
Der EU Ukraine Kredit ist beschlossen: Die Europäische Union hat am 23. April 2026 ein 90 Milliarden Euro schweres Darlehen für die Ukraine genehmigt. Gleichzeitig verabschiedeten alle 27 EU-Staaten das 20. Sanktionspaket gegen Russland — ein doppelter Beschluss mit erheblicher Tragweite.
Das Darlehen in Höhe von 90 Milliarden Euro — umgerechnet rund 106 Milliarden US-Dollar — ist das größte Einzelpaket an Finanzhilfe, das die EU der Ukraine bislang zugesagt hat. Alle 27 Mitgliedstaaten stimmten in einem schriftlichen Verfahren zu. Erstmals seit Monaten war damit auch Ungarn an Bord: Budapest hatte den Kredit zuvor blockiert, gab das Veto aber nach einer Einigung mit Kiew auf. Von den 90 Milliarden Euro sind laut Beschluss 60 Milliarden für verteidigungsrelevante Ausgaben vorgesehen — also für Rüstung, Militärlogistik und Sicherheitsinfrastruktur. Die erste Tranche soll voraussichtlich im Mai ausgezahlt werden. Wie Budapest seine Blockade Schritt für Schritt aufgegeben hatte, zeigt der Hintergrund zu Ungarns Entscheidung, das Veto zu beenden.
Parallel zum Kredit verabschiedeten die EU-Staaten das 20. Sanktionspaket gegen Russland. Es ist das umfangreichste seit zwei Jahren: 120 neue individuelle Listungen kommen hinzu. Besonders im Fokus steht die sogenannte Schattenflotte — russische Öltanker, die Sanktionen umgehen. 46 weitere Schiffe erhalten Hafenzugangsverbote, damit unterliegen insgesamt 632 Tanker diesen Beschränkungen. Zudem werden 16 Unternehmen aus Drittstaaten mit schärferen Exportbeschränkungen belegt, darunter Firmen aus China, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Usbekistan, Kasachstan und Weißrussland — weil sie Russland laut EU mit Dual-Use-Gütern oder Waffensystemen beliefern. Erstmals wurde außerdem die rechtliche Grundlage für ein künftiges Verbot maritimer Dienstleistungen für russisches Rohöl gelegt. Der wirtschaftliche Druck auf Moskau wächst damit weiter — die IWF-Prognose zur russischen Wirtschaft 2026 zeigt bereits deutliche Bremsspuren.
Der entscheidende Moment kam wenige Tage vor dem Beschluss: Die Ukraine reparierte die Druschba-Pipeline und ermöglichte damit die Wiederaufnahme des russischen Öltransits nach Ungarn und in die Slowakei. Diese Pipeline war der Kern des Streits: Kiew hatte den Betrieb eingestellt, Budapest und Bratislava sperrten sich deshalb gegen EU-Beschlüsse zur Ukraine-Hilfe. Mit der technischen Einigung fiel das Hindernis. Ungarns Regierungschef stimmte dem Kredit ebenso zu wie dem Sanktionspaket. Beide Beschlüsse kamen damit im schriftlichen Verfahren ohne Gegenstimme zustande.
Von den 90 Milliarden Euro soll nach aktuellem Plan die Hälfte — also rund 45 Milliarden Euro — noch im Jahr 2026 fließen. Weitere 45 Milliarden sind für 2027 vorgesehen. Der Schwerpunkt liegt klar auf der Verteidigung: 60 der 90 Milliarden sind für sicherheitsrelevante Ausgaben bestimmt. Die Ukraine soll damit ihre militärische Widerstandsfähigkeit stärken. Ursula von der Leyen bezeichnete das Paket als starkes Signal der europäischen Einheit und Entschlossenheit. Der Kredit ist nicht als verlorener Zuschuss konstruiert, sondern als Darlehen — Kiew muss die Mittel langfristig zurückzahlen.
Quellen: Euractiv, Tagesspiegel, Reuters, EU-Rat, SN.at
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