Hai taucht dicht vor Teneriffa auf: Was über die Sichtung bekannt ist

Ein Schild zeigt Warnung
Symbolbild mit KI erstellt

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Die Hai-Sichtung vor Teneriffa hat am Samstagmorgen für einen ungewöhnlichen Moment an der Küste von Radazul gesorgt. Gegen 8 Uhr wurde dort, im Gemeindegebiet von El Rosario im Nordosten der Kanareninsel, die Rückenflosse eines Hais unmittelbar vor der Küste gefilmt. Die Aufnahmen entstanden kurz vor einem Wettbewerb im Apnoetauchen. Zu einem Zwischenfall mit Menschen kam es nicht. Die Veranstaltung wurde anschließend fortgesetzt.

Hai schwimmt nahe der Küste von Radazul

Die Sichtung ereignete sich am Samstag, 8. August 2026, im Küstenbereich von Radazul. Auf dem veröffentlichten Video ist zu erkennen, wie eine einzelne Rückenflosse über einen Abschnitt der Wasseroberfläche zieht. Das Tier bewegte sich dabei in vergleichsweise geringer Entfernung vom Ufer und von einem Bereich, der von Wassersportlern genutzt wird. Mehrere Menschen beobachteten die Szene vom Land aus. Verletzte oder andere Zwischenfälle wurden nicht gemeldet.

Radazul gehört zur Gemeinde El Rosario und ist ein bekannter Tauchplatz auf Teneriffa. Der Küstenabschnitt wird sowohl zum Baden als auch für Gerätetauchen und Apnoesport genutzt. Die Gemeinde unterhält dort während der Sommersaison einen Rettungsdienst. Für Radazul, Tabaiba und La Nea wurde 2026 ein saisonaler Wach- und Rettungsdienst mit zusätzlicher Unterstützung durch Jetski und Rettungswagen eingerichtet.

Haiart lässt sich anhand des Videos nicht bestimmen

Welche Haiart vor Radazul zu sehen war, war zunächst nicht gesichert. In sozialen Netzwerken wurde unter anderem über einen Hammerhai spekuliert. Dafür gibt es jedoch keine bestätigte fachliche Bestimmung. Auf den veröffentlichten Aufnahmen ist im Wesentlichen die Rückenflosse zu erkennen. Wesentliche Merkmale von Kopf, Körperform und Schwanzflosse, die für eine zuverlässige Artbestimmung benötigt würden, sind nicht sichtbar. Auch in den bisher veröffentlichten Berichten wurde keine von Fachleuten bestätigte Art genannt.

Damit lässt sich auch die konkrete Gefährlichkeit dieses einzelnen Tieres nicht seriös beurteilen. In den Gewässern der Kanaren kommen unterschiedliche Haiarten vor. Dazu zählen unter anderem Hammerhaie, Blauhaie, Makos, Engelhaie und der selten beobachtete Solrayo. Einige leben überwiegend im offenen Wasser, andere halten sich regelmäßig am Meeresboden oder in Küstenregionen auf. Die bloße Anwesenheit eines Hais in Küstennähe bedeutet deshalb nicht automatisch eine akute Gefahr für Badende.

Keine bestätigte Strandschließung nach der Sichtung

Eine behördlich angeordnete Sperrung der Badebereiche von Radazul wegen der Sichtung war zunächst nicht bestätigt. Auch eine öffentliche Warnmeldung der Gemeinde El Rosario oder der kanarischen Behörden speziell zu diesem Vorfall lag zunächst nicht vor. Die bekannten Berichte über die Sichtung nennen keine Evakuierung des Strandes und keinen Einsatz wegen eines Angriffs. Der Hai verschwand offenbar wieder aus dem unmittelbar beobachteten Bereich.

Ebenso waren zunächst keine gesonderten öffentlichen Aussagen der örtlichen Rettungsschwimmer zu dem Hai dokumentiert. Deshalb lässt sich nicht belastbar behaupten, ob und welche internen Sicherheitsmaßnahmen unmittelbar nach der Beobachtung getroffen wurden. Fest steht, dass der Küstenabschnitt grundsätzlich zu den im Sommer überwachten Badebereichen der Gemeinde gehört.

Apnoe-Wettbewerb wurde anschließend fortgesetzt

Besondere Aufmerksamkeit erhielt die Sichtung, weil sich kurz darauf Apnoetaucher für einen Wettbewerb in Radazul im Wasser aufhielten. Die Veranstaltung wurde nicht dauerhaft abgebrochen. Nach den vorliegenden Angaben verliefen die geplanten Wettkämpfe anschließend ohne Zwischenfall weiter. Die aktuelle Veranstaltungsankündigung der kanarischen Unterwassersport-Föderation führte Radazul für den 7. und 8. August als Austragungsort des Campeonato de Canarias de Apnea Outdoor 2026.

Ein älterer vorläufiger Veranstaltungskalender hatte für dieselbe Meisterschaft zunächst einen späteren Augusttermin ausgewiesen. Entscheidend für das aktuelle Ereignis ist jedoch die kurzfristig veröffentlichte Veranstaltungsinformation für den 7. und 8. August. Radazul bleibt darüber hinaus ein wichtiger Standort für den Apnoesport. Auch die spanische Outdoor-Meisterschaft ist nach Angaben des nationalen Verbands für Anfang September 2026 dort vorgesehen.

