
Der Karlsruher SC muss mehrere Monate auf Stürmer Moritz Broschinski verzichten. Der 25-Jährige hat einen Teilriss des hinteren Syndesmosebands erlitten und soll noch in dieser Woche am Sprunggelenk operiert werden. Nach Angaben des Zweitligisten fällt Broschinski voraussichtlich bis zum Jahresende 2026 aus. Damit verliert der KSC einen Angreifer, der nach seinem Wechsel vom FC Basel mit zwei Toren in seinen ersten beiden Zweitligaeinsätzen einen starken Start in Karlsruhe erwischt hatte.
Der Verein bestätigte die Entscheidung für eine Operation am Dienstag, 15. September. Auch SWR Sport berichtete noch am selben Nachmittag über den monatelangen Ausfall, am 16. September griffen weitere Medien die Vereinsmeldung auf. Damit ist nicht nur die Verletzung selbst, sondern auch die vom KSC genannte voraussichtliche Ausfalldauer offiziell bestätigt. Eine Operation war bis Mittwochvormittag allerdings noch nicht als erfolgt gemeldet. Nach der Mitteilung des KSC soll der Eingriff im Laufe dieser Woche stattfinden.
Broschinski hatte bereits seit mehreren Wochen mit Problemen am Sprunggelenk zu kämpfen. Nach Angaben des Karlsruher SC entstanden die Beschwerden ursprünglich im DFB-Pokalspiel gegen Preußen Münster. Ein späterer Versuch, wieder vollständig am Mannschaftstraining teilzunehmen, musste abgebrochen werden. Weitere Untersuchungen sowie zusätzliche ärztliche Einschätzungen, die auch mit seinem Stammverein FC Basel abgestimmt wurden, ergaben schließlich als Hauptverletzung einen Teilriss des hinteren Syndesmosebands.
Zunächst hatte der KSC am 12. September lediglich mitgeteilt, dass Broschinski für mehrere Wochen ausfallen werde. Zu diesem Zeitpunkt war noch offen, ob die Verletzung operativ behandelt werden müsse. Nach Beratungen der medizinischen Abteilung, des Spielers und externer Ärzte fiel anschließend die Entscheidung für den Eingriff. Dadurch verlängert sich die ursprünglich angenommene Pause nach Vereinsangaben um weitere Wochen. Als derzeitige Prognose nennt der KSC eine Rückkehr frühestens gegen Ende des Jahres.
Direktor Profifußball Timon Pauls erklärte dazu wörtlich: „Wir bedauern den Ausfall von Moritz Broschinski natürlich sehr.“ Der Angreifer habe sich nach seiner Ankunft sowohl sportlich als auch persönlich unmittelbar in die Mannschaft eingefügt. Wegen der Komplexität der Verletzung habe der Verein bewusst zusätzliche medizinische Meinungen eingeholt und die Entscheidung über eine Operation nicht überstürzt. Der KSC werde Broschinski während seiner Rehabilitation bestmöglich unterstützen.
Broschinski war erst Anfang Juli zum Karlsruher SC gewechselt. Der 1,90 Meter große Mittelstürmer wurde für die Saison 2026/27 vom Schweizer Erstligisten FC Basel ausgeliehen. Der KSC sicherte sich zugleich eine Kaufoption. Der Leihvertrag läuft nach den veröffentlichten Vertragsdaten bis zum 30. Juni 2027. Eine konkrete Ablösesumme für die Leihe oder die Höhe der Kaufoption veröffentlichten die beteiligten Vereine nicht.
Beim FC Basel besitzt Broschinski nach den veröffentlichten Vertragsdaten noch einen Vertrag bis zum 30. Juni 2029. Der Schweizer Club hatte ihn im August 2025 vom VfL Bochum verpflichtet. Der VfL teilte damals mit, über die Ablösesumme sei Stillschweigen vereinbart worden. Transfermarkt bezifferte den Wechsel später auf 1,8 Millionen Euro und verwies auf mögliche Bonuszahlungen. Diese Summe betrifft allerdings den damaligen Transfer von Bochum nach Basel und nicht die jetzige Leihe zum Karlsruher SC.
