
Putin Schröder Vermittler – Russlands Präsident Wladimir Putin hat den früheren deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder als seinen Wunsch-Unterhändler für einen möglichen Russland-Europa-Dialog im Ukraine-Krieg ins Spiel gebracht. Den Vorschlag machte Putin bei einer außerordentlichen Pressekonferenz am 9. Mai 2026 in Moskau, direkt nach der Siegesparade zum Ende des Zweiten Weltkriegs. Die Reaktionen in Deutschland fallen eindeutig aus: zurückhaltend bis ablehnend.
Bei seiner Pressekonferenz nach der Moskauer Siegesparade machte Putin eine bemerkenswerte Aussage. Gefragt nach möglichen Gesprächspartnern auf europäischer Seite, erklärte er: Von allen europäischen Politikern würde er Gespräche mit Gerhard Schröder bevorzugen. Der Vorschlag kam nicht aus dem Nichts – Putin und Schröder pflegen seit Jahrzehnten eine persönliche Freundschaft. Gleichzeitig äußerte sich Putin optimistisch über den Verlauf des Ukraine-Krieges: Er denke, der Krieg neige sich dem Ende zu. Ob der Vorschlag mit Schröder selbst abgestimmt war und ob sich die Europäische Union auf ihn als Vermittler einlassen würde, blieb zunächst offen. Der Kontext ist bedeutsam: Nur einen Tag zuvor hatte der slowakische Premier Robert Fico Putin besucht – auch als Vermittler. In diesem Zusammenhang rückt der Moskau-Besuch von Robert Fico in ein neues Licht.
Gerhard Schröder, 82 Jahre alt, war von 1998 bis 2005 Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Als SPD-Politiker gestaltete er wichtige Reformen mit, darunter die Agenda 2010. Nach seinem Ausscheiden aus der Politik pflegte er jedoch enge Beziehungen zu Putin und übernahm Aufsichtsratsmandate bei russischen Energiekonzernen wie Gazprom und Rosneft. Spätestens nach dem russischen Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 stand Schröder massiv in der Kritik. Er verweigerte eine öffentliche Verurteilung des Krieges und verlor sein Büro im Bundestag sowie sämtliche Privilegien als Altkanzler. Sein Name taucht nun wieder auf – auf Vorschlag Putins, als möglicher Kanal zwischen Ost und West. Für Putin ist Schröder ein vertrauenswürdiger Gesprächspartner aus dem Westen, der zumindest gesprächsbereit erscheint. Die Frage ist, ob Europa das ebenso sieht.
Die Bundesregierung kommentierte den Vorschlag mit erkennbarer Distanz. Ein Sprecher erklärte, er wolle nicht spekulieren, wann Gespräche möglich sein könnten – aktuell zeige Russland offensichtlich kein Interesse an ernsthaften Verhandlungen. Auch innerhalb der SPD, Schröders eigener Partei, stieß der Vorstoß auf Widerstand. SPD-Außenpolitiker Michael Roth bezeichnete Putins Vorstoß als Affront gegenüber den USA und als durchsichtiges Manöver. Es wirke nicht wie ernsthafte Diplomatie, sondern wie der Versuch, Gesprächsbereitschaft zu simulieren und neue Unruhe in Europa zu stiften. Die Situation auf dem Schlachtfeld unterstreicht diese Skepsis: Trotz einer vereinbarten Waffenruhe soll Russland den Beschuss ukrainischer Stellungen nicht eingestellt haben – der ukrainische Generalstab zählte nach Angaben vom 9. Mai insgesamt 51 russische Angriffe.
Die Frage, wer im Ukraine-Krieg ernsthaft vermitteln kann, beschäftigt Europa seit über vier Jahren. Bisher haben weder westliche Staatschefs noch inoffizielle Kanäle entscheidende Fortschritte erzielt. Ob Schröder als Person dazu geeignet ist, bezweifeln selbst seine Parteifreunde. Seine Verbindungen nach Moskau sind real, seine Glaubwürdigkeit im Westen jedoch beschädigt. Die Debatte um mögliche Diplomatie im Ukraine-Krieg ist eng verknüpft mit der Frage nach europäischen Rüstungsausgaben – wie der EU-Kredit von 90 Milliarden Euro für die Ukraine zeigt, der erst kürzlich beschlossen wurde. Putins Schröder-Vorschlag bleibt vorerst das, was er ist: ein Gesprächsbeitrag aus Moskau, der mehr Fragen aufwirft als beantwortet.
Quellen: dpa, t-online, Tagesspiegel, RNZ, watson, Rheinpfalz, Volksstimme
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