Brand im Kraftwerk Tiefstack: 51 Beschäftigte evakuiert

Ein Schild zeigt Warnung
Symbolbild mit KI erstellt

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Feuer im Kraftwerk Tiefstack: Großeinsatz in Hamburg

Im Hamburger Heizkraftwerk Tiefstack ist am Samstagvormittag ein Feuer in einem Kohlebunker ausgebrochen. Die Feuerwehr rückte mit einem Großaufgebot zu dem Kraftwerksgelände im Stadtteil Billbrook aus. Rund 51 Betriebsangehörige wurden vorsorglich aus dem betroffenen Bereich in Sicherheit gebracht. Nach dem bislang bekannten Stand wurden keine Verletzten gemeldet.

Die Feuerwehr wurde gegen 11.25 Uhr alarmiert. Der Brand war in einem sogenannten Tagesbunker in etwa 15 Metern Höhe entstanden. Dort wird Kohle für die weitere Verarbeitung und Verbrennung bereitgehalten. Nach Bekanntwerden des Feuers wurden die Förderbänder und weitere Transportanlagen abgeschaltet. Rund 60 Einsatzkräfte waren an den Löscharbeiten beteiligt. Zum Einsatz kamen auch ein großes Teleskopmastfahrzeug und ein Löschboot.

Bereits um die Mittagszeit war das Feuer unter Kontrolle. Ein Übergreifen auf weitere Teile der Anlage konnte nach den bislang vorliegenden Angaben verhindert werden. Die Ursache des Brandes war zunächst nicht bekannt.

51 Beschäftigte verlassen betroffenen Kraftwerksbereich

Während des Einsatzes wurden 51 Betriebsangehörige in Sicherheit gebracht. Hinweise auf Verletzte lagen zunächst nicht vor. Die Maßnahme diente vor allem dazu, den Einsatzkräften einen sicheren Zugang zum Brandbereich zu ermöglichen und Beschäftigte aus der Umgebung des Kohlebunkers fernzuhalten.

Das Kraftwerk liegt an der Billwerder Bucht im Hamburger Osten. Wegen der Lage unmittelbar am Wasser konnte die Feuerwehr auch ein Löschboot einsetzen. Solche Fahrzeuge dienen bei größeren Industriebränden unter anderem dazu, über längere Zeit große Mengen Löschwasser bereitzustellen.

Der eigentliche Brandbereich befand sich nach den verfügbaren Angaben in einem Kohlebunker. Die genauen Schäden an dem Bunker und den dazugehörigen technischen Anlagen waren zunächst nicht beziffert. Auch dazu, ob Teile des Kohletransports nach dem Feuer länger außer Betrieb bleiben müssen, gab es am frühen Samstagnachmittag noch keine gesicherten Angaben.

Keine Auswirkungen auf Fernwärmeversorgung gemeldet

Trotz des Brandes gab es zunächst keine Hinweise auf Ausfälle bei der Energieversorgung. Die Versorgung durch das Heizkraftwerk blieb nach Angaben aus dem Umfeld des Einsatzes unbeeinträchtigt. Auch eine Gefährdung der Hamburger Wärmeversorgung wurde nicht gemeldet.

Das ist für Hamburg von besonderer Bedeutung, weil Tiefstack zu den zentralen Erzeugungsanlagen des städtischen Fernwärmenetzes gehört. Die heutige Anlage wurde 1993 in Betrieb genommen und ist für die Grundlastversorgung ausgelegt. Sie erzeugt nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung gleichzeitig Strom und Wärme. Die Stadt Hamburg gibt für den kohlebefeuerten Kraftwerksteil eine thermische Fernwärmeleistung von rund 300 Megawatt und eine elektrische Leistung von rund 190 Megawatt an.

Zusätzlich befindet sich am Standort seit 2009 eine Gas-und-Dampfturbinenanlage. Zwei mit Erdgas betriebene Heizkessel können insbesondere bei hohem Wärmebedarf zusätzliche Leistung bereitstellen. Die Hamburger Energiewerke bezeichnen Tiefstack als eine Anlage, die einen großen Anteil des Fernwärmebedarfs der Stadt abdeckt.

Damit bedeutet ein Brand in einem einzelnen Bereich des Kohletransports nicht automatisch, dass die gesamte Strom- oder Wärmeerzeugung ausfällt. Ob der Vorfall vom Samstag Auswirkungen auf einzelne Kraftwerkskomponenten oder die verfügbare Leistung hat, war zunächst nicht detailliert bekannt.

Bereits 2025 Feuer im Bereich der Kohleanlage

Es ist nicht der erste dokumentierte Brand am Standort. Erst am 6. Oktober 2025 hatte es ebenfalls einen Feuerwehreinsatz im Heizkraftwerk Tiefstack gegeben. Damals war ein Brand im Bereich eines Kohlebunkers beziehungsweise einer Kohlemühle gemeldet worden. Menschen wurden bei diesem Vorfall nicht verletzt. Die Brandursache war zunächst ungeklärt.

Ein deutlich größerer Brand ereignete sich bereits am 4. Mai 2021. Damals geriet ein Förderband in Brand, auf dem Kohle innerhalb des Kraftwerks transportiert wurde. Mehr als 100 Feuerwehrkräfte waren zeitweise im Einsatz. Auch ein Löschboot wurde eingesetzt. Das Feuer konnte erst in der Nacht vollständig gelöscht werden. Personen wurden nicht verletzt.

Nach Angaben des damaligen Betreibers lag die vermutete Ursache 2021 bei einem überhitzten Antriebsmotor des Förderbands. Die Fernwärmeversorgung blieb auch damals gesichert, weil andere Erzeugungsanlagen die fehlende Leistung ersetzen konnten.

Der aktuelle Brand vom Samstag lässt sich daraus nicht erklären. Zur Ursache des neuen Feuers gab es zunächst keine gesicherten Angaben.

Tiefstack bleibt bis 2030 Teil der Kohleversorgung

Das Kraftwerk befindet sich zugleich mitten in einem grundlegenden Umbau. Hamburg will spätestens bis Ende 2030 vollständig aus der Kohleverwendung in der Fernwärme aussteigen. Tiefstack ist das letzte verbliebene große Kohlekraftwerk im städtischen Wärmesystem.

Am Standort entsteht deshalb schrittweise der Energiepark Tiefstack. Künftig sollen unter anderem industrielle Abwärme, Wärme aus der Müllverwertung, eine große Flusswasser-Wärmepumpe und Wärmespeicher die bisherige Kohleerzeugung ersetzen. Die Hamburger Energiewerke bauen derzeit unter anderem eine Wärmepumpe mit einer Leistung von 60 Megawatt sowie einen Wärmespeicher mit einem Volumen von 40.000 Kubikmetern.

Bis diese Anlagen den bisherigen Kraftwerksbetrieb vollständig ersetzen können, bleibt Tiefstack ein wichtiger Baustein der Hamburger Energieversorgung. Der Brand am Samstag betraf nach dem bislang bekannten Stand einen begrenzten Bereich der Kohleanlage. Hinweise auf einen Ausfall der Fernwärme- oder Stromversorgung lagen zunächst nicht vor.

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