
Münster. Der erste Abend des achten Grand Münster Slams hat eindrucksvoll gezeigt, weshalb die Donots ihre jährlichen Shows in der Halle Münsterland seit Jahren als ganz besonderes Heimspiel feiern. Tausende Fans füllten am Freitag die Arena bis auf den letzten Platz, und schon lange bevor die Band selbst die Bühne betrat, brodelte die Stimmung wie bei einem Festival – nur in vertrauter Indoor-Atmosphäre, die dem Format seit jeher seinen eigenen Charakter gibt.
Bevor die Donots überhaupt loslegten, hatten 24/7 Diva Heaven, Ignite und Team Scheiße die Menge auf Temperatur gebracht. Die Vorbands lösten immer wieder Jubelwellen aus, die deutlich machten, wie sehr das Publikum diesen Abend herbeigesehnt hatte. Dass die Donots die Halle Münsterland als ihr „zweites Wohnzimmer“ bezeichnen, ist längst kein PR-Spruch mehr – die Reaktionen der Fans zeigten, welchen Stellenwert diese Abende in Münster haben.
Als die ersten Töne erklangen, mischten sich sofort die vertrauten Rufe durchs Rund. Kaum startete die Band in ihr Set, war klar, dass dieser Abend weit mehr wird als ein gewöhnliches Tourkonzert. Immer wieder intonierten die Zuschauer die typischen „So long“-Gesänge – ein Ritual, das sich über die Jahre als feste Größe etabliert hat und das die Donots beim Auftakt 2025 erneut begeistert aufgriffen.
Mitten im Set nahm sich Frontmann Ingo Knollmann Zeit für kurze Geschichten aus dem Münster-Alltag – vom Feierabendbier am Hansaring bis zu Nächten im Hawerkamp oder in der Gorilla-Bar. Diese Verankerung in der lokalen Szene gehört zu den Abenden in Münster genauso dazu wie das obligatorische Bad in der Menge. In diesem Jahr wurde daraus eine spontane Trinkrunde: Erst ein Fan, dann zwei, dann sieben – am Ende trug die Halle ihren Sänger buchstäblich auf Händen.
Der Grand Münster Slam lebt von solchen Momenten, die jedes Jahr neue Formen annehmen und sich trotzdem vertraut anfühlen. Genau diese Mischung aus Ritual und Spontanität macht die Veranstaltungen für viele Fans zu einem jährlichen Pflichttermin.
Auch 2025 blieben die Donots ihrer Tradition treu und holten Gäste auf die Bühne, die seit Jahren Teil der Münster-Geschichte der Band sind. Die H-Blockx – selbst erst kürzlich mit einer eigenen Show in der Halle Münsterland – standen überraschend mit auf der Bühne. Das Wiedersehen zwischen den beiden westfälischen Bands sorgte für einen der lautesten Momente des Abends.
Im akustischen Teil stieß zudem Nicholas Müller von Jupiter Jones dazu. Seine Stimme ergänzte die ruhigen Passagen, bevor die Band wieder in typische Slam-Energie umzuschalten wusste.
Ein weiterer Höhepunkt war die Premiere eines neuen Songs, den die Donots vor dem Publikum „ein letztes Mal proben“ wollten. Am Samstagmittag sollte er nämlich bereits bei einer ganz neuen Veranstaltung sitzen: dem ersten Kinderkonzert ihrer Bandgeschichte.
Zwischen den beiden großen Abendshows steht an diesem Wochenende noch ein Projekt, das sich die Band schon länger vorgenommen hatte: der Grand Kiddie Slam. Das familienfreundliche Konzert am Samstagmittag war im Vorfeld bereits auf große Resonanz gestoßen. Für die jüngsten Fans kündigten die Donots eine eigene Songauswahl an – darunter eine punkige Version des bekannten Kinderliedes „Das Lied vom Wecken“. Bei der spontanen Probe vor Tausenden funktionierte das Konzept bereits erstaunlich gut.