St. Antonius in Münster vor neuer Zukunft als koptisch-orthodoxe Kirche

Der Zensus 2022 zeigt, dass Christen in Deutschland zur Minderheit werden. Katholiken und Protestanten machen nur noch 48 Prozent der Bevölkerung aus.
Symbolbild: Bernhard Schürman

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Die geplante Kirchenübergabe St. Antonius Münster könnte einem seit Jahren kaum genutzten Gotteshaus an der Weseler Straße eine neue religiöse Zukunft geben. Die katholische Kirchengemeinde St. Joseph Münster-Süd bereitet die Übergabe der denkmalgeschützten Kirche an die koptisch-orthodoxe Gemeinde vor. Die Verträge sollen nach Angaben der Pfarrei spätestens bis zum Frühsommer 2026 abgeschlossen sein. Die feierliche Übergabe ist für den 1. Oktober 2026 vorgesehen.

Katholische Gemeinde nutzt St. Antonius seit Jahren kaum noch

St. Antonius gehört zu den markanten Kirchengebäuden im Süden Münsters, wird von der katholischen Gemeinde aber seit längerer Zeit nur noch eingeschränkt genutzt. Eigene Gottesdienste finden dort, abgesehen von der Krypta, bereits seit 2008 nicht mehr statt. Die Kosten für das Gebäude blieben dennoch bei der Pfarrei.

Für St. Joseph Münster-Süd bedeutet die geplante Übergabe deshalb auch eine finanzielle Entlastung. Zugleich soll das Kirchengebäude weiterhin als religiöser Ort erhalten bleiben. Die Krypta soll nach den bisherigen Planungen für fünf Jahre zurückgemietet werden, damit dort weiterhin katholische Gottesdienste stattfinden können.

Nach Angaben der Pfarrei laufen die Gespräche mit der koptisch-orthodoxen Gemeinde bereits seit mehreren Monaten. Bis zur Unterzeichnung der Verträge bleiben die letzten rechtlichen und organisatorischen Schritte offen.

Koptisch-orthodoxe Gemeinde erhält mehr Raum in Münster

Für die koptisch-orthodoxe Gemeinde in Münster eröffnet die Übernahme neue Möglichkeiten. Die Gemeinde wächst und benötigt Räume für Gottesdienste, Unterricht und gemeinschaftliche Angebote. Neben der Kirche stehen an der Weseler Straße auch ein Pfarrsaal sowie frühere Bücherei- und Gruppenräume zur Verfügung, die künftig genutzt werden könnten.

Die koptisch-orthodoxe Kirche geht auf die Kirche von Alexandrien zurück und zählt zu den ältesten christlichen Kirchen. Weltweit gehören ihr rund zehn Millionen Gläubige an. Auch in Deutschland gibt es mehrere koptisch-orthodoxe Gemeinden.

Mit der geplanten Übergabe würde St. Antonius künftig stärker von orientalisch-christlichen Traditionen geprägt. Dazu gehören unter anderem Ikonen, Teppiche und eine Ikonostase, also eine geschmückte Trennwand mit Heiligenbildern im Kirchenraum.

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