Feuer in 60 Metern Höhe: Windrad brennt bei Simonsberg

Ein Schild zeigt Warnung
Symbolbild mit KI erstellt

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Bei einem Windradbrand bei Simonsberg im Kreis Nordfriesland ist in der Nacht zu Dienstag das Maschinenhaus einer Windkraftanlage in großer Höhe in Flammen aufgegangen. Die Feuerwehr konnte den Brand nicht direkt löschen und sperrte den Gefahrenbereich weiträumig ab. Die Anlage wurde unter Aufsicht kontrolliert abbrennen gelassen. Die Ursache des Feuers war am Dienstagmorgen noch ungeklärt.

Feuerwehr wird gegen 22.30 Uhr alarmiert

Nach Angaben der Feuerwehr ging der Alarm am Montagabend gegen 22.30 Uhr ein. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte brannte die Gondel der Windkraftanlage in etwa 60 Metern Höhe. Eine direkte Brandbekämpfung war unter diesen Bedingungen nicht möglich. Statt Löschangriffe in großer Höhe zu versuchen, konzentrierten sich die Einsatzkräfte darauf, das Gelände zu sichern und das Feuer zu überwachen.

Eine bestätigte Zahl der eingesetzten Feuerwehrleute wurde in den zunächst vorliegenden Angaben nicht genannt. Auch zu möglichen Verletzten gab es am frühen Dienstagmorgen keine konkret bestätigte behördliche Angabe.

Um 22.47 Uhr verschickte die Kooperative Regionalleitstelle Nord zusätzlich eine Gefahreninformation für Simonsberg. Darin wurde vor einem Feuer mit starker Rauchentwicklung an einer Windenergieanlage gewarnt. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, das betroffene Gebiet zu meiden und Anweisungen der Einsatzkräfte zu beachten. Bereits um 23.51 Uhr hob die Leitstelle diese Warnung wieder auf.

Gefahr durch herabfallende Teile

Bei einem brennenden Maschinenhaus besteht nicht nur Gefahr durch Feuer und Rauch. Teile der Gondel oder der Rotorblätter können sich lösen und aus großer Höhe zu Boden fallen. Genau deshalb werden solche Einsatzstellen erheblich weiträumiger abgesperrt als viele gewöhnliche Brandorte.

Der Deutsche Feuerwehrverband empfiehlt bei einem Feuer im oberen Bereich einer Windenergieanlage, das nicht sicher bekämpft werden kann, grundsätzlich einen Sicherheitsbereich von mindestens 500 Metern. Bei starkem Wind muss der Gefahrenbereich in Windrichtung gegebenenfalls noch größer ausfallen. Die Empfehlung geht ausdrücklich davon aus, dass beim Abbrennen Teile der Anlage herabstürzen können.

Wie groß die Absperrung bei Simonsberg konkret war, wurde zunächst nicht angegeben. Bestätigt ist lediglich, dass die Feuerwehr den Bereich weiträumig sicherte.

Warum die Feuerwehr das Windrad abbrennen lässt

Dass die Einsatzkräfte ein brennendes Windrad nicht löschen, ist bei einem Feuer in der Gondel keine ungewöhnliche Entscheidung. Herkömmliche Drehleitern und andere Hubrettungsmittel erreichen die Maschinenhäuser moderner Anlagen häufig nicht. Hinzu kommen die großen Wurfweiten herabfallender brennender Bauteile sowie elektrische Gefahren.

Der Deutsche Feuerwehrverband empfiehlt Löschversuche deshalb vor allem dann, wenn sich ein Brand im unteren Bereich einer Anlage befindet, etwa am Turmfuß oder in einem Übergabehäuschen. Bei einem Brand im Maschinenhaus kommt dagegen in vielen Fällen nur ein kontrolliertes Abbrennen unter Sicherung des Umfeldes infrage.

Automatische Löschsysteme können bei entsprechend ausgerüsteten Anlagen eingreifen, bevor sich ein Feuer vollständig ausbreitet. Ob das betroffene Windrad bei Simonsberg über ein solches System verfügte und ob dieses ausgelöst hat, war zunächst nicht bekannt.

Brandursache bei Simonsberg noch ungeklärt

Warum das Feuer ausbrach, war am Dienstagmorgen offen. Nach Angaben der Polizei stand die Brandursache zunächst nicht fest. Aussagen zu einem technischen Defekt, einem elektrischen Problem oder anderen möglichen Auslösern wären daher verfrüht.

Auch eine eindeutige Betreiberzuordnung der konkret betroffenen Anlage war zunächst nicht bestätigt. Für das Gemeindegebiet Simonsberg weisen ältere Genehmigungsunterlagen mehrere Windenergieanlagen und unterschiedliche Betreibergesellschaften aus. Daraus lässt sich ohne genaue Identifizierung des beschädigten Windrads nicht ableiten, welches Unternehmen für diese Anlage verantwortlich ist.

Entsprechend lagen zunächst auch keine belastbaren Betreiberangaben zum Umfang des Schadens oder zum weiteren Vorgehen mit der ausgebrannten Anlage vor. Für eine Untersuchung der Brandursache muss der Gefahrenbereich zunächst sicher zugänglich sein.

Windradbrände sind in Deutschland selten

Eine vollständige amtliche bundesweite Statistik ausschließlich zu Bränden von Windenergieanlagen existiert nicht. Der Bundesverband WindEnergie sammelt allerdings bekannt gewordene Fälle. Nach Angaben, die BR24 im Juni 2026 veröffentlichte, waren in dieser Sammlung seit 2006 insgesamt 73 Brände in Deutschland dokumentiert. Das entspricht im Durchschnitt knapp vier dokumentierten Fällen pro Jahr. Der Verband schätzt die tatsächliche Größenordnung auf etwa fünf bis zehn Brände jährlich.

Zum Vergleich: Ende 2025 waren nach Angaben des Bundesverbandes WindEnergie 29.226 Windenergieanlagen an Land sowie 1.680 Anlagen auf See in Betrieb. Auch vor diesem Hintergrund bleiben Brände einzelner Anlagen seltene Ereignisse.

Der Einsatz bei Simonsberg zeigt zugleich die besondere Herausforderung für Feuerwehren. Entscheidend ist bei einem Brand weit oben im Turm häufig nicht der unmittelbare Löschangriff, sondern das Absperren des Gefahrenbereichs, der Schutz vor herabfallenden Bauteilen und die Überwachung der Anlage, bis das Feuer erloschen ist.

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