
Münster. Die Waldbrandgefahr Münster steigt in den kommenden Tagen deutlich. Nach den aktuellen Daten des Deutschen Wetterdienstes liegt die Station Münster/Osnabrück am Mittwoch und Donnerstag noch bei Stufe 3. Ab Freitag wird dort Stufe 4 erreicht, die für eine hohe Gefahr steht. Auch Samstag und Sonntag bleibt Münster nach der DWD-Vorhersage auf dieser hohen Gefahrenstufe. Die höchste Stufe 5 wird für die Station Münster/Osnabrück derzeit nicht ausgewiesen, landesweit rechnet Wald und Holz NRW aber mit einer weiteren Zuspitzung der Lage.
Der DWD-Waldbrandindex arbeitet mit fünf Stufen. Stufe 1 steht für eine sehr geringe Gefahr, Stufe 5 für eine sehr hohe Gefahr. Für Münster ist vor allem der Sprung von Stufe 3 auf Stufe 4 entscheidend. Damit ändert sich die Lage nicht nur meteorologisch, sondern auch praktisch: Schon kleine Zündquellen können bei trockener Vegetation, Hitze und Wind zu einem Problem werden. Wald und Holz NRW weist darauf hin, dass der DWD-Index eine Orientierung bietet, die örtliche Gefahr aber je nach Boden, Bewuchs und Sonneneinstrahlung auch höher liegen kann.
In Nordrhein-Westfalen verschärft sich die Lage nach Einschätzung des Landesbetriebs Wald und Holz rasch. Nach niedrigen Gefahrenstufen zu Wochenbeginn könnte am Wochenende regional sogar die höchste Waldbrandstufe 5 erreicht werden. Bereits ab Donnerstag und Freitag werden in Teilen des Landes hohe Gefahrenstufen erwartet. Für Münster bedeutet das: Die Stadt liegt nach DWD-Prognose zwar nicht in Stufe 5, bewegt sich aber ab Freitag im Bereich hoher Waldbrandgefahr. Das ist für eine dicht besiedelte Stadt mit stark genutzten Erholungswäldern relevant.
Eine offizielle Liste besonders betroffener Wälder in Münster gibt es derzeit nicht. Der DWD weist die Gefahr über Messstationen aus, nicht für einzelne Waldflächen. Dennoch lassen sich sensible Bereiche benennen, ohne die Lage zu überzeichnen. Besonders viel Publikumsverkehr gibt es in Erholungswäldern wie dem Dyckburger Wald, dem Kiesekampbusch am Zoo, dem Wald am Haus Rüschhaus, dem Rohrbusch und dem Coerdewald. Auch die Hohe Ward ist wichtig, weil dort Stadtwald und Wasserschutzfunktionen zusammentreffen. Die Stadt Münster verweist zudem auf trockene Waldgesellschaften in der Hohen Ward sowie auf trockene Buchen-Eichen-Wälder unter anderem im Dyckburger Wald und in Hiltrup.
Waldbrandgefahr entsteht nicht nur tief im Wald. Kritisch sind häufig Waldränder, lichte Bestände, ausgetrocknetes Gras, Wege, Parkplätze und Straßenränder. Wald und Holz NRW nennt besonders sandige Böden, Nadelholzreinbestände und Flächen mit intensiver Sonneneinstrahlung auf dürres Gras oder Geäst als Risikofaktoren. Reine Nadelwälder, vor allem Kiefern, gelten als gefährdeter als Mischwälder. Für Münster heißt das: Entscheidend ist nicht nur der Name eines Waldgebietes, sondern die konkrete Situation vor Ort. Ein trockener Wegrand kann gefährlicher sein als ein schattiger, feuchter Laubwaldbereich.
Für Besucherinnen und Besucher gelten jetzt klare Regeln. In Nordrhein-Westfalen ist Rauchen im Wald vom 1. März bis 31. Oktober verboten. Offenes Feuer und Grillen sind im Wald sowie in einem Abstand von 100 Metern zum Wald untersagt. Waldzufahrten müssen für Feuerwehr und Rettungskräfte frei bleiben. Autos sollten nur auf befestigten Flächen abgestellt werden, weil heiße Fahrzeugteile trockenes Gras entzünden können. Wer Rauch oder Flammen bemerkt, sollte sofort die 112 wählen und den Gefahrenbereich verlassen.
Die Stadt Münster weist in ihrem Waldknigge darauf hin, dass Wälder bei besonderen Gefahrenlagen zeitweise gesperrt werden können. Dazu zählt ausdrücklich große Waldbrandgefahr. Für Naturschutzgebiete wie Gelmerheide, Rieselfelder, Bonnenkamp, Vorwerkshügel oder Davert gilt ohnehin, dass Wege grundsätzlich nicht verlassen werden dürfen. Bei hoher Waldbrandgefahr wird daraus ein besonders wichtiger Punkt. Wer auf den Wegen bleibt, keine Zigaretten wegwirft, Zufahrten freihält und trockenes Gras meidet, reduziert das Risiko deutlich.
Zur Waldbrandgefahr kommt in Münster eine starke Hitzebelastung. Für Mittwoch und Donnerstag gilt nach der aktuellen Warnlage eine Warnung vor extremer Hitze. Besonders im dicht bebauten Stadtgebiet kann die geringe nächtliche Abkühlung zusätzlich belasten. Für die Wälder bedeutet das: Sie bleiben zwar wichtige kühle Rückzugsräume, zugleich steigt mit jeder trockenen, heißen Stunde das Risiko durch fahrlässiges Verhalten. Die Waldbrandgefahr Münster ist deshalb vor allem ein Verhaltensthema. Die meisten Brände entstehen nicht natürlich, sondern durch menschliche Ursachen.
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