Nach ANTM-Doku zieht Tyra Banks gegen Netflix vor Gericht

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Tyra Banks geht juristisch gegen Netflix vor. Die frühere Moderatorin und Erfinderin von America’s Next Top Model hat in Los Angeles Klage wegen angeblich irreführender Darstellung in der Netflix-Doku Reality Check: Inside America’s Next Top Model eingereicht. Im Zentrum steht der Vorwurf, ihr mehrstündiges Interview sei so gekürzt und zusammengesetzt worden, dass ein falscher Eindruck ihrer Haltung zu früheren Kontroversen der Castingshow entstanden sei.

Tyra Banks wirft Netflix falsche Darstellung vor

Nach Angaben aus der Klageschrift richtet sich der Vorwurf gegen Netflix, die Regisseure Daniel Sivan und Mor Loushy sowie EverWonder Studio. Banks macht geltend, sie habe für die Doku rund dreieinhalb Stunden Interviewmaterial geliefert. In der fertigen Serie seien davon nur etwa 16 Minuten verwendet worden. Aus Sicht ihrer Anwälte seien wesentliche Passagen herausgeschnitten worden, in denen Banks Verantwortung für frühere Entscheidungen rund um America’s Next Top Model übernommen habe.

Streit um Szene zu früherer ANTM-Kandidatin

Besonders sensibel ist ein Abschnitt der Klage, der sich auf die Darstellung einer früheren Kandidatin bezieht. Banks wirft den Machern vor, durch Schnitt und Auslassungen den Eindruck erzeugt zu haben, sie habe von einem mutmaßlichen sexuellen Übergriff im Umfeld der Show gewusst, diesen ignoriert und später nicht einordnen können. Banks bestreitet nach Darstellung der Klage, im Interview über diesen konkreten Vorwurf informiert worden zu sein. Ob ein Gericht diese Darstellung bestätigt, ist offen.

Netflix-Doku erschien bereits im Februar

Reality Check: Inside America’s Next Top Model wurde im Februar 2026 bei Netflix veröffentlicht. Die dreiteilige Doku beschäftigt sich mit Aufstieg, Wirkung und Kritik an der Castingshow, die Banks über Jahre prägte. America’s Next Top Model startete 2003 und lief über 24 Staffeln. In den vergangenen Jahren wurde das Format verstärkt wegen Bodyshaming, problematischer Fotoshootings und des Umgangs mit Kandidatinnen kritisiert.

Auch Bildnutzung und geschäftliche Folgen Thema

Banks verlangt nach den vorliegenden Berichten nicht nur Schadenersatz. Sie will auch verhindern lassen, dass ihr Bild im Zusammenhang mit dem Soundtrack der Doku verwendet wird. In der Klage wird zudem geltend gemacht, die öffentliche Reaktion auf die Serie habe auch ihr Geschäft belastet. Genannt wird dabei unter anderem ihre Eismarke SMiZE & DREAM in Sydney, die nach Darstellung der Klage von negativen Online-Bewertungen betroffen gewesen sei.

Netflix äußert sich zunächst nicht

Netflix hat die Vorwürfe nach bisherigen Berichten zunächst nicht öffentlich kommentiert. Damit steht zunächst die Darstellung aus der Klage im Raum. Für die journalistische Einordnung ist deshalb entscheidend: Es handelt sich um Vorwürfe von Tyra Banks und ihrem Anwaltsteam, nicht um gerichtlich festgestellte Tatsachen. Der Fall dürfte nun vor allem daran hängen, ob die Klägerseite nachweisen kann, dass Schnitt, Kontext und Darstellung tatsächlich eine falsche und rufschädigende Aussage ergeben haben.

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