Die 22-jährige Modestudentin war in ihrem eigenen Zuhause erstochen worden. Jahre später wurde Michael Gargiulo für ihren Mord verurteilt, ein Mann, den die Medien später den „Hollywood Ripper“ nannten.
In vielen Berichten wurde Ashley Ellerin lange vor allem über Ashton Kutcher erzählt. Als „Kutchers Date“. Als „die Frau, die er abholen wollte“. Als Name in einem Promi-Kriminalfall. Doch diese Verkürzung wird ihr kaum gerecht.
Ashley Lauren Ellerin war 22 Jahre alt. Sie lebte in Los Angeles, studierte Mode und bewegte sich in einem jungen, kreativen Umfeld. Sie hatte Freunde, Pläne und den Wunsch, sich in der Modewelt etwas aufzubauen. Ihr Haus in den Hollywood Hills war ein Ort, an dem Menschen zusammenkamen. Genau diese Nähe zur jungen Hollywood-Szene machte den Fall später so öffentlichkeitswirksam. Aber die eigentliche Tragödie lag nicht darin, dass ein Prominenter an ihrer Tür stand. Sie lag darin, dass eine junge Frau in ihrem Zuhause getötet wurde, kurz bevor sie zu einem Abend aufbrechen wollte.
Ashton Kutcher sagte 2019 im Prozess gegen Michael Gargiulo aus. Seine Aussage wurde deshalb so aufmerksam verfolgt, weil er einer der letzten Menschen war, die Ashley Ellerin an diesem Abend noch erreichen wollten. Laut seiner Aussage hatte er mit ihr telefoniert. Ellerin habe ihm gesagt, sie habe gerade geduscht und föhne sich die Haare. Später fuhr Kutcher zu ihrem Haus. Er war verspätet. Als niemand reagierte, nahm er zunächst an, Ellerin sei verärgert oder bereits ohne ihn gegangen.
Dass Kutcher durch ein Fenster sah und die Flecken auf dem Boden nicht als Blut erkannte, wurde später zu einem der bekanntesten Details des Falls. In der Rückschau wirkt dieser Moment fast unerträglich: Der Schauspieler stand nur wenige Meter von einem Tatort entfernt, ohne zu wissen, was geschehen war. Für die Ermittlungen war seine Aussage wichtig, weil seine Fingerabdrücke an der Tür erklärt werden mussten. Verdächtig war Kutcher nicht. Er wurde zu einem Zeugen, weil er zur falschen Zeit an den richtigen Ort gekommen war.
Der Mann, der später für den Mord an Ashley Ellerin verurteilt wurde, war Michael Gargiulo. Er war kein völlig Fremder aus der Ferne. Nach Prozessdarstellungen war Gargiulo in Ellerins Umfeld aufgetaucht, nachdem er ihr beziehungsweise Menschen aus ihrem Umfeld bei einer Autopanne begegnet war. Später soll er immer wieder ihre Nähe gesucht haben. Genau dieses Muster machte den Fall so beklemmend: Der Täter kam nicht als anonymer Schatten aus der Großstadt, sondern als jemand, der sich scheinbar harmlos in der Umgebung seiner Opfer bewegte.
Die Staatsanwaltschaft Los Angeles stellte Gargiulo später als Mann dar, der Frauen beobachtete, ihre Nähe suchte und dann in privaten Räumen angriff. In Ashley Ellerins Fall brach er laut Anklage in ihr Haus in den Hollywood Hills ein und erstach sie. Die Tat geschah nicht auf offener Straße, nicht in einer dunklen Gasse, sondern an einem Ort, an dem sie sich sicher fühlen sollte.
Ashley Ellerin wurde am Morgen nach der Tat gefunden. Sie war mit zahlreichen Messerstichen getötet worden. In Medienberichten und Prozessdarstellungen ist von 47 Stichen die Rede. Die Brutalität der Tat wurde später zu einem zentralen Punkt im Verfahren gegen Gargiulo.
Der Fall blieb lange ungeklärt. Zwar gab es Hinweise, Kontakte und Spuren, doch der entscheidende Durchbruch kam erst Jahre später. Gargiulo wurde nicht unmittelbar nach dem Mord an Ellerin überführt. Erst ein weiterer Angriff brachte die Ermittler näher an ihn heran.
2008 griff Gargiulo in Santa Monica Michelle Murphy an. Sie überlebte, weil sie sich wehrte. Dabei verletzte sich Gargiulo selbst. Diese Verletzung wurde für die Ermittlungen wichtig, weil DNA-Spuren eine Verbindung zu ihm herstellten. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft halfen die DNA-Spuren und Details dieses Angriffs dabei, Gargiulo mit mehreren Taten in Verbindung zu bringen.
Damit veränderte sich auch der Blick auf den Mord an Ashley Ellerin. Aus einem ungelösten Hollywood-Fall wurde Teil einer größeren Serie. Gargiulo wurde später nicht nur wegen Ellerin verurteilt, sondern auch wegen des Mordes an Maria Bruno im Jahr 2005 und des versuchten Mordes an Michelle Murphy. Außerdem wurde im Verfahren auch ein älterer Fall aus Illinois thematisiert: der Tod der 18-jährigen Tricia Pacaccio im Jahr 1993, für den Gargiulo später separat angeklagt wurde.
2019 stand Michael Gargiulo in Los Angeles vor Gericht. Die Geschworenen befanden ihn wegen zweier Morde ersten Grades und eines versuchten Mordes für schuldig. Im Fall Ashley Ellerin sahen sie es als erwiesen an, dass Gargiulo in ihr Haus eingebrochen war und sie getötet hatte. Im Oktober 2019 empfahlen die Geschworenen die Todesstrafe. 2021 wurde Gargiulo schließlich zum Tod verurteilt.
Für die Öffentlichkeit war der Prozess auch deshalb spektakulär, weil Ashton Kutcher aussagte. Doch juristisch stand nicht Kutcher im Mittelpunkt, sondern Gargiulos mutmaßliches Muster. Die Anklage zeichnete das Bild eines Mannes, der sich in die Nähe junger Frauen brachte und sie in Momenten größter Verletzlichkeit angriff. Die Verteidigung bestritt die Vorwürfe, doch die Geschworenen folgten der Anklage.
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