American Tower bleibt zwischen 5G-Türmen und Rechenzentren gefragt

Intel Aktie – Kursanstieg an der Nasdaq
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Münster. American Tower steht Ende Juni 2026 vor allem wegen drei Themen im Fokus: den besser als erwarteten Q1-Zahlen, der Rolle großer US-Mobilfunkanbieter im Tower-Geschäft und dem Ausbau des Rechenzentrumsgeschäfts rund um CoreSite. Damit prägt die American Tower aktuelle Lage das Bild des Tower-REIT zur Jahresmitte. Der Konzern profitiert weiter von Mobilfunkdaten, Cloud-Nutzung und KI-bezogenen Workloads, bleibt aber zugleich abhängig von langfristigen Mietverträgen mit großen Netzbetreibern.

Q1 2026: American Tower hebt Ausblick nach starkem Quartal an

American Tower meldete für das erste Quartal 2026 einen Umsatzanstieg um 6,8 Prozent auf 2,738 Milliarden Dollar. Die Property Revenue legte um 7,3 Prozent auf 2,670 Milliarden Dollar zu, das bereinigte EBITDA stieg um 5,2 Prozent auf 1,835 Milliarden Dollar. Beim bereinigten AFFO je Aktie waren es 2,84 Dollar.

Für das Gesamtjahr erwartet American Tower nun eine Property Revenue von 10,585 bis 10,735 Milliarden Dollar und einen AFFO je Aktie von 10,90 bis 11,07 Dollar.

Aktie: Kursdruck trotz besserer operativer Zahlen

Die American-Tower-Aktie notierte am 29. Juni zuletzt bei 168,67 Dollar. Das lag rund vier Prozent unter dem vorherigen Schlusskurs. Die Zahlen allein erklären die Bewegung nicht vollständig: Tower-REITs reagieren häufig auch auf Zinsniveau, Refinanzierungskosten und Erwartungen an das künftige Leasingwachstum.

American Tower wies zum Ende des ersten Quartals eine Net-Leverage-Ratio von 4,9 aus und bezifferte die verfügbare Liquidität auf rund 10,4 Milliarden Dollar.

Dividende: Ausschüttung bleibt bei 1,79 Dollar je Aktie

American Tower bestätigte im Mai eine Quartalsausschüttung von 1,79 Dollar je Stammaktie. Die Zahlung ist für den 13. Juli 2026 vorgesehen; dividendenberechtigt sind Aktionäre, die zum Geschäftsschluss am 12. Juni 2026 eingetragen waren. Bereits im ersten Quartal hatte der Konzern ebenfalls 1,79 Dollar je Aktie ausgeschüttet, was laut Unternehmen einem Plus von 5,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr entsprach.

Verizon, AT&T und T-Mobile bleiben zentrale Mieter

Das Kerngeschäft von American Tower bleibt die Vermietung von Infrastruktur an Mobilfunkanbieter. Zu den großen Kunden zählen Verizon, AT&T und T-Mobile. Reuters ordnete die Q1-Zahlen mit einer anhaltenden Leasingnachfrage der Telekomunternehmen, wachsendem Datenverbrauch und Cloud-Adoption ein.

Unklar blieb zunächst, ob American Tower seit den Q1-Zahlen neue, separat bestätigte Einzel-Mietverträge mit Verizon, AT&T oder T-Mobile abgeschlossen hat. Eine unabhängige Bestätigung lag zunächst nicht vor.

5G-Standorte: Nachfrage durch Netzausbau bleibt wichtig

Für American Tower sind 5G-Ausbau und Kapazitätserweiterungen der Netzbetreiber ein struktureller Nachfragefaktor. Das Unternehmen selbst betreibt keine Mobilfunknetze, sondern stellt Standorte und Infrastruktur bereit.

American Tower plant 2026 weltweit den Bau von 1.700 bis 2.300 Kommunikationsstandorten; darin enthalten sind auch Investitionen außerhalb der USA.

CoreSite: Rechenzentren werden größerer Wachstumstreiber

Das Rechenzentrumsgeschäft bleibt ein zweiter wichtiger Schwerpunkt. American Tower hatte CoreSite 2021 für rund 10,1 Milliarden Dollar übernommen, um Tower-Infrastruktur und Rechenzentren stärker zu verbinden.

Im Ausblick 2026 erwartet der Konzern für das Segment Data Centers eine Property Revenue von 1,175 bis 1,195 Milliarden Dollar, was am Mittelpunkt einem Wachstum von 12,5 Prozent entspricht. Für Data-Center-Entwicklungsausgaben sind 2026 rund 695 Millionen Dollar vorgesehen.

Indien-Verkauf: Brookfield-Deal ist abgeschlossen

Der Rückzug aus Indien ist bereits vollzogen. American Tower schloss am 12. September 2024 den Verkauf von 100 Prozent der indischen Aktivitäten an Data Infrastructure Trust, ein von Brookfield Asset Management gesponsertes Infrastruktur-Investmentvehikel. Der Barerlös lag bei rund 210 Milliarden Rupien beziehungsweise 2,5 Milliarden Dollar.

American Tower erklärte, die Mittel sollten zur Rückzahlung bestehender Schulden genutzt werden; weitere Erlöse aus der Transaktion wurden nicht erwartet.

Vertragsrisiko: DISH-Vertrag offiziell beendet

Ein weiteres aktuelles Thema ist der beendete Vertrag mit DISH Wireless. American Tower teilte in einem SEC-Filing mit, dass die Strategic Collocation Agreement mit DISH zum 2. Juni 2026 beendet wurde. Seit dem 1. Januar 2026 würden 100 Prozent der DISH-Umsätze bereits als Churn ausgewiesen; die Kündigung soll daher nach Unternehmensangaben keine Auswirkungen auf die Finanzergebnisse 2026 haben.

Der Rechtsstreit über Verpflichtungen aus dem Vertrag läuft weiter.

Einordnung: American Tower setzt auf Tower-Leasing und Datenzentren

Die aktuelle Lage bei American Tower ist damit zweigeteilt: Das klassische Tower-Geschäft bleibt von Verizon, AT&T, T-Mobile und weiteren Carriern abhängig, während CoreSite dem Konzern zusätzliches Wachstum aus Cloud-, KI- und Rechenzentrumsnachfrage bringen soll. Die Q1-Zahlen stützen den angehobenen Ausblick. Gleichzeitig bleiben Vertragsrisiken, Zinsumfeld und die tatsächliche Geschwindigkeit neuer 5G-Standortnutzung wichtige Einflussfaktoren.

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