Rückschlag für Blue Origin nach Explosion auf Startanlage

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Grzegorz Walczak

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Blue Origin hat bei einem Test seiner Schwerlastrakete New Glenn einen schweren Zwischenfall erlebt. Während eines sogenannten Hotfire-Tests auf einer Startanlage in Florida kam es zu einer Explosion der unbemannten Rakete. Bei einem solchen Test werden Triebwerke gezündet, während die Rakete am Boden fixiert bleibt. Er dient dazu, Systeme vor einem geplanten Start unter realen Bedingungen zu prüfen.

Das Unternehmen bestätigte eine Anomalie während des Tests. Alle Beschäftigten seien erfasst worden. Verletzte wurden zunächst nicht gemeldet. Zur Ursache lagen zunächst keine gesicherten Angaben vor. Blue Origin kündigte an, weitere Informationen zu veröffentlichen, sobald mehr Erkenntnisse vorliegen.

Geplanter Satellitenstart rückt in den Hintergrund

Der betroffene Test stand im Zusammenhang mit Vorbereitungen für einen weiteren New-Glenn-Flug. Nach Angaben von Reuters sollte die Rakete bei einer kommenden Mission 48 Amazon-Leo-Satelliten in eine niedrige Erdumlaufbahn bringen. Diese Satelliten gehören zu Amazons geplantem Breitbandnetz im All, das im Wettbewerb mit bereits etablierten Konstellationen steht. Die Satelliten waren zum Zeitpunkt des Zwischenfalls nach Reuters-Angaben noch nicht auf der Rakete integriert.

Ob und wie stark sich der Vorfall auf den geplanten Start auswirkt, war zunächst nicht bestätigt. Klar ist aber, dass eine Explosion bei einem Bodentest in dieser Phase der Startvorbereitung technische Prüfungen, Untersuchungen und mögliche Reparaturen nach sich ziehen kann. Die genaue Dauer solcher Schritte hängt von der Ursache, dem Schaden an Fahrzeug und Startanlage sowie den erforderlichen Freigaben ab.

New Glenn ist zentral für Blue Origins Raumfahrtpläne

New Glenn ist die große Orbitalrakete von Blue Origin und soll langfristig Nutzlasten in den Orbit bringen. Die Rakete ist für Blue Origin besonders wichtig, weil sie das Unternehmen stärker in den Markt für große Satellitenstarts bringen soll. Auf der Missionsübersicht des Unternehmens ist dokumentiert, dass New Glenn am 19. April 2026 seine dritte Mission vom Launch Complex 36 in Cape Canaveral absolvierte.

Auf der offiziellen Nachrichtenseite von Blue Origin war am 29. Mai zunächst keine ausführliche Mitteilung zu dem neuen Zwischenfall aufgeführt. Dort nennt das Unternehmen unter anderem frühere New-Glenn- und New-Shepard-Missionen sowie die Ankündigung des dritten New-Glenn-Flugs im April 2026.

Mögliche Folgen für NASA-Projekte

Der Zwischenfall ist auch deshalb relevant, weil Blue Origin an mehreren Programmen beteiligt ist, die über reine kommerzielle Satellitenstarts hinausgehen. Reuters berichtet, dass New Glenn eine Rolle bei geplanten NASA-Missionen im Rahmen der Artemis-Mondprogramme spielen soll. NASA-Chef Jared Isaacman kündigte demnach Unterstützung bei der Untersuchung an und verwies darauf, dass die Raumfahrtentwicklung mit schweren Trägerraketen technisch anspruchsvoll ist.

Welche konkreten Auswirkungen der Vorfall auf einzelne NASA-Projekte hat, blieb zunächst offen. Bestätigt war zunächst nur, dass die Untersuchung des Zwischenfalls weitere Erkenntnisse liefern soll.

Rückschlag im Wettbewerb mit SpaceX

Blue Origin steht mit New Glenn in einem intensiven Wettbewerb auf dem Markt für große Trägerraketen. SpaceX ist dort mit Falcon-Raketen und dem Starship-Programm deutlich sichtbar. Reuters ordnet den Zwischenfall als Rückschlag für Blue Origin ein, weil das Unternehmen mit New Glenn eine größere Rolle bei Orbitalstarts und Mondmissionen übernehmen will.

Jeff Bezos äußerte sich nach dem Vorfall auf X und erklärte, es sei ein sehr schwieriger Tag gewesen. Zugleich kündigte er an, notwendige Schäden zu beheben und zur Flugfähigkeit zurückzukehren. Die Ursache sei noch nicht bekannt. Eine unabhängige technische Bewertung der Ursache lag zunächst nicht vor.

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