
Der Suchbegriff „Räumungsverkauf“ dürfte am 3. Juli 2026 vor allem wegen der neuen Schließungswelle bei Depot in Deutschland stark gesucht worden sein. Der Deko-Händler macht im Zuge seines laufenden Insolvenzverfahrens 66 Filialen dicht. Betroffen sind Standorte in zahlreichen Bundesländern, darunter große Städte wie Berlin, Hamburg, München, Stuttgart, Bonn, Braunschweig, Bremen, Dresden, Erfurt, Karlsruhe, Leipzig und Magdeburg. Viele Läden sollen nach dem laufenden Räumungsverkauf bis Ende Juli schließen, einzelne Filialen sind bereits geschlossen. Bestätigt ist die Schließungsliste auch über die Depot-Internetseite selbst.
Depot hat eine eigene Übersicht mit Filialschließungen veröffentlicht. Darin heißt es, man müsse sich von den genannten Standorten „in Kürze verabschieden“. Aufgeführt werden unter anderem Filialen in Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen. In NRW stehen etwa Bielefeld, Bonn, Kamen, Lippstadt, Mülheim an der Ruhr, Neuss, Paderborn und Wesel auf der Liste. In Baden-Württemberg sind unter anderem Karlsruhe, Konstanz, Stuttgart-Feuerbach, Ulm und Weinheim betroffen. Bereits geschlossen sind laut Depot unter anderem Freudenstadt, Friedrichshafen, Heidelberg, Mannheim, Posthausen, Worms und Zwickau.
Damit ist der aktuelle Räumungsverkauf kein einzelnes lokales Ereignis, sondern Teil einer bundesweiten Sanierung. Genau das erklärt die hohe Aufmerksamkeit: Kunden suchen nach betroffenen Filialen, Rabatten, letzten Öffnungstagen und der Frage, ob die eigene Stadt betroffen ist.
Nach Angaben von Handelsblatt und WirtschaftsWoche schließt Depot die 66 Filialen im Zuge des laufenden Insolvenzverfahrens. Geschäftsführer Christian Gries sagte der Deutschen Presse-Agentur, es gehe wirtschaftlich leider nicht anders; man könne nur Läden betreiben, die rentabel seien. Übrig bleiben demnach vorerst gut 80 Depot-Filialen. Weitere Schließungen sind nicht ausgeschlossen, weil Verhandlungen mit Vermietern weiterlaufen. Etwa 330 Beschäftigte verlieren laut Gries ihren Arbeitsplatz, zusätzlich fallen Stellen in der Zentrale weg.
Die GDC Deutschland GmbH hatte im Mai beim Amtsgericht Aschaffenburg die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung beantragt. Schon damals war klar, dass Filialschließungen drohen. Als Gründe nannte Gries unter anderem Zölle, die wachsende Online-Konkurrenz durch Plattformen wie Temu und die Kaufzurückhaltung der Verbraucher. Preisreduzierungen seien auf Dauer kein Mittel, um ein rentables Geschäft zu führen.
Bestätigt ist damit: Der aktuelle Anlass ist vor allem die Depot-Schließungswelle mit laufenden Räumungsverkäufen. Hinweise auf ein noch größeres, am 3. Juli neu bekannt gewordenes Ketten-Aus, das den Trend eindeutiger erklären würde, ergaben sich in der Recherche nicht. Ältere Räumungsverkauf-Meldungen, etwa zur insolventen Modemarke Eterna, können das Suchinteresse zusätzlich verstärkt haben, sind aber zeitlich weniger nah am Trendtag als die Depot-Meldung. Bei Eterna wurde bereits im Mai berichtet, dass die verbliebenen Stores nach der Insolvenz schließen und Räumungsverkäufe laufen.
Die Depot-Krise steht zugleich für die schwierige Lage vieler Händler. Laut WiWo fürchtete im April jeder sechste Händler in Deutschland um seine Existenz. Neben Depot gerieten zuletzt auch andere Handelsketten unter Druck, darunter Mäc Geiz, Hellweg und Hammer. Für Innenstädte bedeutet die Entwicklung weitere Leerstände in Einkaufszentren und Fußgängerzonen. Für Kunden ist der Begriff „Räumungsverkauf“ deshalb gerade doppelt relevant: Er steht für kurzfristige Rabatte, aber auch für dauerhafte Standortverluste im stationären Handel.
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