Wenn Betreuung ausfällt: Kitas in Münster mussten 206-mal schließen

Zu wenige Kinder, zu viele Kita-Plätze: Münster plant Schließungen, Gruppenabbau und Finanzhilfen für Träger. Entscheidung im März.
Foto: La-Rel Easter auf Unsplash

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Münster. Kitas in Münster waren im Jahr 2025 wiederholt von Einschränkungen betroffen. Wie aus Zahlen hervorgeht, die die nordrhein-westfälische Landesregierung im Familienausschuss des Landtags vorgestellt hat, kam es zwischen Januar und November zu zahlreichen Meldungen wegen personeller Unterbesetzung. Grundlage der Angaben ist eine Anfrage der SPD-Fraktion.

Nach diesen Daten wurden landesweit 1257 personelle Unterbesetzungen gemeldet. In Münster betraf dies 157 von insgesamt 223 Kindertageseinrichtungen. In 206 Fällen mussten Einrichtungen in der Stadt ganz oder teilweise schließen. Der Monat Dezember ist in der Statistik nicht enthalten. Die Zahlen wurden im Ausschuss öffentlich gemacht und beziehen sich ausschließlich auf den genannten Zeitraum.

Personalmangel als Hauptursache der Einschränkungen

Als Grund für die Schließungen nennt die Landesregierung personelle Engpässe in den Einrichtungen. Nach Darstellung des SPD-Landtagsabgeordneten André Stinka führen diese Ausfälle zu mehreren gleichzeitigen Problemen. Demnach sind Eltern von kurzfristigen Betreuungsausfällen betroffen, Kinder können Angebote der frühkindlichen Bildung nicht wie vorgesehen wahrnehmen, und die Belastung für die Beschäftigten in den Kitas nimmt zu. Mit steigender Arbeitsbelastung erhöhe sich nach Einschätzung Stinkas auch das Risiko langfristiger Erkrankungen beim Personal.

Die Zahlen aus Münster zeigen, dass ein großer Teil der Einrichtungen mindestens einmal im Jahr 2025 von Einschränkungen betroffen war. Insgesamt liegt die Zahl der betroffenen Kitas deutlich über der Hälfte aller Einrichtungen in der Stadt. Die Meldungen wurden im Rahmen der landesweiten Erhebung erfasst und zusammengefasst.

Vorschläge und Kritik an geplanten Gesetzesänderungen

Als mögliche Maßnahme nennt André Stinka eine trägerübergreifende Vertretungsregelung mit sogenannten Springerkräften. Vergleichbare Modelle existieren nach seinen Angaben bereits in Rheinland-Pfalz sowie als Modellprojekt in der Stadt Velbert in Nordrhein-Westfalen. Dabei betont er, dass eine solche Lösung nur mit qualifiziertem Personal umgesetzt werden könne und eine finanzielle Unterstützung durch das Land erforderlich sei. Die SPD-Fraktion kündigt an, entsprechende Finanzierungsvorschläge vorzulegen.

Kritisch äußert sich die SPD zudem zu geplanten Änderungen am Kinderbildungsgesetz durch die schwarz-grüne Landesregierung. Geplant sei unter anderem, künftig nur noch fünf Stunden täglicher Fachkraftzeit in den Gruppen verbindlich festzuschreiben. Weitere Betreuungszeiten sollen von den finanziellen Möglichkeiten der Träger abhängen. Nach Angaben des Landesamts für Statistik verbringen landesweit mehr als 95 Prozent der Kinder mehr als 25 Stunden pro Woche in der Kita, was über 620.000 Kinder in Nordrhein-Westfalen betrifft. Die SPD lehnt diese geplanten Änderungen ab und kündigt Widerstand im Landtag an.

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