Politbarometer Mai 2026: Merz auf Tiefstwert, AfD vor Union

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Das ZDF-Politbarometer Mai 2026 zeichnet ein düsteres Bild für die schwarz-rote Bundesregierung: 69 Prozent der Deutschen sind mit der Arbeit der Koalition unzufrieden – ein neuer Höchststand ein Jahr nach dem Amtsantritt. Bundeskanzler Friedrich Merz erreicht persönliche Tiefstwerte, die AfD führt in der Sonntagsfrage, und fast die Hälfte der Bevölkerung rechnet mit einem vorzeitigen Koalitionsende.

Politbarometer Mai 2026: Bundesregierung so unbeliebt wie keine andere zuvor

Ein Jahr nach Amtsantritt verzeichnet die schwarz-rote Bundesregierung eine historisch hohe Unzufriedenheit. Laut dem ZDF-Politbarometer, für das die Forschungsgruppe Wahlen vom 5. bis 7. Mai 2026 bundesweit 1.240 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte befragt hat, bescheinigen 69 Prozent der Bundesregierung eine eher schlechte Arbeit. Nur 26 Prozent beurteilen die Regierungsarbeit als eher gut. Damit ist der seit 1997 erhobene DeutschlandTREND-Wert so niedrig wie bei keiner anderen Bundesregierung im ersten Amtsjahr.

Die Werte spiegeln eine breite Enttäuschung über das Regierungshandeln wider. Selbst im eigenen Lager der Union stimmten in der Befragung nur deutlich unter der Hälfte der CDU/CSU-Anhänger der Regierungsarbeit zu. Bei der AfD in Sachsen-Anhalt, die zuletzt über 40 Prozent der Stimmen verbuchen konnte, profitiert der Hauptkonkurrent von dieser Unzufriedenheit direkt.

Friedrich Merz auf persönlichem Tiefstwert — AfD überholt CDU/CSU

Besonders drastisch fällt die Bewertung von Bundeskanzler Friedrich Merz aus. Auf der Politbarometer-Skala von +5 bis -5 erreicht er einen Wert von -1,3 – ein persönlicher Tiefstwert. Vor einem Jahr, kurz nach Amtsantritt, standen noch 47 Prozent der Deutschen hinter dem Kanzler; heute sind es nur noch 28 Prozent. Für 68 Prozent der Befragten macht Friedrich Merz einen eher schlechten Job.

Diese Unzufriedenheit schlägt sich direkt in der Sonntagsfrage nieder: Wenn am nächsten Sonntag wirklich Bundestagswahl wäre, käme die AfD laut dem aktuellen Politbarometer auf 27 Prozent – und läge damit vor der CDU/CSU mit 25 Prozent. Dahinter folgen die Grünen mit 18 Prozent, die SPD mit 13 Prozent und die Linke mit 12 Prozent. Die FDP käme mit 3 Prozent erneut nicht in den Bundestag. Auch der ARD-Deutschlandtrend hatte die AfD zuletzt vor der Union gesehen – ein anhaltender Trend im deutschen Parteiensystem.

Gesundheitsreform trifft auf breite Skepsis in der Bevölkerung

Ein weiterer Belastungstest für die Koalition sind die geplanten Reformen im Gesundheitswesen. Laut Politbarometer halten 80 Prozent der Befragten die jüngsten Sparmaßnahmen im Gesundheitsbereich für eher ungerecht verteilt. Ebenso viele – also acht von zehn Deutschen – zweifeln daran, dass das Reformpaket einen wichtigen Beitrag zur Lösung der finanziellen Probleme der gesetzlichen Krankenversicherung leisten wird.

Diese Einschätzungen verdeutlichen, dass die Bundesregierung bisher kaum Vertrauen für ihre Reformagenda aufbauen konnte. Auch beim DGB-Bundeskongress 2026 in Berlin hatte DGB-Chefin Yasmin Fahimi deutliche Kritik an der Sozial- und Wirtschaftspolitik der Koalition geäußert.

Fast die Hälfte erwartet vorzeitiges Koalitionsende vor 2029

Besonders bemerkenswert ist die wachsende Skepsis gegenüber dem Fortbestand der schwarz-roten Koalition. Nur noch 47 Prozent der Befragten glauben, dass die Regierung bis zur regulären Bundestagswahl 2029 halten wird – im März 2026 waren es noch 66 Prozent. 48 Prozent rechnen inzwischen mit einem vorzeitigen Ende der Koalition.

Zur Rolle der SPD innerhalb der Bundesregierung zeigt das Politbarometer ein gespaltenes Bild: 35 Prozent der Gesamtbevölkerung meinen, die SPD habe in der Koalition zu viel Einfluss. In der eigenen Anhängerschaft hingegen sehen 49 Prozent das Gewicht der SPD als zu gering an. Diese internen Spannungen dürften die Koalitionsfrage weiter verschärfen. Die Befragungen für das Politbarometer wurden vom 5. bis 7. Mai 2026 bei 1.240 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten erhoben.

Quellen: ZDF Presseportal, Forschungsgruppe Wahlen, Handelsblatt, ZDFheute

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