Achim Lippoth steht erneut vor Gericht

Brand Mühlhausen Symbolbild
Symbolbild Feuerwehreinsatz

Teilen:

Der Fall Achim Lippoth beschäftigt erneut die Justiz. Vor dem Landgericht Köln läuft seit März 2026 ein neuer Prozess gegen den bereits verurteilten Fotografen, weil der Bundesgerichtshof frühere Freisprüche teilweise aufgehoben hat. Im Mittelpunkt stehen weitere Vorwürfe des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern, die nun neu geprüft werden.

Lippoth war 2022 wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern in vier Fällen zu vier Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt worden. Andere Vorwürfe hatten damals zu Freisprüchen geführt. Genau diese Freisprüche sind nun wieder Gegenstand des Verfahrens, weil der Bundesgerichtshof rechtliche Fehler in der Beweiswürdigung sah.

Warum der Fall wieder vor Gericht ist

Der aktuelle Anlass ist der Revisionsprozess, der am 24. März 2026 vor dem Landgericht Köln begonnen hat. Das Gericht muss Teile des früheren Urteils neu verhandeln. Es geht dabei um die Frage, ob weitere mutmaßliche Taten nachgewiesen werden können und ob sich daraus eine höhere Strafe ergeben könnte.

Der Bundesgerichtshof hatte im Juli 2024 entschieden, dass das Kölner Urteil in den beanstandeten Freispruchfällen keinen Bestand hat. Die Karlsruher Richter sahen sachlich-rechtliche Fehler und verwiesen die Sache an eine andere Strafkammer des Landgerichts zurück.

Frühere Verurteilung bleibt zentraler Hintergrund

Das Landgericht Köln hatte Lippoth im September 2022 wegen vierfachen schweren sexuellen Missbrauchs von drei Jungen verurteilt. Die Taten lagen nach damaligen Feststellungen im Zeitraum von 1999 bis 2006. Lippoth arbeitete über Jahre als Mode- und Werbefotograf und war besonders für Kinderfotografie bekannt.

In mehreren weiteren angeklagten Fällen sah das Gericht die Schuld damals nicht als erwiesen an. Die Freisprüche bedeuteten jedoch nicht, dass alle Darstellungen der mutmaßlich Betroffenen für unglaubhaft gehalten wurden. Diese Bewertung beanstandete später der Bundesgerichtshof.

Verteidigung und neue Beweisanträge

Im laufenden Verfahren versucht die Verteidigung, die frühere Beweiswürdigung anzugreifen. Nach einem Bericht der Südwest Presse ging es im Mai 2026 unter anderem um einen von der Verteidigung ins Spiel gebrachten Lügendetektortest. Das Gericht akzeptierte diese Methode demnach nicht als Beweismittel.

Für die neu verhandelten Vorwürfe gilt die Unschuldsvermutung, solange keine rechtskräftige Entscheidung vorliegt. Lippoth bestreitet Vorwürfe, die über die rechtskräftig festgestellten Taten hinausgehen. Bestätigte frühere Schuldsprüche und neu zu prüfende Vorwürfe müssen daher klar getrennt werden.

Ein Fall mit Bedeutung über das einzelne Verfahren hinaus

Der Fall Achim Lippoth steht auch deshalb im Fokus, weil er Fragen nach Machtverhältnissen und Schutzmechanismen in der Arbeit mit minderjährigen Models aufwirft. Lippoth galt in der Mode- und Werbefotografie über Jahre als international bekannter Fotograf, der mit Kindern arbeitete und das Magazin kid’s wear herausgab.

Recherchen der ZEIT hatten bereits 2022 schwere Vorwürfe gegen Lippoth öffentlich gemacht. Genau deshalb ist der neue Prozess juristisch entscheidend: Er muss klären, ob die aufgehobenen Freisprüche durch neue Feststellungen ersetzt werden oder ob es erneut nicht zu weiteren Schuldsprüchen kommt.

Entscheidung im Revisionsprozess steht aus

Ein Urteil war nach früheren Angaben für Ende Mai 2026 geplant. Belastbare öffentliche Informationen über eine rechtskräftige neue Entscheidung lagen zum 2. Juni 2026 nicht vor. Damit bleibt der Verfahrensstand entscheidend: Der neue Prozess läuft vor dem Hintergrund einer bereits bestehenden Verurteilung, betrifft aber weitere Vorwürfe, über die neu entschieden werden muss.

Teilen:

Münster Map
Zum Aktivieren tippen
Route anzeigen

Mehr Beiträge:

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu