
Münster. Nach Irritationen rund um das Zweitliga-Spiel zwischen dem VfL Bochum und dem SC Preußen Münster hat die Landesregierung klargestellt: Nicht das Innenministerium, sondern die Polizei Bochum war für die Risikoeinstufung verantwortlich. Das geht aus der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage im Landtag hervor, die nun veröffentlicht wurde.
Im Vorfeld der Partie am 30. August 2025 hatte die Polizei Bochum zunächst Aufenthalts- und Betretungsverbote gegen einzelne Münster-Fans verhängt. Obwohl die Begegnung offiziell als Spiel mit niedrigem Risiko eingestuft war, wurden die betroffenen Anhörungsschreiben irrtümlich als „Spiel mit erhöhtem Risiko“ bezeichnet. Diese Fehleinstufung sorgte für Unmut unter den Anhängern und in den Vereinen beider Städte.
Wie aus der Landtagsdrucksache hervorgeht, habe das Innenministerium keine direkte Rolle bei der Risikobewertung übernommen. Entscheidungen über die Sicherheitslage bei Fußballspielen träfen grundsätzlich die zuständigen Kreispolizeibehörden vor Ort – in diesem Fall also die Polizei Bochum. Das Ministerium habe lediglich die fachliche Aufsicht über die Prozesse, nicht aber die operative Verantwortung.
Nach Angaben der Landesregierung beruhte die Irritation auf einem Verwaltungsfehler. In den versandten Anhörungen seien falsche Formulierungen verwendet worden, wodurch der Eindruck einer höheren Risikostufe entstand. Nachdem der Fehler erkannt wurde, habe die Polizei Bochum die Schreiben widerrufen und die geplanten Maßnahmen – darunter Bereichs- und Aufenthaltsverbote – eingestellt.
Eine eigentliche „Neubewertung der Risikostufe“, wie es in Medienberichten hieß, habe es dagegen nicht gegeben. Vielmehr sei der Verzicht auf die Verbote aus formalen Gründen erfolgt, weil die gesetzlich vorgeschriebenen Anhörungsfristen nicht mehr eingehalten werden konnten. Das Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste (LZPD) habe den Vorgang inzwischen geprüft und sehe nach eigenen Angaben keinen weiteren Handlungsbedarf.
Die Episode zeigt, wie sensibel das Thema Sicherheitsbewertung im Fußball bleibt – gerade bei Vereinen, deren Fans als befreundet gelten. Sowohl der SC Preußen Münster als auch der VfL Bochum hatten sich nach Bekanntwerden der Irritationen für eine sachliche Klärung eingesetzt. Der Fall dürfte die Diskussion darüber, wie transparent Polizei und Innenministerium bei der Einstufung von Fußballspielen kommunizieren, weiter befeuern.
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