Werder sucht Schmid-Ersatz: Spur führt zu Ermin Mahmić

Lecker aufs Land heute im SWR: Folge 104 aus dem Landkreis Rottweil
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Der Werder Bremen Transfer um Ermin Mahmić ist bislang vor allem ein Gerücht aus Tschechien und Österreich. Der 21 Jahre alte offensive Mittelfeldspieler von Slovan Liberec soll nach einem Bericht des tschechischen Sportportals iSport zum Kreis möglicher Kandidaten an der Weser gehören. Konkrete Verhandlungen zwischen den Vereinen waren zunächst nicht bestätigt. Bewegung gibt es dagegen bei Romano Schmid: Der österreichische Nationalspieler steht unmittelbar vor einem Wechsel zum italienischen Serie-A-Aufsteiger Frosinone Calcio und fehlt deshalb bereits im Trainingslager der Bremer.

Ermin Mahmić soll in Werders Blickfeld geraten sein

Mahmić ist 21 Jahre alt, wurde im österreichischen Wels geboren und spielt für Slovan Liberec überwiegend im offensiven Mittelfeld. Nach Stationen im Nachwuchs von LASK und Rapid Wien sowie beim österreichischen Zweitligisten SV Lafnitz wechselte er im Sommer 2025 nach Tschechien. Sein Vertrag in Liberec läuft nach den bei Transfermarkt hinterlegten Daten bis zum 30. Juni 2029.

In seiner ersten tschechischen Erstligasaison entwickelte sich Mahmić schnell zum Leistungsträger. iSport führte für die Saison 2025/26 sieben Ligatore und drei Vorlagen an. Nach seinem Verbandswechsel gehört er inzwischen zur Nationalmannschaft von Bosnien und Herzegowina und erzielte bei der WM 2026 zwei Treffer. Damit stieg auch das internationale Interesse an dem offensiven Mittelfeldspieler deutlich.

Rund acht Millionen Euro stehen im Raum

LAOLA1 berichtet unter Berufung auf iSport von einer möglichen Forderung in Höhe von 200 Millionen tschechischen Kronen. Das entspricht ungefähr acht Millionen Euro. Die Summe ist nicht offiziell bestätigt. Frühere Berichte hatten Liberecs Vorstellungen teilweise sogar oberhalb von zehn Millionen Euro angesiedelt.

Neben Werder werden auch Union Berlin, Schalke 04, der FC Toulouse, der FC Basel, die AC Monza und Red Bull Salzburg mit Mahmić in Verbindung gebracht. Entscheidend ist dabei: Nach dem am Dienstagabend veröffentlichten Bericht hatte noch keiner der genannten Vereine ein konkretes Angebot abgegeben. Von einer Einigung über Ablöse oder Vertragslaufzeit zwischen Werder und Mahmić kann deshalb keine Rede sein.

Gebre Selassie arbeitet für Liberec, nicht für Werder

Eine besondere Verbindung zwischen den Klubs gibt es durch Theodor Gebre Selassie. Der frühere tschechische Nationalspieler absolvierte zwischen 2012 und 2021 insgesamt 271 Bundesliga-Partien für Werder Bremen. Nach seiner Rückkehr nach Liberec und dem Ende seiner Spielerkarriere übernahm er dort im April 2024 den Posten des Sportdirektors.

Gebre Selassie fungiert damit bei einem möglichen Mahmić-Transfer nicht als Werder-Scout und auch nicht als externer Vermittler für die Bremer. Als Sportdirektor von Slovan wäre er vielmehr auf Seiten des abgebenden Vereins an den Transferentscheidungen beteiligt. Eine darüber hinausgehende Rolle Gebre Selassies bei Werders Suche nach einem Schmid-Nachfolger war zunächst nicht belegt.

Liberec rechnet grundsätzlich mit einem Mahmić-Abgang

Dass Mahmić seinen Verein in diesem Sommer noch verlassen könnte, ist dagegen keine neue Spekulation. Liberec-Eigentümer Ondřej Kania hatte bereits Mitte Juli öffentlich erklärt, dass es seit dem Winter mehrere Interessenten gebe und der Klub auf ein passendes Angebot warten wolle. Ein schneller Verkauf sei nicht notwendig.

Kania verwies darauf, dass sich der Markt bei vielen europäischen Klubs erst entwickeln müsse, bevor neue Spieler verpflichtet werden könnten. Die grundsätzliche Bereitschaft zu einem Verkauf ist damit dokumentiert. Daraus lässt sich jedoch keine bevorzugte Position für Werder Bremen ableiten. Offizielle Aussagen aus Bremen zu Mahmić gab es zunächst nicht.

