
Ein sicherheitsrelevanter Zwischenfall an einem Frachtschiff nahe Oman hat die Lage an der Straße von Hormus erneut verschärft. Die Internationale Seeschifffahrtsorganisation IMO pausierte vorerst ihre Evakuierungsfahrten für Schiffe aus dem Persischen Golf. Hintergrund ist ein Vorfall mit der unter singapurischer Flagge fahrenden „Ever Lovely“ der taiwanischen Reederei Evergreen. Das Schiff wurde nach Unternehmensangaben von einem unbekannten Objekt getroffen. Verletzte wurden zunächst nicht gemeldet. Auch Hinweise auf Umweltschäden lagen nach offiziellen Angaben zunächst nicht vor.
Die britische Sicherheitsstelle UK Maritime Trade Operations meldete einen Vorfall rund 7,5 Seemeilen südöstlich von Dahit in Oman. Demnach wurde ein Frachtschiff an der Steuerbordseite von einem unbekannten Projektil getroffen. Beschädigt wurde die Brücke. Der Kapitän habe keine Verletzten und keine Umweltschäden gemeldet. Evergreen bestätigte später, dass es sich um die „Ever Lovely“ handelte. Nach einer ersten Kontrolle seien Schäden im Bereich der Brückenfenster festgestellt worden. Hauptmaschine und Navigationssysteme funktionierten demnach weiter.
Die IMO hatte erst in dieser Woche mit einem Evakuierungsplan begonnen, um festsitzenden Schiffen und Besatzungen die Ausfahrt aus der Region zu ermöglichen. Nach dem Angriff im Golf von Oman wurde die Umsetzung vorübergehend gestoppt. Die Organisation erklärte, sie wolle zunächst klären, ob die notwendigen Sicherheitsgarantien weiter gelten. Wichtig ist dabei: Die betroffene „Ever Lovely“ war nach IMO-Angaben nicht Teil dieses Evakuierungsrahmens. Dennoch betrifft die Entscheidung auch andere Schiffe, die auf eine sichere Passage durch die strategisch wichtige Meerenge warten.
Offiziell bestätigt war zunächst nur, dass das Schiff getroffen wurde und die IMO ihre Evakuierungspassage pausierte. Wer für den Vorfall verantwortlich ist, blieb zunächst offen. Reuters berichtete unter Berufung auf zwei US-Regierungsvertreter, dass Iran auf das Schiff gefeuert habe. Eine unabhängige Bestätigung dafür lag zunächst nicht vor. Iranische Stellen hatten zuvor erklärt, Schiffe sollten nur bestimmte genehmigte Routen nutzen. Daraus allein lässt sich jedoch keine gesicherte Verantwortung für den Treffer ableiten.
Die Straße von Hormus zählt zu den wichtigsten Engstellen der internationalen Schifffahrt. Über sie laufen große Mengen an Öl, Flüssiggas und anderen Gütern aus der Golfregion. Schon kleinere Störungen können deshalb Auswirkungen auf Energiepreise, Versicherungen, Lieferketten und Reederei-Entscheidungen haben. Der Zwischenfall kommt in einer Phase, in der Schiffe nur schrittweise wieder durch das Gebiet fahren. Für Reedereien bleibt die entscheidende Frage, ob die Passage planbar und versicherbar ist.
Nach Angaben von Evergreen hat die „Ever Lovely“ die Straße von Hormus inzwischen sicher verlassen. Auch Schiff, Besatzung und Ladung seien sicher. Damit ist der unmittelbare Notfall an Bord offenbar begrenzt geblieben. Die übergeordnete Lage bleibt jedoch unübersichtlich. Die IMO will ihren Evakuierungsplan erst fortsetzen, wenn mehr Klarheit über die Sicherheit der Route besteht. Für die Handelsschifffahrt ist der Vorfall ein erneutes Warnsignal: Selbst angekündigte Korridore bieten derzeit keine vollständige Sicherheit.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu