Hellweg kämpft in der Eigenverwaltung um seine Zukunft

Ein multikulturelles Restaurant an der Wolbecker Straße in Münster schließt nach acht Jahren. Warum das Konzept endet – und wie es am Standort weitergeht.
Symbolbild: Evan Wise

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Die Hellweg Insolvenz ist der aktuelle Einschnitt für eine der bekanntesten deutschen Baumarktketten. Die Hellweg Die Profi-Bau- und Gartenmärkte GmbH & Co. KG hat ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eingeleitet. Das Amtsgericht Essen gab dem Antrag statt. Die Märkte und der Online-Shop bleiben vorerst geöffnet, die Beschäftigten sind zunächst über Insolvenzgeld abgesichert.

Hellweg bleibt vorerst im Geschäft

Hellweg betreibt in Deutschland 68 Märkte und beschäftigt rund 2.900 Menschen. Der Schwerpunkt liegt im Rhein-Ruhr-Gebiet und in Berlin. Das Verfahren in Eigenverwaltung bedeutet, dass das Unternehmen den Geschäftsbetrieb zunächst selbst weiterführt, allerdings unter gerichtlicher Aufsicht. Als vorläufiger Sachwalter wurde Stefan Denkhaus bestellt. Zudem wurden Sanierungsexperten in die Geschäftsführung eingebunden. Für Kundinnen und Kunden ändert sich zunächst wenig: Standorte und Online-Shop sollen weiterlaufen.

Weitere Gesellschaften geraten unter Sanierungsdruck

Die Lage betrifft nicht nur die Kernmarke. Auch die BayWa Bau- und Gartenmärkte, die seit Jahren nicht mehr zur BayWa AG gehören, stehen als Teil der Hellweg-Gruppe in einem Eigenverwaltungsverfahren. Dort geht es nach Angaben von BR24 um 46 Standorte in Süddeutschland und rund 1.300 Beschäftigte. Einzelne Standortentscheidungen waren zunächst nicht bestätigt.

Gartencenter Augsburg stellt Insolvenzantrag

Zusätzlichen Druck bringt das Verfahren der Gartencenter Augsburg GmbH & Co. KG. Das Unternehmen hat ebenfalls einen Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung gestellt. Die Kette betreibt sieben Filialen in Bochum, Castrop-Rauxel, Hagen, Iserlohn, Krefeld, Schwerte und Unna. Der Betrieb soll in allen Märkten ohne Einschränkungen weiterlaufen. Die Löhne und Gehälter sind zunächst über Insolvenzgeld abgesichert.

Auch Österreich ist betroffen

Die österreichische Hellweg Die Profi-Baumärkte GmbH beantragte Ende Juni beim Landesgericht Linz ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung. Dort betreibt das Unternehmen sechs Bau- und Gartenmärkte in Oberösterreich, Salzburg und der Steiermark mit rund 165 Beschäftigten. Die österreichischen Märkte sollen geöffnet bleiben. Als Gründe wurden unter anderem zurückhaltende Nachfrage, Lieferkettenbelastungen sowie steigende Miet- und Betriebskosten genannt.

Baumarktbranche leidet unter schwacher Nachfrage

Die Hellweg Insolvenz fällt in eine schwierige Phase der Branche. Laut BHB erreichten die Bau- und Heimwerkermärkte in Deutschland 2025 einen Gesamtbruttoumsatz von 24,67 Milliarden Euro. Im enger gefassten BHB/GfK Total Store Report waren 20,58 Milliarden Euro enthalten. Der deutsche DIY-Kernmarkt kam 2025 insgesamt auf rund 49,10 Milliarden Euro.

Zum Jahresstart 2026 blieb der deutsche Bau- und Gartenfachhandel weiter im Minus. Im ersten Quartal sanken die Umsätze um 0,9 Prozent, flächenbereinigt um 0,5 Prozent. Das Minus fiel damit schwächer aus als im Vorjahresquartal. Positiv entwickelten sich Freizeit- und Saisonwaren, Haushaltswaren und Automotive. Rückgänge gab es unter anderem bei Gartenmöbeln, Fliesen und Gartenausstattung.

Kosten, Konsumflaute und große Flächen belasten

Die Branche steht unter mehreren Belastungen zugleich. Viele Haushalte bleiben bei größeren Anschaffungen vorsichtig. Gleichzeitig drücken höhere Energie-, Miet- und Betriebskosten auf die Unternehmen. Hinzu kommt der Wettbewerb durch Discounter, Onlineplattformen und kleinere Anbieter. Für große Baumarktflächen wird es schwieriger, dauerhaft genug Umsatz zu erwirtschaften. Hellweg ist damit kein isolierter Fall, sondern ein Beispiel für den Strukturwandel im deutschen Heimwerkerhandel.

Keine bestätigte Übernahme und keine Rückrufaktion

Eine Übernahme, ein Streik oder eine Rückrufaktion standen zunächst nicht als gesicherter Anlass im Mittelpunkt. Bestätigt ist der Sanierungsprozess in Eigenverwaltung. Offen blieb zunächst, welche Folgen die Verfahren langfristig für einzelne Märkte, Beschäftigte und die Struktur der Gruppe haben. Für konkrete Schließungen lagen zunächst keine flächendeckend bestätigten Entscheidungen vor.

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