Romano Schmid steht vor Wechsel zu Frosinone

Deutlich weiter fortgeschritten ist der Transfer von Romano Schmid. Werder-Geschäftsführer Clemens Fritz hatte am Wochenende bestätigt, dass Gespräche über einen Wechsel laufen. Den Namen des Interessenten nannte er nicht. Zu Beginn des zweiten Trainingslagers bestätigte Werder anschließend, dass Schmid wegen Gesprächen mit einem anderen Klub nicht mit der Mannschaft nach Harsewinkel gereist war.

Kicker, DeichStube und Sky nennen übereinstimmend Frosinone Calcio als Ziel. Nach Angaben von Sky soll die feste Ablöse im oberen einstelligen Millionenbereich liegen und durch Bonuszahlungen auf mehr als zehn Millionen Euro steigen können. Andere Berichte nennen etwa acht Millionen Euro als Ausgangsbetrag. Eine offizielle Ablösesumme gibt es nicht.

Schmid-Wechsel am Mittwoch noch nicht offiziell

Auch der Vollzug des Transfers war am Mittwochvormittag noch nicht von Werder Bremen oder Frosinone Calcio bekanntgegeben worden. Der italienische Klub soll sich mit Schmid bereits grundsätzlich verständigt haben. Der Transferjournalist Nicolò Schira berichtete von einem Vertrag bis 2030. Fabrizio Romano zufolge war der Medizincheck für Donnerstag, 13. August, vorgesehen.

Schmids bisheriger Vertrag in Bremen läuft bis Sommer 2027. Der 26-Jährige gehört seit Jahren zu den wichtigsten Kreativspielern des Klubs und kam inzwischen auf mehr als 150 Bundesligaeinsätze für Werder. Bei der WM 2026 gehörte er zum österreichischen Aufgebot und traf in der Gruppenphase gegen Jordanien.

Werders offensives Mittelfeld verliert seinen Fixpunkt

Ein Schmid-Abgang würde Werder vor allem im offensiven und verbindenden Mittelfeld treffen. Trainer Daniel Thioune verliert einen Spieler, der zwischen Zentrale und Angriff eingesetzt werden kann, Chancen vorbereitet und selbst regelmäßig in Abschlusspositionen kommt. Einen möglichen Nachfolger hat der Verein allerdings bereits im eigenen Kader.

Der 22 Jahre alte Spanier Chuki kam in diesem Sommer von Real Valladolid nach Bremen und spielt ebenfalls im offensiven Mittelfeld. Bild hatte bereits bei seiner Verpflichtung von einem langfristigen Vertrag bis 2030 berichtet. Mahmić wäre deshalb nicht zwingend ein Eins-zu-eins-Ersatz, sondern könnte die offensiven Optionen zusätzlich erweitern und den Konkurrenzkampf im zentralen Mittelfeld erhöhen.

Werder hat den Kader bereits deutlich verändert

Werder ist auf dem Transfermarkt in diesem Sommer bereits sehr aktiv gewesen. Zu den neuen Spielern gehören unter anderem Chuki, Kenny Quetant, Cedric Itten, Dariusz Stalmach, Oskar Wójcik und Torhüter Alexander Schlager. Zudem wurde Karl Hein nach seiner Leihe vom FC Arsenal fest verpflichtet. Die Bundesliga führt außerdem mehrere Rückkehrer aus Leihgeschäften auf.

Auf der anderen Seite brachte vor allem der Verkauf von Torhüter Mio Backhaus an den SC Freiburg eine größere Einnahme. Weitere Verkäufe bleiben möglich. Geschäftsführer Clemens Fritz hatte bereits im Juli erklärt, dass Werder im Sommer auch Transfererlöse erzielen müsse. Neben Schmid wurde insbesondere Innenverteidiger Karim Coulibaly wiederholt mit einem Abgang in Verbindung gebracht.

Bis Ende August bleibt Werder Zeit

Für weitere Verstärkungen besteht noch ausreichend Zeit. Das Sommertransferfenster der Bundesliga ist bis zum 31. August 2026 geöffnet. Werder startet bereits am 22. August im DFB-Pokal gegen den Lüneburger SK Hansa in die Pflichtspielsaison, eine Woche später folgt der Bundesliga-Auftakt beim SC Freiburg.

Beim möglichen Mahmić-Transfer ist der Abstand zwischen Interesse und Abschluss derzeit noch groß. Ein möglicher Schmid-Abgang würde Werders Bedarf im kreativen Mittelfeld erhöhen, doch weder ein Angebot für Mahmić noch eine Einigung mit Slovan Liberec waren zunächst bestätigt. Die konkreteste Entwicklung bleibt deshalb vorerst der bevorstehende Abschied von Romano Schmid.

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