
Ein Hochzeitskorso mit acht Autos hat am Samstagnachmittag einen rund 90 Minuten dauernden Polizeieinsatz auf der B75 ausgelöst. Mehrere Fahrer und Insassen sollen den nachfolgenden Verkehr gefährdet und gezündete Pyrotechnik aus fahrenden Fahrzeugen geworfen haben.
Die Polizei kontrollierte insgesamt 18 Personen. Sie leitete nach eigenen Angaben bislang sieben Strafverfahren ein und sucht weitere Zeugen sowie mögliche Geschädigte.
Der Vorfall ereignete sich am Samstag, 18. Juli 2026, gegen 16.46 Uhr. Der Hochzeitskorso war nach Angaben mehrerer Verkehrsteilnehmer auf der B75 von Bremen kommend in Fahrtrichtung Delmenhorst unterwegs. Einen genaueren Abschnitt, eine Anschlussstelle oder den konkreten Ort der anschließenden Kontrolle nannte die Polizei nicht.
An dem Korso waren acht Fahrzeuge beteiligt. Die Beamten stoppten die Fahrzeugkolonne und kontrollierten alle Autos sowie deren Insassen. Der Einsatz dauerte nach Polizeiangaben ungefähr 90 Minuten.
Mehrere Fahrer sollen während der Fahrt gezielt abgebremst und dadurch unbeteiligte Verkehrsteilnehmer gefährdet haben. Insassen sollen außerdem Pyrotechnik gezündet und aus den Fenstern der fahrenden Fahrzeuge geworfen haben.
Eine vollständige Blockade oder Sperrung der B75 meldete die Polizei nicht. Auch von Schüssen, einem Verkehrsunfall oder Verletzten ist in der offiziellen Mitteilung keine Rede. Nach dem bisherigen Ermittlungsstand geht es damit vor allem um das gefährliche Verlangsamen des Verkehrs und das Zünden der pyrotechnischen Gegenstände.
Bei der Kontrolle stellte die Polizei die Personalien von 18 Personen im Alter zwischen 17 und 47 Jahren fest. Bislang seien sieben Strafverfahren eingeleitet worden. Ermittelt werde unter anderem wegen des Verdachts der Straßenverkehrsgefährdung, der Nötigung und wegen möglicher Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz.
Welche der kontrollierten Personen von den einzelnen Ermittlungsverfahren betroffen sind und welcher konkrete Vorwurf jeweils erhoben wird, teilte die Polizei nicht mit. Für alle Betroffenen gilt die Unschuldsvermutung. Sie gelten bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung als unschuldig.
Fahrzeuge oder Führerscheine wurden nach den bisher veröffentlichten Angaben bei diesem Einsatz nicht sichergestellt oder beschlagnahmt. Die Polizei wies allerdings darauf hin, dass solche Maßnahmen bei vergleichbaren Vorfällen grundsätzlich möglich seien.
Nach Abschluss der Kontrollen durften die Beteiligten ihre Fahrt nach Angaben der Polizei mit erheblicher Verspätung fortsetzen. Als Ziel nannte die Dienststelle einen Veranstaltungsort in Bremen. Zuständig ist die Polizeiinspektion Delmenhorst/Oldenburg-Land/Wesermarsch.
Die Polizei bittet Verkehrsteilnehmer, die den Hochzeitskorso beobachtet haben, sich zu melden. Gesucht werden insbesondere Zeugen und mögliche Geschädigte, die das Geschehen gefilmt oder andere relevante Beobachtungen gemacht haben.
Hinweise nimmt die Polizei Delmenhorst unter der Telefonnummer 04221 1559-0 entgegen. Die weiteren Ermittlungen zu den Fahrmanövern und zur verwendeten Pyrotechnik dauern an.
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