Mord im Volksmusik-Milieu: Das steckt hinter „Steirerstern“

Helen Dorn Verdammte Familie – ZDF Krimi heute Abend
Tech Daily

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„Steirerstern“ ist der siebte Fall der österreichischen Steirerkrimi-Reihe und gehört zur Landkrimi-Familie von ORF und ARD. Für Zuschauer ist an diesem Donnerstagabend allerdings ein genauer Blick ins Programm wichtig: Nach aktuell abrufbarer ARD-Text-Fassung läuft der Krimi in der Nacht auf Freitag, 3. Juli 2026, nicht wie ursprünglich geplant um 0:15 Uhr. Dort ist um 23:30 Uhr „extra 3″ angesetzt, ab 0:30 Uhr folgt „Charlotte Link – Die letzte Spur“. Hintergrund ist die Fußball-WM: Das Erste zeigt am Abend Spanien gegen Österreich.

Trotzdem lohnt der Blick auf „Steirerstern“, denn der Film ist inhaltlich einer der auffälligeren Steirerkrimis. Im Mittelpunkt steht kein klassischer Dorfstreit, sondern ein Fall zwischen Volksmusik, Imagepflege, Familiengeschäft, Coming-out und Musikindustrie. Die ARD Degeto beschreibt den Film als Krimi um die künstlerische und sexuelle Neuorientierung eines gefeierten Volksmusikstars, die zum Auslöser eines fast perfekten Mordes wird.

Das Ermittlerteam: Bergmann und Sulmtaler übernehmen

Sascha Bergmann, gespielt von Hary Prinz, ist der langjährige Ermittler der Reihe. An seiner Seite ermittelt in „Steirerstern“ Anni Sulmtaler, gespielt von Anna Unterberger. Unterstützt werden sie unter anderem von LKA-Chefin Nicole Sturm, gespielt von Bettina Mittendorfer, und Spusi-Kollege Bernd Kofler, gespielt von Christoph Kohlbacher. Damit markiert der Film eine Phase nach der ursprünglichen Konstellation mit Sandra Mohr. Miriam Stein hatte Sandra Mohr in früheren Steirerkrimis wie „Steirerblut“, „Steirerkind“ und „Steirerkreuz“ gespielt. In „Steirerstern“ ist sie aber nicht die Ermittlerin des Falles.

Der Fall: Eine Sängerin liegt tot im Badehaus

Die Handlung beginnt im Umfeld der Volksmusikgruppe „Jana & die Lausbuam“. Jana Skoff, gespielt von Emily Cox, ist das Aushängeschild der Formation. Nach außen steht sie für volkstümliche Unterhaltung, Familiengeschäft und ein sauberes, kommerziell gut verwertbares Image. Privat hat Jana aber einen radikalen Bruch vollzogen: Sie hat sich in Alexandra „Alex“ Dorner verliebt, die Sängerin einer Indie-Band. Alex wird von Anna Friedberg gespielt, die auch als Musikerin Anna F. bekannt ist. Kurz darauf wird Alex tot aufgefunden. Zunächst könnte man an Unfall, Suizid oder Drogen denken. Doch Bergmann und Sulmtaler erkennen, dass der Tod nicht natürlich war.

Die Todesursache: Ein fast perfekter Mord

Der entscheidende Hinweis führt zum Badehaus, in dem Alex geschlafen hat. Nach den offiziellen Inhaltsangaben erfahren Bergmann und Anni von Spusi-Mann Bernd Kofler, dass jemand den Abzug des Ofens verstopft hatte. Damit wird der Mordvorwurf konkret. Bergmann und Anni müssen ein enges Netz aus Eifersucht, wirtschaftlichen Interessen, gekränkter Männlichkeit und Angst vor öffentlichem Gesichtsverlust entwirren.

Motive: Liebe, Ruf, Geld und Kontrolle

Das stärkste Motiv liegt auf der Hand: Janas Liebe zu Alex gefährdet das Geschäftsmodell der Familie. Jana ist nicht nur Privatperson, sondern Marke. Ihre Eltern Josefine und Lorenz Wachter, gespielt von Ursula Ofner und Ferry Öllinger, fürchten um den Ruf und das Geschäft. Auch Hubert Skoff, Janas Noch-Ehemann, gespielt von Stefan Gorski, steht unter Verdacht. Dazu kommen Janas Bruder Dominik Wachter, gespielt von Daniel Langbein, die „Lausbuam“ und der Musikmanager Jack Riedl, gespielt von Sascha Geršak. Riedl wird als zwielichtiger Manager beschrieben und führt eine weitere Ebene ein: Musik ist hier nicht nur Leidenschaft, sondern Geschäft, Kontrolle und Abhängigkeit.

Verdächtige aus der Indie-Szene

Der Fall bleibt nicht im Volksmusikmilieu stehen. Auch Alex‘ eigenes Umfeld ist belastet. Ihre Ex-Freundin und Bandkollegin Luca Karall, gespielt von Silvana Veit, wird als eifersüchtig und drogenabhängig beschrieben. Damit entsteht eine zweite Motivlinie: Nicht nur Janas alte Welt könnte Alex bedroht haben, sondern auch Alex‘ Vergangenheit. Der Film stellt die Frage, ob der Mord aus Besitzdenken, verletzter Liebe, wirtschaftlichem Kalkül oder Angst vor Enthüllungen begangen wurde. Zur Indie-Band gehören außerdem Figuren wie Ella Gomez, gespielt von Gabriela Garcia Vargas, die Alex tot auffindet.

Produktion, Regie und Drehorte

Produziert wurde der Film von Allegro Film in Zusammenarbeit mit ARD Degeto und ORF. Kamera führte Peter von Haller, die Musik stammt von Roman Kariolou. Die Laufzeit liegt bei rund 89 bis 90 Minuten. Der Film stammt aus dem Produktionsjahr 2022 und ist damit keine Neuproduktion für 2026. Die Erstausstrahlung im Ersten war bereits am 24. September 2022, im ORF lief der Film am 20. September 2022. Basis ist der Roman „Steirerstern“ von Claudia Rossbacher. Gedreht wurde in der Steiermark. Für den Film wurden unter anderem Schauplätze in Weiz, Judendorf und Passail genannt. Besonders Judendorf in der Gemeinde Gratwein-Straßengel wurde ausdrücklich als Drehort beschrieben.

Cast: Die wichtigsten Rollen im Überblick

Die zentrale Besetzung führt Hary Prinz als Sascha Bergmann und Anna Unterberger als Anni Sulmtaler an. Bettina Mittendorfer spielt Nicole Sturm, Christoph Kohlbacher ist als Bernd Kofler dabei. Im Fall selbst stehen Emily Cox als Volksmusikstar Jana Skoff und Anna Friedberg als Alexandra „Alex“ Dorner im Mittelpunkt. Stefan Gorski spielt Hubert Skoff, Daniel Langbein Dominik Wachter, Ursula Ofner Josefine Wachter und Ferry Öllinger Lorenz Wachter. Sascha Geršak ist als Musikmanager Jack Riedl zu sehen, Silvana Veit als Luca Karall und Gabriela Garcia Vargas als Ella Gomez. So legt „Steirerstern“ ein Geflecht aus Eifersucht, Geschäft, Familienloyalität und gesellschaftlichem Druck frei.

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