
Münster. Das Fahrbahnloch auf der Hittorfstraße in Münster ist die Folge eines beschädigten Regenwasserkanals. Durch eine undichte Stelle wurde Erdreich unter der Straße fortgespült, bis der Asphalt seinen Halt verlor. Seit Freitag, 17. Juli, ist der betroffene Bereich abgesperrt. Die Reparatur soll nach dem bisherigen Zeitplan am Mittwoch beginnen.
Ausgangspunkt des Schadens war nach Angaben der Stadt Münster eine undichte Stelle im Regenwasserkanal. Durch das Leck gelangte umliegender Boden in das Rohr und wurde abtransportiert. Unter der Fahrbahn entstand dadurch ein Hohlraum.
An der Oberfläche war zunächst lediglich eine Absenkung zu erkennen. Als der Untergrund weiter nachgab, brach die Asphaltdecke schließlich ein. Die Stadtwerke sicherten die Stelle daraufhin mit Warnbaken und Absperrgittern.
Für den Verkehr bleibt die Hittorfstraße eingeschränkt passierbar. Einzelne Fahrzeuge können an der Baustelle vorbeifahren, zwei Autos können sich dort jedoch nicht begegnen. Verkehrsteilnehmer müssen deshalb mit Behinderungen und kurzen Wartezeiten rechnen.
Um den genauen Ausgangspunkt der Unterspülung zu finden, wurde der betroffene Kanalabschnitt mit einer Kamera untersucht. Die Aufnahmen ermöglichten es, die beschädigte Stelle unter der Fahrbahn genauer zu lokalisieren.
Der Regenwasserkanal stammt aus dem Jahr 1957 und ist damit rund 69 Jahre alt. Daraus lässt sich jedoch nicht automatisch ableiten, dass allein das Alter für den Defekt verantwortlich ist. Zu einer konkreten Ursache des Lecks hat sich die Stadt bislang nicht geäußert.
Die notwendigen Arbeiten sollen nach der bisherigen Planung am Mittwoch, 22. Juli, beginnen. Wie lange die Reparatur und die anschließende Wiederherstellung der Fahrbahn dauern werden, ist noch offen. Auch zu möglichen zusätzlichen Sperrungen liegen bislang keine Angaben vor.
Ein vergleichbarer Fall sorgte Anfang Januar 2024 in Greven für erhebliche Verkehrsprobleme. Dort war die Rathausstraße im Kreuzungsbereich mit den Straßen Hinter der Lake und Lindenstraße zunächst abgesackt und anschließend auf einer Fläche von etwa drei mal drei Metern eingebrochen.
Auch in Greven hatte ein beschädigtes Kanalrohr dazu geführt, dass sich unter der Fahrbahn ein Hohlraum bildete. Anders als an der Hittorfstraße kam damals jedoch das Hochwasser der vorausgegangenen Wochen als zusätzlicher Faktor hinzu. Die Rathausstraße musste vollständig gesperrt werden. Der Einbruch war damit deutlich größer als der bisher bekannte Schaden in Münster.
Technisch ähneln sich beide Fälle: Sobald Erdreich durch ein defektes Rohr weggespült wird, verliert die darüberliegende Fahrbahn ihre tragende Grundlage. Vergleichbar ist daher vor allem der Ablauf. Das Ausmaß und die äußeren Bedingungen unterscheiden sich dagegen deutlich.
Defekte in öffentlichen Abwasserkanälen kommen regelmäßig vor. Sie führen jedoch nicht zwangsläufig zu einem sichtbaren Straßeneinbruch. Viele Risse, undichte Anschlüsse oder beschädigte Rohrverbindungen werden bei Kamerabefahrungen entdeckt und repariert, bevor sich an der Oberfläche Folgen zeigen.
Die bislang jüngste bundesweite Erhebung der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall basiert auf Daten aus dem Jahr 2018. Demnach wies weniger als ein Fünftel der untersuchten öffentlichen Kanalabschnitte Schäden mit kurz- oder mittelfristigem Sanierungsbedarf auf. Das durchschnittliche Alter des deutschen Kanalnetzes wurde mit 36,9 Jahren angegeben. Pro Jahr wird rund ein Prozent des Netzes saniert.
Diese Zahlen bedeuten nicht, dass ein entsprechend großer Anteil der Kanäle unmittelbar einsturzgefährdet ist. Großflächige Unterspülungen wie in Greven oder sichtbare Fahrbahnlöcher wie an der Hittorfstraße sind die auffällige Folge einer längeren Schadenskette. Wie häufig Straßen in Deutschland aufgrund defekter Kanäle tatsächlich einbrechen, wird bundesweit nicht gesondert erfasst.
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