Der am 23. September 2000 geborene Broschinski ist 25 Jahre alt und wird hauptsächlich als Mittelstürmer eingesetzt. Vor seinen Stationen in Bochum, Basel und Karlsruhe spielte er unter anderem für Borussia Dortmund II und Energie Cottbus.
Sportlich hatte sich der Neuzugang in Karlsruhe schnell empfohlen. Beim Zweitligaauftakt gegen Arminia Bielefeld erzielte Broschinski beide KSC-Tore beim 2:1-Sieg. In der laufenden Zweitligasaison stehen für ihn bislang zwei Einsätze und zwei Treffer zu Buche. Hinzu kommt ein Einsatz im DFB-Pokal.
In der Saison 2025/26 war Broschinski zunächst noch zweimal für den VfL Bochum in der 2. Bundesliga eingesetzt worden und hatte dabei ein Tor erzielt. Anschließend wechselte er zum FC Basel. In der Schweizer Super League kam er laut Kicker auf 19 Einsätze und ein Tor. Dazu absolvierte er sechs Spiele in der Europa League sowie zwei Partien in der Qualifikation zur Champions League. Transfermarkt führt ihn für Basel über alle Wettbewerbe hinweg mit insgesamt 30 Pflichtspielen und drei Toren.
Gerade der schnelle Start beim KSC macht den langfristigen Ausfall sportlich relevant. Geschäftsführer Sport Mario Eggimann hatte Broschinski bei dessen Verpflichtung als Spieler beschrieben, der hinsichtlich Athletik, Taktik und Charakter genau dem gesuchten Profil entspreche. Der Mittelstürmer sollte Trainer Maximilian Senft eine zusätzliche Variante im Angriff geben.
Mit dem langfristigen Ausfall wird die Auswahl im Karlsruher Angriff kleiner. Der Verein hatte seinen Offensivbereich im Sommer deutlich verändert. Neben Broschinski kamen unter anderem Noel Eichinger und weitere neue Offensivspieler, während mehrere Akteure den Club verließen. Louey Ben Farhat wechselte zum SC Freiburg, blieb jedoch zunächst auf Leihbasis in Karlsruhe.
Eine Verpflichtung eines zusätzlichen Stürmers als direkte Reaktion auf den Broschinski-Ausfall war bis Mittwochvormittag nicht offiziell angekündigt. Das Karlsruher Portal ka-news.de brachte den vereinslosen ehemaligen Hoffenheimer Angreifer Ihlas Bebou als mögliche Option ins Gespräch. Eine Bestätigung des KSC für konkrete Verhandlungen lag dazu zunächst nicht vor.
Trainer Maximilian Senft hatte die Personalsituation bereits vor der endgültigen Diagnose vorsichtig bewertet. Noch Ende August war Broschinski nach zwischenzeitlichen Beschwerden wieder vollständig ins Mannschaftstraining zurückgekehrt. Senft sagte damals: „Wir sind guter Dinge, dass Mo einsatzfähig sein wird.“ Wenige Wochen später steht nun fest, dass der Stürmer dem Zweitligisten deutlich länger fehlen wird.
Auch im Training am Dienstag war Broschinski nicht mehr dabei. Der KSC führte ihn offiziell unter den verletzten Spielern und kündigte erneut die zeitnahe Operation wegen des Teilrisses im hinteren Syndesmoseband an. Damit muss Senft seine offensive Planung für die kommenden Monate ohne den Sommerneuzugang gestalten. Wann Broschinski nach der Operation wieder ins Mannschaftstraining einsteigen kann, hat der Verein bislang nicht konkretisiert. Die offizielle Prognose reicht derzeit bis zum Jahresende.












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