Stadtwerke Münster trennen sich von weiteren GE-Windrädern

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Foto: Zbynek Burival / unsplash

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Münster. Die Stadtwerke Münster haben sich von zwei weiteren Windenergieanlagen des Herstellers GE Vernova getrennt. Nach einem Bericht des Fachmediums Energie & Management wurden die beiden einzelnen Anlagen weiterverkauft. Es soll sich um die letzten GE-Modelle im Bestand des kommunalen Versorgers gehandelt haben. Käufer, Standorte und Verkaufspreis wurden öffentlich zunächst nicht genannt. Für die Stadtwerke Münster ist der Schritt mehr als eine reine Portfoliobereinigung. Er steht im Zusammenhang mit einer längeren Auseinandersetzung um die Windenergieanlage Loevelingloh im Süden Münsters.

Zwei Anlagen verkauft, GE-Kapitel offenbar beendet

Nach den bisher bekannten Angaben verfügen die Stadtwerke Münster nach dem Verkauf noch über 24 Windenergieanlagen, davon fünf auf Münsteraner Stadtgebiet. Die nun verkauften Anlagen waren nach Darstellung von Energie & Management die letzten Windräder des Herstellers GE Vernova im Bestand. Damit endet für den Versorger faktisch ein Kapitel, das über Jahre von technischen Problemen und juristischen Auseinandersetzungen geprägt war. Eine eigene aktuelle Pressemitteilung der Stadtwerke zu den beiden Verkäufen lag zunächst nicht vor. Deshalb bleiben zentrale Details wie Kaufpreis, Käufer und genaue Standorte offen.

Der Konflikt um Loevelingloh belastete das Verhältnis

Im Mittelpunkt der Vorgeschichte steht die Windenergieanlage Loevelingloh. Die Stadtwerke Münster nahmen die Anlage 2017 in Betrieb. Nach Angaben des Unternehmens zeigten sich schon kurz nach der Inbetriebnahme Probleme. Im Januar 2025 bestätigten Messungen nach Darstellung der Stadtwerke erneut eine sogenannte zuschlagspflichtige Tonhaltigkeit. Die Anlage habe damit nicht dem Stand der Technik entsprochen. Die Stadtwerke erklärten im Februar 2025 die endgültige Außerbetriebnahme und nahmen das Klageverfahren gegen den Hersteller wieder auf.

Die Anlage war zuvor über längere Zeit nicht regelmäßig betrieben worden. Nach Angaben der Stadtwerke hatte GE mehrfach nachgebessert, ohne dass die Probleme dauerhaft behoben wurden. Auch Verkaufsgespräche waren zwischenzeitlich geführt worden. Am Ende entschieden sich die Stadtwerke für den endgültigen Schlussstrich: Loevelingloh sollte außer Betrieb bleiben und perspektivisch zurückgebaut werden. Für Münster war der Fall auch deshalb bedeutsam, weil die Anlage sinnbildlich für die Schwierigkeiten einzelner Windprojekte stand, obwohl die Stadtwerke ihren Ausbau der erneuerbaren Energien grundsätzlich fortsetzen.

Vergleich mit GE Vernova im September 2025

Im September 2025 teilten die Stadtwerke Münster mit, dass sie sich mit GE Vernova auf einen außergerichtlichen Vergleich geeinigt haben. Dieser umfasste den Rückbau der Windkraftanlage Loevelingloh am bisherigen Standort sowie eine Entschädigung für die Stadtwerke. Geschäftsführer Sebastian Jurczyk erklärte damals, das Kapitel Loevelingloh könne ohne finanziellen Schaden für die Stadtwerke Münster abgeschlossen werden. Auch GE Vernova sprach von einer einvernehmlichen Lösung.

Der jetzt bekannt gewordene Verkauf zweier weiterer GE-Anlagen ist deshalb als nachgelagerter Schritt zu verstehen. Die Stadtwerke sortieren nicht die Windenergie aus, sondern offenbar einen bestimmten Anlagentyp beziehungsweise Hersteller aus ihrem Bestand. Für Kundinnen und Kunden ändert sich dadurch zunächst nichts. Die Stromversorgung hängt nicht an einzelnen Windrädern, sondern am gesamten Erzeugungs- und Beschaffungsportfolio des Unternehmens. Politisch und strategisch ist der Vorgang dennoch interessant, weil er zeigt, wie konsequent kommunale Energieversorger problematische Technikentscheidungen korrigieren können.

Windenergie bleibt Teil der Stadtwerke-Strategie

Trotz der Trennung von GE-Anlagen halten die Stadtwerke Münster am Ausbau erneuerbarer Energien fest. In der Geschäftsbilanz 2025 meldete das Unternehmen, dass die Stromerzeugung aus Windenergie durch neue Anlagen auf rund 46,5 Millionen Kilowattstunden gestiegen sei. Das entsprach einem Plus von 43 Prozent. In Südlohn gingen 2025 drei Windenergieanlagen mit zusammen 17 Megawatt ans Netz. In Lemgo wurde eine weitere Anlage errichtet, die im Mai 2026 ans Netz ging.

Auch die Projektpipeline bleibt umfangreich. Nach Angaben der Stadtwerke sind 14 weitere Windenergieanlagen genehmigt: sechs in Sendenhorst mit 39,6 Megawatt, fünf in Dülmen mit 24,1 Megawatt und drei in Warendorf-Milte mit 18 Megawatt. Weitere Windenergieprojekte mit rund 145 Megawatt Gesamtleistung befinden sich in unterschiedlichen Planungsstadien. Damit ordnet sich der Verkauf der beiden GE-Windräder nicht als Rückzug aus der Windkraft ein, sondern als technische und strategische Bereinigung innerhalb eines weiter wachsenden Portfolios.

Ein kommunaler Versorger zieht Konsequenzen

Für die Stadtwerke Münster ist der Vorgang ein Signal an mehrere Seiten. Gegenüber dem Hersteller GE Vernova ist das Verhältnis nach den bekannten Informationen stark belastet. Gegenüber der Öffentlichkeit versucht der Versorger zugleich zu zeigen, dass problematische Anlagen nicht um jeden Preis weiterbetrieben werden. Die Stadtwerke setzen weiter auf Windenergie, trennen sich aber von Technik, die aus ihrer Sicht nicht zuverlässig genug war.

Offen bleibt, ob die verkauften Anlagen an anderer Stelle weiterbetrieben werden und unter welchen Bedingungen dies geschieht. Ebenfalls nicht bekannt ist, welche finanziellen Effekte der Verkauf für die Stadtwerke Münster hat. Klar ist dagegen: Nach Loevelingloh und dem Verkauf der letzten GE-Windräder richtet der kommunale Versorger sein Windportfolio neu aus. Für Münster bleibt Windkraft ein zentraler Baustein der Energiewende. Der Streit um GE Vernova dürfte für die Stadtwerke damit jedoch weitgehend abgeschlossen sein.

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