Disney+ präzisiert Werberegeln für Standard und Premium

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Grzegorz Walczak

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Disney+ hält in Deutschland an seinen werbefreien Standard- und Premium-Abos fest, schließt Werbung dort aber nicht grundsätzlich aus. In den aktuellen Angaben des Streamingdienstes werden Filme und Serien in beiden Tarifen weiterhin ausdrücklich als werbefrei bezeichnet. Gleichzeitig weist Disney darauf hin, dass sämtliche Abo-Optionen Werbeaktionen und Sponsoring enthalten können. Auch Werbung vor oder nach bestimmten Inhalten sowie bei Live-Angeboten, Sonderereignissen und Drittanbieter-Inhalten ist möglich.

Premium und Standard bleiben bei Filmen und Serien werbefrei

Eine vollständige Umstellung von Disney+ auf ausschließlich werbefinanzierte Abos ist damit nicht erfolgt. Für Deutschland führt Disney weiterhin drei verschiedene Tarife. „Standard mit Werbung“ kostet regulär 6,99 Euro monatlich. Das Standard-Abo kostet 10,99 Euro pro Monat beziehungsweise 109,90 Euro im Jahr. Premium liegt bei 15,99 Euro monatlich oder 159,90 Euro jährlich.

Sowohl beim Standard- als auch beim Premium-Tarif nennt Disney „werbefreie Filme und Serien“ als Bestandteil des Angebots. Premium bietet zusätzlich unter anderem eine Auflösung von bis zu 4K UHD, Dolby Atmos und vier gleichzeitige Streams. Beim Standard-Tarif sind bis zu 1080p und zwei parallele Streams vorgesehen.

Werbung ist auch in teureren Tarifen nicht ausgeschlossen

Entscheidend ist eine Einschränkung, die Disney bei seinen Tarifangaben aufführt. Demnach können alle Abo-Optionen Werbeaktionen und Sponsoring von Disney enthalten. Darüber hinaus kann Werbung unter anderem vor und nach der Wiedergabe, in Kanälen, bei Live- und vergleichbaren Übertragungen, bei Sonderereignissen sowie bei On-Demand-Inhalten von Drittanbietern vorkommen.

Damit ist Werbung bei Disney+ Premium grundsätzlich möglich, ohne dass der Tarif deshalb zu einem klassischen werbefinanzierten Abo wird. Für gewöhnliche Filme und Serien aus der Disney+-Mediathek verspricht der Anbieter weiterhin eine Wiedergabe ohne klassische Werbeunterbrechungen. Eine generelle Einführung von Werbeblöcken innerhalb aller Filme und Serien im Premium- oder Standard-Tarif ist derzeit nicht ausgewiesen.

Live-Inhalte und Sonderereignisse sind eine wichtige Ausnahme

Besonders relevant werden die Ausnahmen mit dem wachsenden Angebot an Live-Inhalten. Disney+ überträgt inzwischen auch Veranstaltungen und Sportangebote. Für den 16. September kündigte Disney beispielsweise das gemeinsam mit ESPN und Red Bull produzierte Motorsport-Event „Max vs 100″ weltweit über Disney+ an. Solche Live-Angebote unterliegen nicht zwingend denselben Werberegeln wie klassische Abruf-Filme und Serien.

Auch in den USA unterscheidet Disney ausdrücklich zwischen der werbefreien On-Demand-Bibliothek und Live- beziehungsweise linearen Angeboten. Dort weist der Konzern darauf hin, dass in ausgewählten Live-Streams und Sonderveranstaltungen auch bei Premium-Abonnements Werbung laufen kann. Für ESPN-Inhalte gelten zusätzliche Ausnahmen.

Disney+ behält unterschiedliche Abo-Modelle bei

Die Tarifstruktur selbst bleibt damit klar getrennt. Der günstigste Tarif ist ausdrücklich werbefinanziert, während Standard und Premium weiterhin als Angebote mit werbefreien Filmen und Serien vermarktet werden. Die Bezeichnung „werbefrei“ bedeutet allerdings nicht, dass Nutzer innerhalb des gesamten Disney+-Dienstes unter allen Umständen keinerlei Werbung oder Sponsoring sehen werden.

Von einer Abschaffung der Werbefreiheit bei Disney+ Premium kann deshalb nach den aktuellen Tarifangaben nicht gesprochen werden. Belegt ist vielmehr, dass Disney die Werbefreiheit auf klassische Filme und Serien begrenzt und sich für andere Bereiche des Angebots ausdrücklich Werbe- und Sponsoringmöglichkeiten vorbehält.

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