Frank Nopper greift beim Volksfestumzug nach Protestbanner

Das Bild zeigt eine Lupe, die etwas sucht und symbolisiert eine Internetsuche
Symbolbild mit KI erstellt

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Beim historischen Volksfestumzug in Stuttgart ist es zu einem Zwischenfall zwischen Oberbürgermeister Frank Nopper und Tierrechtsaktivisten gekommen. Auf Videoaufnahmen ist zu sehen, wie der CDU Politiker am Sonntag, 27. September, aus einer fahrenden Pferdekutsche nach einem Transparent greift und es zu sich zieht. Über die Folgen des Vorfalls gibt es unterschiedliche Darstellungen.

Aktivisten laufen neben Noppers Pferdekutsche

Der Vorfall ereignete sich während des traditionellen Volksfestumzugs in Bad Cannstatt. Zwei Mitglieder des Kollektivs Tierbefreiung Stuttgart näherten sich mit einem Transparent der Pferdekutsche, in der Nopper und seine Ehefrau saßen. Auf dem Banner stand die Forderung „Tierschauverbot für Stuttgart“.

Auf den veröffentlichten Aufnahmen ist zu erkennen, dass ein Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes zunächst versucht, die beiden Aktivisten aufzuhalten. Sie gelangen dennoch bis neben die Kutsche. Nopper erhebt sich dort kurz, greift nach dem Transparent und zieht es in Richtung der Kutsche. Die Aktivisten halten zunächst dagegen, bevor das Banner bei Nopper bleibt.

Der Protest richtete sich gegen den Einsatz von Tieren bei dem Umzug. Das Kollektiv kritisiert unter anderem die Teilnahme von Pferden, Rindern, Ziegen und Schweinen an der Veranstaltung. Diese Bewertung stammt von der Gruppe selbst.

Verletzung eines Aktivisten ist umstritten

Das Kollektiv Tierbefreiung Stuttgart erklärte nach dem Vorfall, Nopper habe beim Wegnehmen des Transparents einen der beiden Aktivisten verletzt. Eine unabhängige Bestätigung für eine Verletzung lag zunächst nicht vor.

Noppers Sprecherin widersprach dieser Darstellung. Sie erklärte dem SWR am Montag, der Oberbürgermeister habe lediglich das Transparent und keinen der Aktivisten berührt. Nopper begründete sein Eingreifen demnach mit einer aus seiner Sicht bestehenden Gefahr für den Umzug. Die Pferde hätten durch die Aktion scheuen und dadurch Menschen gefährden können, lautete die Darstellung aus dem Rathaus.

Ob tatsächlich eine konkrete Gefahr für Pferde, Teilnehmer oder Zuschauer bestand, lässt sich aus den veröffentlichten Aufnahmen allein nicht abschließend feststellen.

Polizei wertet Aufnahmen des Vorfalls aus

Die Stuttgarter Polizei bezeichnete die Protestaktion nach Angaben des SWR als unangemeldete Demonstration. Am Montag wurden Videos und weitere Aufnahmen ausgewertet. Ob daraus weitere Konsequenzen entstehen, war zu diesem Zeitpunkt noch offen. Eine Anzeige wegen Körperverletzung lag der Polizei nach deren damaligem Stand nicht vor.

Die Polizei widersprach zudem der Darstellung des Kollektivs zum Eingreifen gegen weitere Demonstrierende. Nach Angaben der Gruppe seien sechs Aktivisten von Polizisten von der Straße gebracht worden. Die Polizei erklärte dagegen, zunächst hätten Ordnungskräfte eingegriffen und die Beteiligten vom Umzug weggeleitet.

Volksfestumzug gehört zur Cannstatter Wasen Tradition

Der historische Umzug fand am ersten Sonntag des 179. Cannstatter Volksfests statt. Nach Angaben der Stadt Stuttgart zogen rund 130 Gruppen mit mehr als 4.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern vom Kursaal in Bad Cannstatt zum Wasengelände. Nopper nahm gemeinsam mit seiner Ehefrau in einer Pferdekutsche teil.

Frank Nopper ist seit Februar 2021 Oberbürgermeister der baden württembergischen Landeshauptstadt. Als Oberbürgermeister steht er an der Spitze der Stadtverwaltung und führt den Vorsitz im Gemeinderat.

Der Vorfall um Nopper beim Volksfestumzug ist damit in seinem wesentlichen Ablauf dokumentiert. Offen ist dagegen weiterhin, ob der Aktivist bei dem Zugriff auf das Transparent tatsächlich verletzt wurde und welche rechtlichen Folgen die unangemeldete Protestaktion oder der Zwischenfall haben könnten.

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