Donna Leon heute im Ersten: Brunetti ermittelt wieder in Venedig

Helen Dorn Verdammte Familie – ZDF Krimi heute Abend
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Am Donnerstag, 2. Juli 2026, zeigt Das Erste um 21:45 Uhr einen Film aus der beliebten Krimireihe „Donna Leon“. Im Mittelpunkt steht wie stets Commissario Guido Brunetti, gespielt von Uwe Kockisch. Die Reihe basiert auf den Romanen der amerikanischen Autorin Donna Leon, die seit 1992 erscheinen und Brunetti als nachdenklichen Ermittler in Venedig eingeführt haben. Für die deutsche TV-Adaption produziert die ARD Degeto in Zusammenarbeit mit Bavaria Fiction die Verfilmungen; sie laufen seit 2000 mit Kockisch in der Hauptrolle.

Die Ausstrahlung um 21:45 Uhr ordnet den Film als klassische ARD-Krimi-Wiederholung im Sommerprogramm ein. Bei Donna-Leon-Filmen in dieser Sendezeit handelt es sich in aller Regel um erneute Ausstrahlungen älterer Fälle aus dem umfangreichen Kanon der Reihe. Damit richtet sich der Sendeplatz an ein Publikum, das Brunetti, seine Familie und das venezianische Milieu bereits kennt und wieder erleben möchte.

Commissario Brunetti: Der ruhige Ermittler aus Venedig

Uwe Kockisch spielt Guido Brunetti als leisen, hochgebildeten Ermittler, der in der Questura Venedig arbeitet und Fälle lieber durch Gespräche und Beobachtung löst als durch reine Härte. Brunetti ist verheiratet mit Paola Falier, gespielt von Julia Jäger, einer Literaturprofessorin. Das Ehepaar hat zwei fast erwachsene Kinder, Raffi und Chiara. Diese familiäre Ebene ist ein Markenzeichen der Reihe: Am Küchentisch wird über die Fälle gesprochen, gekocht und über die venezianische Gesellschaft räsoniert.

Brunettis Team in der Questura

Zur Seite steht Brunetti Ispettore Lorenzo Vianello, gespielt von Karl Fischer, sein zuverlässiger Partner bei Ermittlungen. In der Verwaltung spielt Signorina Elettra Zorzi eine zentrale Rolle. Sie wird von Annett Renneberg verkörpert und ist die inoffizielle Assistentin des Vice-Questore, die Brunetti mit Informationen und Datenbank-Recherchen versorgt. Vice-Questore Giuseppe Patta wurde über viele Jahre von Michael Degen gespielt; er ist der um seine Karriere besorgte Vorgesetzte Brunettis. Nach Michael Degens Tod im Jahr 2022 wurde die Rolle in späteren Verfilmungen umbesetzt.

Venedig als eigentlicher Hauptdarsteller

Die Donna-Leon-Filme leben von der Kulisse Venedigs. Gedreht wird konsequent an Originalschauplätzen: enge Gassen, Kanäle, die Rialtobrücke, San Marco, kleine Trattorien im Hinterhof und typische venezianische Wohnhäuser. Genau das unterscheidet die Reihe von rein studioabhängigen Krimi-Produktionen. Der Rhythmus des Wassers, die Vaporetti, das Licht auf der Lagune und die stets präsenten Touristenströme prägen die Atmosphäre. Für viele Zuschauer ist Venedig nicht Kulisse, sondern der eigentliche Ko-Star der Reihe.

Themen der Reihe: Umwelt, Macht und leise Verbrechen

Donna Leons Romane und die daraus entstandenen Filme beschäftigen sich immer wieder mit gesellschaftlichen Themen. Neben klassischen Kriminalfällen geht es um Umweltverschmutzung in der Lagune, Korruption in Behörden, den Umgang mit Migration, Frauenrechte, kirchliche Institutionen, organisierte Kriminalität und die Frage, wie viel Wahrheit ein System erträgt. Brunetti ermittelt selten in spektakulären Blutbädern, sondern in leisen, oft tragischen Fällen. Der Reiz liegt darin, dass er auch dann weiterfragt, wenn Politik und Justiz lieber wegsehen würden.

Familie Brunetti: Der private Kompass

Paola Brunetti ist mehr als eine Ehefrau im Hintergrund. Als Literaturprofessorin stammt sie aus einer der einflussreichsten Familien Venedigs und hat einen eigenen, oft scharfen politischen Blick. Ihre Küchentischgespräche mit Guido dienen als moralischer Kompass der Fälle. Auch die Kinder Raffi und Chiara werden als reflektierte junge Menschen gezeichnet, an denen sich soziale Fragen der Zeit spiegeln. Diese ruhige familiäre Ebene macht die Reihe für viele Zuschauer sympathischer als härtere internationale Krimiformate.

Produktion und Regie

Die deutsche Verfilmung der Brunetti-Fälle läuft seit dem Jahr 2000 in der ARD. Verantwortlich sind ARD Degeto und Bavaria Fiction. Verschiedene Regisseurinnen und Regisseure haben die Filme über die Jahre umgesetzt, darunter Christian von Castelberg, Sigi Rothemund, Wolfgang Hunger, Michael Kreindl, Cathrin Wilhelm und andere. Auch beim Drehbuch wechseln die Beteiligten. Konstante Elemente sind die Hauptbesetzung, die venezianische Kulisse und die dramaturgische Handschrift, die Brunetti als menschlichen Ermittler in einer schönen, aber zerbrechlichen Stadt zeigt.

Warum die Reihe nach über zwei Jahrzehnten weiter läuft

Der Erfolg der Reihe erklärt sich aus mehreren Faktoren. Zum einen ist die Verbindung von Krimi und Venedig-Bildern ein ARD-Markenzeichen geworden. Zum anderen bietet Brunetti als Figur einen Gegenentwurf zu vielen anderen Fernsehermittlern: Er ist reflektiert, bürgerlich, familienorientiert und arbeitet mit Sprache statt Gewalt. Und schließlich funktionieren die Filme auch als Wiederholung im Vorabend- und Primetime-Programm, weil sie einen ruhigen, klaren dramaturgischen Bogen haben. Für die Ausstrahlung am 2. Juli 2026 um 21:45 Uhr bedeutet das: Wer sich auf einen Brunetti-Fall einlässt, bekommt einen typischen Venedig-Krimi mit Uwe Kockisch, seiner Familie und der bekannten Questura.

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