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Amazon Prime Video: Verbraucher können Sammelklage beitreten

Verbraucher können sich einer Sammelklage gegen Amazon anschließen, da Prime Video Werbung ohne Zustimmung einführte.
Foto: Bastian Riccardi

Nutzer von Prime Video können sich einer Sammelklage gegen Amazon in Deutschland anschließen. Hintergrund ist Amazons Entscheidung, Kunden entweder Werbung beim Streamen zu zeigen oder für knapp drei Euro mehr pro Monat werbefrei zu schauen. Verbraucherschützer halten dieses Vorgehen für rechtswidrig.

Amazons Einführung von Werbung bei Prime Video

Im Februar begann Amazon, „in begrenztem Umfang“ Werbung in Filmen und Serien zu schalten. Kunden können jedoch für 2,99 Euro pro Monat das zusätzliche Abo Prime Video Ad Free abschließen, um weiterhin werbefrei zu streamen. Dieses neue Modell stieß auf Kritik von Verbraucherschützern.

Verbraucherschützer halten Amazons Vorgehen für rechtswidrig

Die Verbraucherzentrale wirft Amazon vor, Werbung „einseitig und ohne Zustimmung der Kunden“ eingeführt zu haben. Änderungen innerhalb eines laufenden Vertrages erfordern jedoch die Zustimmung der Verbraucher. Andere Streamingdienste holen vor Änderungen stets die Zustimmung der Kunden ein, wodurch Amazons Vorgehen als unzulässig angesehen wird.

Wer ist klageberechtigt?

Alle Kunden, die vor dem 5. Februar ein Amazon-Prime-Abo hatten und dieses bezahlt haben, können an der Sammelklage teilnehmen. Es spielt keine Rolle, ob das Zusatz-Abo Prime Video Ad Free abgeschlossen wurde oder nicht. Zudem muss der Videodienst nicht genutzt worden sein, und das Abo muss nicht mehr bestehen. Das Klageregister ist nun geöffnet, und betroffene Kunden können sich anmelden.

Anmeldung zur Sammelklage gegen Amazon

Die Anmeldung zur Sammelklage ist online möglich. Die Verbraucherzentrale Sachsen bietet bei Bedarf Unterstützung an. Kunden können sich leicht registrieren, um ihre Ansprüche geltend zu machen und Teil der Klage zu werden.

Erfolgsaussichten der Klage

Sollte die Klage erfolgreich sein, würden betroffene Kunden ihr Geld zurückbekommen. Dies entspricht etwa 36 Euro pro Jahr. Das Verfahren könnte jedoch mehrere Jahre dauern. Amazon wies die Vorwürfe zurück und erklärte, alle gesetzlichen Verpflichtungen erfüllt zu haben.

Alternativen für unzufriedene Kunden

Verbraucher, die mit der neuen Werbepolitik von Prime Video unzufrieden sind, haben die Möglichkeit, den Streamingdienst zu wechseln. Die Prime Video Mitgliedschaft kann bis 48 Stunden vor der nächsten Abrechnung gekündigt werden.

Die Einführung von Werbung bei Prime Video hat viele Kunden verärgert und zu einer Sammelklage gegen Amazon geführt. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickelt und ob die Klage erfolgreich sein wird.