Gladbach vor weiteren Abgängen: Schröder setzt klare Frist

Das Bild zeigt eine Lupe, die etwas sucht und symbolisiert eine Internetsuche
Symbolbild mit KI erstellt

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Die Transferlage bei Borussia Mönchengladbach nimmt gut drei Wochen vor dem Ende der Wechselperiode deutlichere Konturen an. Sportchef Rouven Schröder hat sich am Samstag im Trainingslager in Rottach-Egern zur Zukunft mehrerer Spieler geäußert. Während der Bundesligist Nico Elvedi und Torhüter Moritz Nicolas nach aktuellem Stand behalten will, arbeitet Borussia bei anderen Profis weiter an Lösungen. Besonders konkret ist die Situation bei Nathan Ngoumou, der nicht mit am Tegernsee ist und sich bei einem ausländischen Verein präsentieren darf.

Gladbach plant mit Elvedi und Nicolas

Bei Nico Elvedi und Moritz Nicolas sieht Schröder derzeit keinen unmittelbar bevorstehenden Abschied. Für beide Spieler lagen nach seinen Angaben am Samstag keine konkreten Angebote vor. Das Duo gehört zudem zum neu zusammengestellten Mannschaftsrat. Elvedi ist hinter Kapitän Tim Kleindienst als Vizekapitän vorgesehen, Nicolas wurde ebenfalls in den Führungskreis aufgenommen.

Ein Transfer ist damit allerdings nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Schröder machte deutlich, dass Borussia bei einem wirtschaftlich interessanten Angebot grundsätzlich abwägen würde. Gerade bei Elvedi spielt die Vertragsdauer eine Rolle. Der 29 Jahre alte Schweizer steht seit 2015 in Mönchengladbach unter Vertrag. Sein aktuelles Arbeitspapier läuft bis zum 30. Juni 2027. Ohne eine weitere Verlängerung könnte Borussia nur noch in diesem Sommer oder im Winter sicher eine Ablöse erzielen.

Schröder verwies in der Medienrunde zugleich auf den bislang vergleichsweise ruhigen Transfermarkt einiger ausländischer Klubs. Mit Blick auf Elvedis Situation sagte er: „Dass er nicht günstiger wird, je länger das Transferfenster läuft, ist ebenfalls klar.“ Borussia könne sich nach seinen Angaben aber auch vorstellen, mit dem Innenverteidiger in dessen letztes Vertragsjahr zu gehen.

Nicolas besitzt Vertrag bis 2029

Weniger Zeitdruck besteht bei Moritz Nicolas. Der 28 Jahre alte Torhüter hat seinen Vertrag bereits im März 2024 langfristig bis zum 30. Juni 2029 verlängert. Nach dem endgültigen Abgang von Jonas Omlin ist seine Position im Gladbacher Tor zusätzlich gestärkt worden. Dass Nicolas nun auch dem Mannschaftsrat angehört, unterstreicht seinen Stellenwert innerhalb des Teams.

Konkrete Hinweise auf einen bevorstehenden Wechsel gebe es nach Schröders Angaben derzeit nicht. Zuletzt waren mögliche Interessenten aus England thematisiert worden. Ein belastbares Angebot war am Samstag jedoch nicht bekannt. Damit unterscheidet sich die Situation deutlich von mehreren Spielern, für die Borussia aktiv nach einer neuen sportlichen Lösung sucht.

Auch bei Elvedi stellte Schröder klar, dass mögliche Interessenten nicht unbegrenzt Zeit haben. Über die Aktivität anderer Klubs sagte der Sportchef: „Spätestens in einer Woche sollten sie sich aber stärker orientieren.“ Damit dürfte sich spätestens Mitte August deutlicher zeigen, ob für einen der eingeplanten Leistungsträger noch ein konkreter Vorstoß erfolgt.

Ngoumou darf sich bei ausländischem Klub zeigen

Deutlich näher an einem Abschied befindet sich Nathan Ngoumou. Der 26 Jahre alte Offensivspieler wurde nicht für das Trainingslager am Tegernsee berücksichtigt. Borussia hat ihm stattdessen ermöglicht, sich in einem Probetraining bei einem ausländischen Verein zu präsentieren. Um welchen Klub es sich handelt, wurde zunächst nicht bekannt gegeben.

Schon im Juli hatte es mehrere Berichte über Interesse aus dem Ausland gegeben. Nach Informationen der „Bild“ soll sich der RSC Anderlecht mit Ngoumou beschäftigt haben. Außerdem sollen sich ein Klub aus Frankreich und ein Verein aus Polen nach dem kamerunischen Nationalspieler erkundigt haben. Ob der Verein, bei dem Ngoumou nun vorspielt, zu diesen Interessenten gehört, war am Samstag nicht bestätigt.

