
Die Bayer Aktie steht am Donnerstag, 2. Juli 2026, weiter zwischen zwei sehr unterschiedlichen Erzählsträngen. Auf der einen Seite belasten die anhaltenden Glyphosat-Prozesse in den USA das Kursbild seit Jahren. Auf der anderen Seite gewinnt das Pharmageschäft mit den Wachstumstreibern Kerendia, Nubeqa und Elinzanetant an Kontur. Anleger blicken zurzeit besonders auf die Restrukturierung unter Vorstandschef Bill Anderson und den Ausblick für das zweite Halbjahr 2026.
Der US-Rechtsstreit um das Unkrautbekämpfungsmittel Glyphosat und seine Bindeglieder zur Monsanto-Übernahme aus dem Jahr 2018 belastet Bayer weiterhin. Nach Angaben des Konzerns sind rund 60.000 Verfahren noch offen. Bayer strebt eine bundesweite juristische Klarstellung an, damit sich die zulassenden US-Behörden und die einzelnen Bundesstaaten auf einheitliche Warnhinweise für Glyphosat verständigen. Ein Grundsatzurteil des US Supreme Court könnte die Zukunft dieses Rechtsstreits mittelfristig neu ordnen.
Im Pharma-Geschäft sind Kerendia gegen chronische Nierenerkrankungen bei Diabetes und Nubeqa gegen Prostatakrebs die aktuellen Wachstumstreiber. Beide Präparate bauen ihre Umsatzbeiträge seit 2025 kontinuierlich aus. Nach Konzernangaben soll Kerendia mittelfristig zusätzliche Indikationen erhalten, für Nubeqa laufen weitere Studien in früheren Krankheitsstadien. Auch der Wechseljahresspezialist Elinzanetant, den Bayer 2024 unter dem Namen Lynkuet zugelassen hatte, entwickelt sich zu einem eigenständigen Blockbuster-Kandidaten.
CEO Bill Anderson, seit Juni 2023 im Amt, setzt seit Anfang 2024 das Modell „Dynamic Shared Ownership“ um. Kernidee ist der Abbau klassischer Hierarchie-Ebenen und die Verlagerung von Entscheidungen näher zu den operativen Teams. Bis Ende 2025 hatte Bayer nach eigener Auskunft rund 11.000 Stellen weltweit abgebaut, davon rund 8.000 im Verwaltungs- und Führungsbereich. Weitere Effizienzgewinne von rund 2 Milliarden Euro sollen bis Ende 2026 realisiert werden.
Für das Geschäftsjahr 2025 hatte Bayer die Dividende erneut bei 0,11 Euro je Aktie belassen. Die Reduzierung war Anfang 2024 beschlossen worden, um den Schuldenabbau zu beschleunigen und Spielraum für den Glyphosat-Vergleichsfonds zu schaffen. Der Vorstand hat für die kommenden drei Geschäftsjahre eine schrittweise Wiederannäherung an eine Ausschüttungsquote von 30 bis 40 Prozent des bereinigten Konzerngewinns in Aussicht gestellt, sobald die Verschuldung nachhaltig unter dem Dreifachen des EBITDA liegt.
Die Bayer-Guidance für das Gesamtjahr 2026 bleibt vorsichtig. Der Konzern erwartet einen Umsatz auf Vorjahresniveau und einen leicht steigenden bereinigten Gewinn pro Aktie. Wachstumsträger sind Pharma und die Consumer Health-Sparte, während die Agrarsparte weiter unter niedrigen Preisen für Herbizide und Saatgut leidet. Analysten der Deutschen Bank und JPMorgan bleiben bei ihren Kaufempfehlungen, betonen aber die anhaltende Abhängigkeit von den US-Prozessen. Barclays und Bernstein sind vorsichtig neutral eingestellt.
Der Text stellt keine Anlageberatung dar. Er fasst öffentlich verfügbare Konzern- und Marktdaten sowie Analystenmeinungen zusammen. Anleger sollten die individuellen Risiken der Bayer Aktie, insbesondere den Rechtsstreit in den USA, die Verschuldung und die Restrukturierungsergebnisse, selbst prüfen.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu