
Warendorf. Wochenlang war unklar, was hinter den immer neuen Chemikalienfunden zwischen Sendenhorst und Drensteinfurt steckt. Jetzt gibt es eine erste Antwort. Untersuchungen des Landeskriminalamts deuten darauf hin, dass die im Juli illegal entsorgten Gefahrstoffe aus einer illegalen Drogenproduktion stammen könnten. Wo die Abfälle tatsächlich entstanden sind und wer sie an mehreren Stellen im Kreis Warendorf abgeladen hat, ist allerdings weiterhin unbekannt.
Mitte Juli waren innerhalb weniger Tage immer wieder Kanister und Fässer mit Gefahrstoffkennzeichnungen an Straßen im Raum Sendenhorst und Drensteinfurt entdeckt worden. Ein Schwerpunkt lag an der L 851 in Höhe des Ahrenhorster Bachs. Weitere fünf Kanister fanden Zeugen später im Bereich der B 58 und B 54 zwischen Drensteinfurt und Rinkerode.
Sämtliche Kanister wurden durch eine Fachfirma gesichert, anschließend nahm ein Experte des Landeskriminalamts Proben. Das Ergebnis dieser Untersuchungen liegt inzwischen vor. Nach Angaben der Polizei deutet laut Gutachten „vieles darauf hin“, dass es sich bei den Stoffen um Abfälle aus einer illegalen Drogenproduktion handeln könnte. Welche Substanzen konkret festgestellt wurden oder welche Droge möglicherweise produziert wurde, teilte die Polizei nicht mit.
Die neuen Erkenntnisse bedeuten ausdrücklich nicht, dass die Polizei ein Drogenlabor in Drensteinfurt, Sendenhorst oder an einem anderen Ort im Kreis Warendorf gefunden hat. Nach aktuellem Ermittlungsstand gibt es weder Erkenntnisse zur Herkunft der Chemikalien noch zu einem möglichen Produktionsstandort.
Auch wer die Kanister an den verschiedenen Stellen abgeladen hat, ist weiterhin unbekannt. Die Ermittlungen laufen. Damit bleibt auch offen, ob sämtliche Funde auf dieselben Verursacher zurückgehen.
Die Chemikalienfunde hatten im Juli mehrfach größere Einsätze ausgelöst. Mindestens ein Behälter war beschädigt und Flüssigkeit ausgetreten. Wegen der Gefahrstoffkennzeichnungen rückten unter anderem Spezialkräfte der Feuerwehr und ein ABC-Gefahrgutzug aus.
Erste Messungen deuteten damals auf eine gefährliche, ätzende Substanz hin. In der Nähe des Ahrenhorster Bachs war auch Erdreich betroffen. Kontaminierter Boden musste teilweise durch eine Fachfirma abgetragen und abtransportiert werden. Die L 851 blieb während eines Einsatzes mehrere Stunden gesperrt. Auch beim späteren Fund zwischen Drensteinfurt und Rinkerode wurde die B 58 für die Bergung der Kanister vorübergehend vollständig gesperrt.
Bereits nach den Funden im Juli wurden Ermittlungen wegen der illegalen Entsorgung aufgenommen. Der neue Befund des LKA liefert nun einen möglichen Hintergrund für die Chemikalien, führt bislang aber nicht zu deren Herkunft oder zu den Verantwortlichen.
Die Polizei bittet deshalb weiterhin um Hinweise. Wer Beobachtungen zu den Ablagerungen gemacht hat oder Angaben zur Herkunft der Kanister machen kann, soll sich bei der Polizei in Ahlen unter der Telefonnummer 02382/965-0 melden.
Andere auffällige Chemikalienfunde hatte es 2026 auch an weiteren Orten im Kreis Warendorf gegeben. Ein Zusammenhang mit den Kanistern zwischen Drensteinfurt und Sendenhorst ist bislang jedoch nicht nachgewiesen.
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