Ngoumous Vertrag in Mönchengladbach läuft noch bis zum Sommer 2027. Der schnelle Außenbahnspieler war nach einem Achillessehnenriss lange ausgefallen und kam in der vergangenen Bundesliga-Saison nicht zum Einsatz. In der aktuellen Vorbereitung stand er wieder auf dem Platz. Trainer Eugen Polanski erklärte bereits vor Beginn des Trainingslagers, dass sich Ngoumou in der Vorbereitung empfohlen habe, Borussia auf seiner Position aber genügend Alternativen besitze.

Auch bei Cvancara und Scally könnte noch etwas passieren

Nathan Ngoumou ist nicht der einzige Spieler, bei dem sich der Kader noch verändern könnte. Auch für Tomas Cvancara sucht Borussia offenbar nach einer Lösung. Der Angreifer ist nach seinen Leihstationen zurückgekehrt. Schröder bestätigte, dass es mehrere interessierte Vereine gebe. Ein Wechsel war am Samstag aber noch nicht vereinbart. Sowohl ein Verkauf als auch eine erneute Leihe kommen damit weiterhin infrage.

Bewegung ist ebenfalls bei Joe Scally möglich. Nach der Verpflichtung des japanischen Rechtsverteidigers Daiki Hashioka hat Borussia auf der rechten Abwehrseite zusätzliche Optionen. Schröder erklärte zur Situation des US-Nationalspielers, dass dort noch etwas passieren könne. Ein konkreter neuer Verein für Scally war zunächst nicht bestätigt.

Auch Florian Neuhaus gehört zu den Personalien, deren weitere Entwicklung nicht abschließend geklärt ist. Borussia will bestehende Verträge respektieren. Gleichzeitig ist der Konkurrenzkampf im Mittelfeld durch die Neuzugänge deutlich größer geworden. Schröder hatte bereits zu Beginn der Vorbereitung betont, möglichst früh Konkurrenz auf allen Positionen schaffen zu wollen.

Borussia hat den Kader bereits deutlich verändert

Der Umbau ist in diesem Sommer bereits weit fortgeschritten. Neu verpflichtet wurden Torhüter Daniel Batz vom 1. FSV Mainz 05, Linksverteidiger David Herold vom Karlsruher SC, Rechtsverteidiger Yukhym Konoplya von Schachtar Donezk, Mittelfeldspieler Enzo Leopold von Hannover 96, Stürmer Isac Lidberg vom SV Darmstadt 98, Zento Uno von Shimizu S-Pulse und Innenverteidiger Jan Leszczyński von Legia Warschau. Ende Juli kam zudem Daiki Hashioka von Slavia Prag hinzu. Hugo Bolin, zunächst ausgeliehen, war bereits fest an Borussia gebunden worden.

Auf der anderen Seite verließen mehrere Spieler den Klub oder kehrten nach Leihen zu ihren Stammvereinen zurück. Rocco Reitz wechselte zu RB Leipzig, Marvin Friedrich zu Union Berlin und Jonas Omlin zum FC Basel. Shio Fukuda ging nach seiner Leihe fest zum Karlsruher SC, Noah Pesch zu Rot-Weiss Essen. Niklas Swider wurde an Viktoria Köln und Jan Urbich an Eintracht Braunschweig verliehen. Tiago Pereira Cardoso spielt leihweise für La Louvière.

Hinzu kamen die Leihenden von Kota Takai, Yannik Engelhardt, Haris Tabakovic und Alejo Sarco. Anfang August wurde außerdem der Wechsel von Giovanni Reyna zu Racing Straßburg abgeschlossen. Der US-Nationalspieler hatte nur eine Saison in Mönchengladbach verbracht.

Bis zum 1. September stehen vor allem Abgänge im Fokus

Damit hat Schröder einen erheblichen Teil der Verstärkungen bereits frühzeitig abgeschlossen. Die letzten Wochen des Transferfensters dürften deshalb vor allem von möglichen Abgängen geprägt sein. Bei Ngoumou und Cvancara gibt es konkrete Bewegung, bei Scally könnte ebenfalls noch eine Veränderung folgen. Elvedi und Nicolas sind dagegen weiterhin fest eingeplant, solange kein Angebot eingeht, das die sportliche und wirtschaftliche Bewertung verändert.

Gerade bei Elvedi bleibt die Situation wegen seines bis 2027 laufenden Vertrags besonders interessant. Borussia muss entscheiden, welchen sportlichen Wert ein Verbleib für die kommende Saison besitzt und wie mit der anschließend drohenden Ablösefreiheit umgegangen werden soll. Nicolas befindet sich aufgrund seiner Vertragsbindung bis 2029 in einer komfortableren Situation.

Bis zum Transferschluss am 1. September bleibt Borussia damit handlungsfähig. Der große Einkaufsblock ist weitgehend erledigt. Nun geht es vor allem darum, den Kader zu verkleinern und bei Spielern mit unklarer Perspektive Lösungen zu finden. Schröders Aussage aus Rottach-Egern zeigt zugleich, dass der Klub wichtige Stammkräfte nicht unter Zeitdruck abgeben will.

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