TKMS Rekordauftrag: U-Boot-Bauer übertrifft Prognose

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Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der TKMS Rekordauftrag ist Realität: ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS), Deutschlands führender U-Boot-Bauer, hat seinen Auftragsbestand im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 auf 18,7 Milliarden Euro gesteigert. Nach einem Folgeauftrag aus Norwegen überstieg der Bestand laut Unternehmensangaben sogar die Marke von 22 Milliarden Euro – ein neuer Rekord. Der Rüstungsboom in Europa macht TKMS zu einem der am schnellsten wachsenden Verteidigungsunternehmen Deutschlands.

TKMS Rekordauftrag: Auftragsbestand springt auf 22 Milliarden Euro

Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres erzielte TKMS einen Umsatz von 545 Millionen Euro bei einer Bruttomarge von 17 Prozent. Das Management reagierte auf die starke Nachfrage und hob die Jahresprognose für das Umsatzwachstum deutlich an: von ursprünglich minus ein bis plus zwei Prozent auf nun plus zwei bis plus fünf Prozent. Der Auftragsbestand hatte bereits zum Ende des Quartals mit 18,7 Milliarden Euro einen Rekordwert erreicht. Durch einen Folgeauftrag im Rahmen des 212CD-Programms mit Norwegen – zwölf U-Boote insgesamt – kletterte der Bestand auf über 22 Milliarden Euro. Allein im Geschäftsjahr 2024/25 hatten sich die Neuaufträge auf 8,8 Milliarden Euro versechsfacht. TKMS profitiert damit unmittelbar von der europäischen Aufrüstungswelle, die durch den Krieg in der Ukraine und steigende Verteidigungsbudgets ausgelöst wurde.

Rüstungsboom treibt TKMS: Börsengang, MDAX und Kanada-Deal

Der Rüstungsboom beschleunigte auch den Kapitalmarktweg von TKMS: Im Oktober 2025 ging das Unternehmen zu einem Ausgabepreis von rund 60 Euro je Aktie an die Frankfurter Börse und erzielte dabei eine Marktkapitalisierung von etwa 3,8 Milliarden Euro. Im Januar 2026 folgte der Aufstieg in den MDAX. Analysten sehen das Kursziel inzwischen bei bis zu 125 Euro. Noch größerer Rückenwind könnte durch den kanadischen U-Boot-Auftrag entstehen: Kanada benötigt zwölf konventionelle Unterseeboote; der mögliche Vertragswert wird auf bis zu 37 Milliarden Euro geschätzt. TKMS ist einer der beiden verbliebenen Bieter; eine Vergabeentscheidung der kanadischen Regierung wird laut Unternehmensangaben zwischen Mai und Juni 2026 erwartet. Auch der Auftrag für das neue Forschungsschiff Polarstern und die Modernisierung von sechs U-Booten des Typs 212A für die Deutsche Marine stärken den Auftragsbestand. Parallel dazu baute die Bundeswehr ihren U-Boot-Bestand des Typs 212CD aus: Die Bestellung stieg von ursprünglich zwei auf nunmehr sechs Boote. Zuletzt erhielt TKMS als weltweit erstes Unternehmen eine offizielle Typgenehmigung für ein autonomes, unbemanntes Überwasserfahrzeug – ein weiterer Beleg für die Innovationskraft des Konzerns. Auch Rheinmetall drängt in den Markt und verhandelt über den Kauf der Kieler Marinewerft – ein Zeichen, wie attraktiv der Sektor geworden ist.

Wismar-Werft: 1.500 neue Jobs und 200 Millionen Euro Investitionen

Die Wachstumsstrategie von TKMS schlägt sich direkt in Beschäftigung nieder. Zu Jahresbeginn 2026 stellte der Konzern am Standort Wismar 140 neue Fachkräfte ein – eine der größten Einstellungswellen des Unternehmens. Aktuell arbeiten dort rund 400 Mitarbeitende; bis Ende 2029 sollen es gut 1.500 sein. Dafür investiert TKMS über 200 Millionen Euro in den Werftausbau, unter anderem in die Modernisierung der Halleninfrastruktur und eine neue Produktionslinie für Unterseeboote. Wismar soll zur Hybrid-Werft für U-Boote, Fregatten und Spezialschiffe werden – ein maritimer Rüstungsstandort, der auch überregional Ausstrahlungskraft besitzt. Engere Verbindungen zwischen Bundeswehr und Rüstungsindustrie zeigen sich auch bei anderen Projekten: Die Deutsche Marine setzt mit dem P-8A Poseidon auf einen neuen Seefernaufklärer und stärkt damit ihre Fähigkeiten im Atlantik und Nordmeer.

Ausblick: TKMS im Zentrum der deutschen Verteidigungsstrategie

ThyssenKrupp Marine Systems hat sich in wenigen Jahren von einem verlustträchtigen Konzernteil zur strategischen Schlüsselindustrie entwickelt. Der Rekordauftragsbestand, die erhöhte Prognose, der Jobaufbau und mögliche Großaufträge aus Kanada und Indien zeigen: TKMS steht im Zentrum der deutschen und europäischen Verteidigungsplanung. Mit dem Rüstungsboom als Rückenwind und einer klaren Investitionsagenda dürfte der U-Boot-Bauer auch in den kommenden Jahren einer der Wachstumstreiber der deutschen Industrie sein.

Quellen: n-tv, Süddeutsche Zeitung, Handelsblatt, CNBC, Bundeswehr-Journal, wismar.fm, hartpunkt.de, avronline.de

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