Haie gehören zur natürlichen Meeresfauna der Kanaren

Dass Haie in den Gewässern rund um die Kanarischen Inseln vorkommen, ist biologisch nicht außergewöhnlich. Die Inselgruppe liegt im offenen Atlantik und bietet Lebensräume für zahlreiche Arten von Haien und Rochen. Radazul selbst wurde 2025 sogar als eine von mehreren wissenschaftlich bedeutsamen Regionen für Haie und Rochen auf Teneriffa eingeordnet. Insgesamt wurden 22 sogenannte Important Shark and Ray Areas rund um die Kanaren anerkannt, darunter sieben Gebiete an Teneriffa. Dazu zählen neben Radazul etwa Las Teresitas, Los Cristianos und Abades.

Solche Einstufungen bedeuten nicht, dass dort für Menschen ein besonders hohes Risiko besteht. Sie kennzeichnen Meeresgebiete, die für bestimmte Arten beispielsweise als Lebensraum, Wanderkorridor, Nahrungsgebiet oder zur Fortpflanzung wichtig sind. Die Wissenschaft betrachtet Haie dabei vor allem als wesentlichen Bestandteil mariner Ökosysteme. Viele Arten stehen selbst unter erheblichem Schutz- und Nutzungsdruck.

Keine belastbare Zahl nur für aktuelle Hai-Sichtungen

Eine aktuelle offizielle Gesamtzahl, wie viele Haie allein in den vergangenen Wochen oder Monaten vor den Kanaren gesichtet wurden, lässt sich nicht seriös nennen. Das kanarische Bürgerwissenschaftsprojekt RedPROMAR sammelt zwar Beobachtungen der Meeresfauna und führt auch Haie und Rochen. Seine öffentlich zugänglichen Statistiken beziehen sich jedoch auf zahlreiche Tier- und Pflanzenarten gemeinsam. Für 2025 wurden insgesamt 15.181 Beobachtungen von Meeresorganismen eingereicht, davon 13.345 validiert. Diese Zahl darf deshalb nicht mit Hai-Sichtungen gleichgesetzt werden.

Dass Begegnungen mit Haien vorkommen, zeigen einzelne bestätigte Datensätze. RedPROMAR führt beispielsweise Ende Juli 2026 eine Beobachtung eines Glatten Hammerhais, wissenschaftlich Sphyrna zygaena. Daraus lässt sich allerdings keinerlei Rückschluss auf die Art des Tieres von Radazul ziehen. Einzelne Sichtungen zeigen lediglich, dass verschiedene Haiarten zum natürlichen Artenbestand beziehungsweise zu den regelmäßig oder saisonal auftretenden Meeresbewohnern der Region gehören.

Haiangriffe bleiben weltweit selten

Auch international betrachtet sind schwere Zwischenfälle zwischen Haien und Menschen selten. Das International Shark Attack File registrierte für das Jahr 2025 weltweit durchschnittlich vergleichsweise wenige unprovozierte Bissereignisse. Für die Kanarischen Inseln wurde 2025 ein nicht tödlicher unprovozierter Vorfall erfasst. Solche Angriffsdaten sind allerdings etwas völlig anderes als Sichtungszahlen und sollten nicht miteinander vermischt werden.

Die statistische Seltenheit bedeutet nicht, dass Warnungen ignoriert werden sollten. Bei einer Sichtung unmittelbar an einem Badestrand sind die Hinweise von Rettungsschwimmern und Behörden maßgeblich. Wissenschaftler weisen zugleich regelmäßig darauf hin, dass die Anwesenheit eines Hais nicht mit einem Angriff gleichzusetzen ist. Für die allermeisten Menschen bleibt die Wahrscheinlichkeit einer gefährlichen Begegnung äußerst gering.

So sollten sich Badegäste bei einer Hai-Sichtung verhalten

Wer beim Baden einen Hai bemerkt, sollte das Wasser ruhig und ohne hektische Bewegungen verlassen und andere Personen sowie die Rettungsschwimmer informieren. Fachstellen empfehlen, nicht auf das Tier zuzuschwimmen, es nicht zu verfolgen, anzufassen oder zum Fotografieren näher heranzugehen. Auch starkes Planschen sollte vermieden werden. Wer weiter draußen schwimmt, sollte möglichst ruhig in Richtung Ufer zurückkehren und das Tier im Blick behalten.

Generell wird empfohlen, an bewachten Stränden zu baden, nicht weit allein hinauszuschwimmen und Bereiche mit großen Fischschwärmen oder aktiver Fischerei zu meiden. Nach einer Sichtung gelten immer die örtlichen Anweisungen. Wird ein Strand gesperrt oder das Baden untersagt, sollte das Wasser erst wieder betreten werden, wenn die zuständigen Stellen Entwarnung geben.

Sichtung vor Teneriffa kein Grund für Panik

Der Vorfall von Radazul zeigt vor allem, wie nah natürliche Meereslebensräume und stark genutzte Freizeitbereiche auf den Kanaren beieinanderliegen können. Der Hai wurde sichtbar nahe der Küste gefilmt, doch weder ein Angriff noch ein anderer gefährlicher Zwischenfall wurde gemeldet. Auch die anschließende Fortsetzung des Apnoe-Wettbewerbs spricht gegen eine länger anhaltende akute Gefahrenlage.

Eine belastbare Artbestimmung wäre nur anhand deutlich besserer Aufnahmen oder einer fachlichen Begutachtung möglich. Bis dahin sollte das Tier schlicht als nicht näher bestimmter Hai bezeichnet werden. Genau diese Zurückhaltung verhindert, dass aus einer ungewöhnlichen Tierbeobachtung eine unbegründete Gefahrenerzählung wird.

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