Mehr als 135.000 Fehltage: Alkohol sorgt in Westfalen-Lippe für steigende Arbeitsausfälle

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Symbolbild: Amie Johnson

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Westfalen/Münster. Alkoholbedingte Krankschreibungen verursachen in Westfalen-Lippe weiterhin zehntausende Arbeitsausfälle. Nach aktuellen Zahlen der AOK NordWest summierten sich die krankheitsbedingten Fehltage im Jahr 2025 auf 135.523 Arbeitstage. Damit liegt der Wert leicht über dem Vorjahr mit 134.121 Tagen.

Zum Vergleich: 2020 wurden noch rund 95.000 entsprechende Fehltage registriert. Seitdem ist ein deutlicher Anstieg zu beobachten. Die Daten beziehen sich auf erwerbstätige Versicherte der Krankenkasse in der Region Westfalen-Lippe.

Zehntausende Versicherte mit Alkohol-Diagnose

Auch bei den Diagnosen zeigt sich die Dimension des Problems. Rund 53.000 AOK-Versicherte in Westfalen-Lippe wurden im Jahr 2024 mit einer alkoholbedingten Erkrankung erfasst. Nach Angaben der Krankenkasse entfällt knapp drei Viertel der Fälle auf Männer.

Stationär behandelt wurden 7.938 Patientinnen und Patienten wegen problematischen Alkoholkonsums, auch hier mit einem deutlich höheren Männeranteil von rund 76 Prozent. Die Zahlen beziehen sich auf ärztlich dokumentierte Diagnosen. Fachleute gehen jedoch davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Betroffenen höher liegen könnte, da Alkoholprobleme nicht immer eindeutig kodiert werden.

Einordnung: Alkohol bleibt relevanter Gesundheitsfaktor

Die aktuellen Werte zeigen, dass Alkohol weiterhin ein relevanter Faktor im betrieblichen Gesundheitsgeschehen ist. Fehltage durch Suchterkrankungen bedeuten nicht nur individuelle gesundheitliche Belastungen, sondern wirken sich auch wirtschaftlich aus.

Bundesweit werden die gesellschaftlichen Kosten durch Alkoholkonsum auf mehrere Dutzend Milliarden Euro pro Jahr geschätzt. Neben direkten Behandlungskosten spielen dabei Produktionsausfälle und Frühverrentungen eine Rolle.

Für Westfalen-Lippe bleibt die Entwicklung damit auf einem hohen Niveau. Zwar ist der Anstieg gegenüber 2024 moderat, langfristig zeigt sich jedoch eine deutliche Zunahme gegenüber den Jahren vor der Pandemie.

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