
Die AfD Bürgermeister Zehdenick-Wahl hat am 10. Mai 2026 Geschichte geschrieben: René Stadtkewitz setzte sich im ersten Wahlgang mit 58,4 Prozent der Stimmen durch und wurde damit zum ersten direkt gewählten hauptamtlichen AfD-Bürgermeister in Brandenburg. Der 61-jährige Unternehmer und frühere CDU-Politiker verdrängte den FDP-Kandidaten Stephan von Hundelshausen, der nur auf 28,6 Prozent kam.
Das Ergebnis war eindeutig: Mit 58,4 Prozent errang René Stadtkewitz einen klaren Sieg in der rund 13.000 Einwohner zählenden Stadt Zehdenick im Landkreis Oberhavel nördlich von Berlin. Sein schärfster Mitbewerber, FDP-Kandidat Stephan von Hundelshausen, erhielt laut amtlichem Ergebnis 28,6 Prozent. Der parteilose Wolf-Gernot Richardt kam auf 7,8 Prozent, Dennis Latzke von der Partei des Fortschritts auf 5,2 Prozent. Die Wahl fand bereits im ersten Wahlgang eine Entscheidung – ein deutliches Votum der Zehdenicker Bevölkerung für einen Neuanfang nach monatelangem politischem Stillstand.
Für die AfD ist dieser Erfolg bundesweit bedeutsam: Stadtkewitz gilt als vierter AfD-Bürgermeister in Deutschland, doch als erster, der als AfD-Kandidat direkt in ein hauptamtliches Bürgermeisteramt gewählt wurde. Laut Berichten des Tagesspiegels und anderer überregionaler Medien wird der Sieg in Zehdenick innerhalb der Partei als Beleg gewertet, dass die AfD auch in der Kommunalpolitik Brandenburgs Fuß fasst. Wie das Politbarometer Mai 2026 zeigt, befindet sich die AfD bundesweit weiterhin im Aufwind, während die Regierungsparteien unter Druck stehen.
Der neue Bürgermeister von Zehdenick hat eine ungewöhnliche politische Biografie. Von 2001 bis 2011 saß Stadtkewitz für die CDU im Berliner Abgeordnetenhaus. Nach seinem Ausschluss aus der CDU-Fraktion gründete er 2010 die islamkritische Partei Die Freiheit, deren Bundesvorsitzender er bis 2013 war. Nach dem Scheitern seiner eigenen Partei warb er für die neu gegründete AfD – der er selbst erst 2024 beitrat. Laut Berichten von t-online und dem Tagesspiegel war Stadtkewitz bereits im Frühjahr 2025 bei einer Stichwahl in Zehdenick angetreten, hatte damals aber mit 37 Prozent gegen den späteren Bürgermeister Kretzschmar verloren.
Rund ein Jahr später präsentiert sich das Bild völlig verändert: Nachdem Zehdenick ein politisches Chaos erlebt hatte, konnte Stadtkewitz diesmal im ersten Wahlgang eine absolute Mehrheit erringen. Der Wahlausgang wird bundesweit als Signal für die wachsende Stärke der AfD in der Kommunalpolitik gewertet.
Dem Erfolg von Stadtkewitz ging eine außergewöhnliche Vorgeschichte voraus. Der parteilose Alexander Kretzschmar hatte die Stichwahl im März 2025 mit 63 Prozent gegen Stadtkewitz gewonnen und damit das Bürgermeisteramt übernommen. Doch bereits elf Tage nach seiner Amtseinführung meldete sich Kretzschmar krank – und blieb es. Monatelang führte Vize-Bürgermeister Marco Kalmutzke die Amtsgeschäfte der Stadt. Im November 2025 beschloss der Stadtrat, ein Abwahlverfahren einzuleiten. Das Ergebnis war vernichtend: Laut Medienberichten stimmten rund 97 Prozent der Abstimmenden für Kretzschmars Abwahl. Zehdenick fand sich damit erneut ohne gewähltes Stadtoberhaupt.
Die lange Phase des Übergangs und das politische Chaos dürften zur hohen Zustimmung für Stadtkewitz beigetragen haben. Beobachter werteten seinen Erdrutschsieg auch als Ausdruck des Frustrationspotenzials in der Region, das die AfD für sich nutzen konnte. Zum Vergleich: Auch im benachbarten Brandenburg sorgen lokale Entwicklungen immer wieder für bundesweite Aufmerksamkeit.
Bisher galt Brandenburg als schwieriges Pflaster für die AfD in der Kommunalpolitik. Bei mehreren Bürgermeisterwahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg war die Partei zuletzt gescheitert. Der Sieg in Zehdenick durchbricht diese Serie. Zwar ist Zehdenick keine Großstadt – mit rund 13.000 Einwohnern gehört sie zu den kleineren Städten des Landes –, doch symbolisch wiegt der Erfolg schwer. Mit Arne Raue in Jüterbog gab es zwar bereits einen Bürgermeister, der heute der AfD angehört, dieser war jedoch nicht als AfD-Kandidat gewählt worden.
Stadtkewitz übernimmt nun ein Amt, das von einem langen Interregnum geprägt war. Ob es ihm gelingt, die Erwartungen der Wählerinnen und Wähler zu erfüllen und politische Stabilität in die Stadt zurückzubringen, bleibt abzuwarten. Die nächsten Monate werden zeigen, wie sich der erste direkt gewählte AfD-Bürgermeister Brandenburgs in der Praxis bewährt.
Quellen: Tagesspiegel, t-online, Berliner Kurier, Nordkurier, Wahlergebnisse Brandenburg (wahlergebnisse.brandenburg.de)
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