
Münster. Die Stadt Münster will ihr Angebot an kostenfreiem Trinkwasser im öffentlichen Raum deutlich ausbauen. Für zehn neue Trinkwasserbrunnen hat Münster eine Förderempfehlung im Rahmen des Landesprogramms „Klimaanpassung.Kommunen.NRW“ erhalten. Das teilte die Stadt am Donnerstag mit. Mit dem Vorhaben will die Stadt auf steigende Hitzebelastung reagieren und den Gesundheitsschutz im öffentlichen Raum stärken.
Die Stadt hatte sich mit dem Projekt „Trinkbrunnen für eine klimaresiliente und nachhaltige Stadt Münster“ an einem landesweiten Förderaufruf beteiligt. Vorgesehen sind Investitionen von rund 880.000 Euro.
Das Land Nordrhein-Westfalen kann bis zu 80 Prozent der förderfähigen Kosten übernehmen. Die Mittel kommen aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und aus Landesmitteln. Die Stadt Münster müsste den Eigenanteil von 20 Prozent tragen. Eine endgültige Entscheidung über die Förderung und die genaue Höhe der Fördermittel soll bis Ende des Jahres fallen.
Die neuen Trinkwasserbrunnen sind Teil der städtischen Klimaanpassungsstrategie und des Hitzeaktionsplans. Oberbürgermeister Tilman Fuchs sieht darin einen wichtigen Baustein für den Schutz besonders gefährdeter Gruppen.
„Die Hitzebelastung im Stadtgebiet steigt bereits heute deutlich und wird sich durch den Klimawandel weiter verstärken“, sagt Fuchs. Besonders ältere Menschen, Kinder und andere vulnerable Gruppen seien auf kostenfreies Trinkwasser im öffentlichen Raum angewiesen. Der Zugang zu Trinkwasser sei deshalb ein wichtiger Beitrag zum Gesundheitsschutz.
Aktuell gibt es in Münster drei öffentliche Trinkwasserbrunnen. Sie stehen am Aasee in der Nähe der Giant Pool Balls, am Bremer Platz und am Coerdeplatz. Der Brunnen am Coerdeplatz soll im Rahmen der geplanten Förderung modernisiert werden.
Dass das Thema in Münster auf Zustimmung stößt, zeigt eine repräsentative Umfrage der Stadt aus dem Jahr 2023. Demnach befürworteten rund 70 Prozent der Befragten zusätzliche Trinkwasserbrunnen im Stadtgebiet.
Die Stadt hat die möglichen Standorte für die zehn neuen Brunnen nach eigenen Angaben fachlich geprüft. Eine Rolle spielten dabei unter anderem Erreichbarkeit, Verteilung im Stadtgebiet, Barrierefreiheit und die technische Machbarkeit. Dazu zählt vor allem der Anschluss an das Trinkwassernetz.
Auch Hinweise aus Bürgerschaft und Politik seien in die Standortauswahl eingeflossen. Gebaut werden sollen die neuen Brunnen in den kommenden drei Jahren.
Nach der Förderempfehlung beginnt nun das formale Antrags- und Prüfverfahren. Zuständig ist die Bezirksregierung Münster. Sie prüft die Voraussetzungen für eine mögliche Bewilligung und trifft am Ende die endgültige Entscheidung.
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