
Die Abschaltung der privaten E-Mail-Adressen mit der Endung @muenster.de rückt näher. Nachdem ms-aktuell.de bereits im Dezember über das drohende Ende der traditionellen Münster-Mail berichtet hatte, läuft inzwischen die konkrete Umzugsphase. Wer seine bisherige Adresse behalten möchte, kann noch bis zum 31. Juli 2026 zum Anbieter Posteo wechseln. Dort kostet die Weiterführung der Adresse künftig einen Euro pro Monat.
Nach aktuellem Stand sind rund 3.000 Nutzerinnen und Nutzer zu Posteo gewechselt. Im Dezember war noch von rund 10.400 betroffenen Konten die Rede. Damit bleibt für viele bisherige Nutzerinnen und Nutzer nur noch wenig Zeit, um eine Entscheidung zu treffen: Entweder sie ziehen ihr Postfach um, sichern ihre Daten oder verlieren nach Ablauf der Frist den Zugriff auf die bisherige Adresse und die gespeicherten Inhalte.
Der Hintergrund reicht mehrere Monate zurück. Im Dezember stand zunächst die Frage im Raum, ob Münster die seit 1996 angebotenen privaten E-Mail-Adressen mit der Endung @muenster.de überhaupt weiterführen würde. Die Stadtverwaltung hatte vorgeschlagen, das Angebot nach dem Auslaufen des Betreibervertrags einzustellen. Betroffen waren nach damaligem Stand rund 10.400 Konten.
Im Februar folgte die politische Entscheidung. Der Rat der Stadt Münster beschloss am 11. Februar 2026, den kostenlosen E-Mail-Service zum 31. Juli 2026 zu beenden. Seit dem 12. Februar können keine neuen @muenster.de-Adressen mehr registriert werden. Damit war klar: Das Angebot wird nicht einfach fortgeführt, sondern läuft nur noch für bestehende Nutzerinnen und Nutzer übergangsweise weiter.
Als Anschlusslösung wurde der Anbieter Posteo ausgewählt. Wer seine Adresse mit der Endung @muenster.de behalten möchte, kann das Postfach zu Posteo übertragen. Für fünf Jahre soll das Unternehmen die Adressen zunächst betreuen. Die Kosten liegen bei einem Euro pro Monat. Die Stadt selbst erzielt nach eigenen Angaben keine Einnahmen aus dieser Lösung.
Der Wechsel ist seit dem 23. April möglich. Für Betroffene bedeutet das: Die Adresse kann zwar weiter genutzt werden, aber nicht mehr als kostenloser städtischer Service. Aus einem kommunal finanzierten Angebot wird ein kostenpflichtiges Postfach bei einem privaten Anbieter. Für viele Nutzerinnen und Nutzer ist das vor allem deshalb relevant, weil die @muenster.de-Adresse häufig über Jahre bei Banken, Online-Shops, Vereinen, sozialen Netzwerken oder Behördenkontakten hinterlegt wurde.
Die Stadt nennt für den Wechsel oder die Datensicherung den 31. Juli 2026 als entscheidende Frist. Bis dahin können Nutzerinnen und Nutzer ihre E-Mails, Kontakte und Kalendereinträge sichern oder den Umzug zu Posteo vornehmen. Danach werden die bisherigen Postfächer einschließlich ihrer Inhalte gelöscht.
Noch früher endet eine weitere wichtige Möglichkeit. Wer sein Passwort vergessen hat, kann nur noch bis zum 30. Juni 2026 ein neues beantragen. Danach steht die Passwort-Vergessen-Funktion nicht mehr zur Verfügung. Ein Zugriff auf das Postfach ist dann nur noch mit den vorhandenen Zugangsdaten möglich. Für Nutzerinnen und Nutzer, die den Umzug erst kurz vor Fristende planen, kann das zum Problem werden.
Dass bereits rund 3.000 Nutzerinnen und Nutzer umgezogen sind, zeigt, dass die @muenster.de-Adresse für viele Menschen weiterhin wichtig ist. Gleichzeitig macht die Zahl deutlich, dass längst nicht alle Betroffenen gehandelt haben. Gemessen an den früher genannten rund 10.400 Konten ist weiterhin ein erheblicher Teil offen.
Für Münster ist das mehr als eine technische Umstellung. Die @muenster.de-Adresse war über Jahrzehnte ein besonderer digitaler Bürgerservice der Stadt. Sie verband die private Kommunikation vieler Menschen sichtbar mit Münster. Das Ende des kostenlosen Angebots wurde von der Stadt vor allem mit den Kosten begründet. Der Weiterbetrieb hätte den städtischen Haushalt nach früheren Angaben bis 2030 mit rund 300.000 Euro belastet.
Automatisch bleibt die Adresse nicht erhalten. Wer weiter unter seiner @muenster.de-Adresse erreichbar sein möchte, muss den Wechsel zu Posteo selbst anstoßen. Wer das nicht will, sollte seine Daten sichern und die bisherige Adresse bei wichtigen Kontakten und Online-Diensten ersetzen.
Gerade bei älteren Postfächern kann das aufwendig sein. Viele Nutzerinnen und Nutzer haben ihre Adresse über Jahre an zahlreichen Stellen verwendet. Deshalb geht es nicht nur um das Speichern alter E-Mails, sondern auch um die Frage, welche Zugänge künftig noch funktionieren und wohin wichtige Nachrichten gehen. Bis Ende Juli bleibt dafür Zeit. Danach endet der kostenlose Mailservice der Stadt Münster endgültig.
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