Kreisel statt Ampel: Bürgerbegehren erreicht 12.000 Unterschriften

Der Kreisverkehr von-Esmarch-Straße in Münster soll wegen Unfallgefahr zur Ampelkreuzung umgebaut werden.
Der Kreisverkehr zwischen von-Esmarch-Straße, Busso-Peus-Straße (l.) und Roxeler Straße (r.) ist ein Unfallhäufungspunkt. Daher soll die Stadt Münster die Planung für den Umbau zur Ampelkreuzung wieder aufnehmen. ©Stadt Münster / MünsterView

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Münster-Gievenbeck. Im Streit um den geplanten Umbau des Kreisverkehrs an der Von-Esmarch-Straße in Münster-Gievenbeck zeichnet sich die nächste Etappe ab. Die Initiative „Kreisel statt Ampel“ hat nach eigenen Angaben inzwischen rund 12.000 Unterschriften für ihr Bürgerbegehren gesammelt. Damit liegt die Zahl der gesammelten Unterschriften zunächst über dem erforderlichen Quorum von 10.013. Ob diese Hürde tatsächlich genommen ist, steht aber erst nach der Prüfung durch die Stadt Münster fest.

Die ersten rund 12.000 Unterschriften sollen am Freitag, 18. September 2026, um 8.30 Uhr im Büro des Oberbürgermeisters übergeben werden. Nach aktuellen Angaben will die Initiative anschließend weitere Listen einreichen. Für das Bürgerbegehren sind 10.013 gültige Unterschriften von Wahlberechtigten erforderlich

Darum geht es beim Streit um den Kreisverkehr

Betroffen ist der Kreisverkehr an der Von-Esmarch-Straße, Busso-Peus-Straße und Roxeler Straße in Gievenbeck. Der Rat der Stadt Münster beschloss am 20. Mai 2026 mehrheitlich, die zuvor gestoppten Planungen für einen Umbau zu einer vollständig ampelgeregelten Kreuzung wieder aufzunehmen. Die Stadt bestätigte den Beschluss am folgenden Tag.

Die Initiative „Kreisel statt Ampel“ will erreichen, dass dieser Beschluss aufgehoben wird. Anstelle einer Ampelkreuzung soll der bestehende Kreisverkehr nach ihrer Vorstellung umgebaut und sicherer gestaltet werden. Genau dieses Ziel ist Gegenstand des Bürgerbegehrens.

Kreisverkehr gilt seit Jahren als Unfallhäufungsstelle

Ausgangspunkt der Auseinandersetzung ist die Unfalllage an dem Knotenpunkt. Nach Angaben der Stadt gilt der Kreisverkehr seit 2018 als Unfallhäufungsstelle. Besonders beim Ein- und Ausfahren komme es immer wieder zu Kollisionen zwischen Kraftfahrzeugen und Radfahrenden. Zu den Verletzten gehörten nach Angaben der Stadt fast ausschließlich Menschen auf Fahrrädern.

Die Initiative nennt für die Jahre 2018 bis 2025 insgesamt 73 von der Polizei registrierte Unfälle mit 42 Verletzten. Nach ihrer Darstellung waren alle Verletzten mit Zweirädern unterwegs, 86 Prozent davon mit dem Fahrrad. Die grundsätzliche Problemlage mit einem besonders hohen Anteil verletzter Radfahrender wird auch von der Stadt beschrieben.

Bereits im März 2023 hatte die Unfallkommission empfohlen, den bestehenden Kreisverkehr langfristig durch einen ampelgesteuerten Knoten zu ersetzen. Polizei und Unfallkommission sprechen sich nach Darstellung der Stadt für diese Lösung aus.

Gutachten sieht Vorteile bei einer Ampelkreuzung

Vor der erneuten politischen Entscheidung ließ die Stadt verschiedene Möglichkeiten für den Knotenpunkt untersuchen. Dabei wurden sowohl Varianten eines optimierten Kreisverkehrs als auch eine ampelgeregelte Kreuzung betrachtet.

Das von der Stadt beauftragte Fachgutachten empfiehlt nach Angaben der Verwaltung die Ampellösung. Als Gründe werden insbesondere die Verkehrssicherheit, eine ausreichende Leistungsfähigkeit für die verschiedenen Verkehrsarten und die Möglichkeit genannt, den öffentlichen Nahverkehr gezielt zu bevorrechtigen. Für Fußgänger und Radfahrende könnten zudem Grünphasen eingerichtet werden, die von abbiegenden Kraftfahrzeugen getrennt sind.

Auch ein optimierter Kreisverkehr wurde als mögliche Variante untersucht. Die politische Mehrheit des Rates folgte letztlich jedoch der Empfehlung für eine Ampelkreuzung.

Umbau soll rund 1,9 Millionen Euro kosten

Für die Ampelkreuzung veranschlagt die Stadt derzeit Kosten von rund 1,9 Millionen Euro. Nach Angaben der Verwaltung wird mit einer Förderung von etwa 60 Prozent gerechnet.

Die Gegner der Ampellösung führen neben den Kosten auch den zusätzlichen Flächenverbrauch ins Feld. BUND, NABU und die Bürgerinitiative kritisieren unter anderem zusätzliche Versiegelung und notwendige Baumfällungen. Der BUND spricht von rund 1.500 Quadratmetern zusätzlicher versiegelter Fläche. Diese Angaben gehören zur Argumentation der Gegner der Ampelplanung und sind entsprechend einzuordnen.

Was passiert nach der Übergabe der Unterschriften?

Die gemeldeten 12.000 Unterschriften bedeuten noch nicht automatisch, dass es zu einem Bürgerentscheid kommt. Zunächst muss geprüft werden, ob mindestens 10.013 gültige Unterschriften vorliegen. Anschließend stellt der Rat formell fest, ob das Bürgerbegehren zulässig ist.

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