
Der Village People Sänger Victor Willis ist tot. Der Frontmann und Mitgründer der US-Disco-Gruppe starb am Dienstag, 30. Juni 2026, im Alter von 74 Jahren. Nach Angaben seiner Ehefrau und der Band erlag Willis einer kurzen, aber aggressiven Krankheit. Die Nachricht wurde am Mittwoch öffentlich, einen Tag vor seinem 75. Geburtstag. Willis war bei Auftritten vor allem als Polizist oder Marineoffizier bekannt. Weitere gesicherte Angaben zu den Umständen lagen zunächst nicht vor.
Willis war eine der prägenden Stimmen der Disco-Ära. Zu den bekanntesten Liedern der Village People gehören YMCA, In the Navy, Macho Man und Go West. Willis war nicht nur Sänger, sondern auch an zentralen Songs als Autor beteiligt. Der Erfolg der Gruppe ging weit über die Disco-Szene hinaus. YMCA wurde zum Stadionlied, Partysong und politischen Soundtrack. Gerade diese Mehrdeutigkeit machte das Stück über Jahrzehnte anschlussfähig, aber auch umstritten. Willis selbst widersprach später der Deutung, YMCA sei ursprünglich als queere Hymne gedacht gewesen.
Die Village People entstanden 1977 im Umfeld der New Yorker Disco-Szene. Der französische Produzent Jacques Morali und Henri Belolo entwickelten das Konzept, Willis wurde zur Stimme des Projekts. Die Band setzte auf klare Bühnenfiguren, darunter Polizist, Bauarbeiter, Cowboy, Biker und Soldat. Casablanca Records unterstützte den Aufstieg der Gruppe, die mit Macho Man und später Cruisin mit YMCA international erfolgreich wurde. Die Mischung aus Disco-Sound, Kostümen und Pop-Inszenierung machte die Village People zu einer der sichtbarsten Gruppen der späten 1970er-Jahre.
In den vergangenen Jahren standen die Village People auch wegen der Nutzung ihrer Musik bei Auftritten von Donald Trump im Fokus. YMCA lief regelmäßig bei Wahlkampfveranstaltungen. Im Januar 2025 trat die aktuelle Besetzung der Gruppe bei Veranstaltungen rund um Trumps Amtseinführung auf. Zuvor hatte es auch Distanzierungen und rechtliche Schritte im Umfeld der Musiknutzung gegeben. Die Band begründete ihre spätere Teilnahme damit, Musik nicht parteipolitisch verstehen zu wollen. Der Auftritt machte die Gruppe erneut zu einem internationalen Gesprächsthema.
Willis führte über Jahre juristische Auseinandersetzungen um Rechte an Songs der Village People. 2012 entschied ein US-Gericht, dass er Anteile an 33 von ihm mitverfassten Werken zurückerlangen könne, darunter YMCA, Go West und In the Navy. Auch institutionell blieb der wichtigste Hit präsent: Die Library of Congress führt YMCA in der National Recording Registry, die Grammy Hall of Fame nahm den Song in ihre Liste der Einspielungen von kultureller Bedeutung auf. Damit steht Willis‘ Stimme nicht nur für Nostalgie, sondern für ein Stück internationaler Popgeschichte.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu